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abdias    10 Juli 2010 23:13 |
"Fliehen wovor?"
Fliehen aus dem absurden und bösen Staat, von dem nicht Gutes zu erwarten ist.

Die letze poetische Passage habe ich nich verstanden.
Es gibt aber tatsächlich alles mögliches.

Roman    10 Juli 2010 21:45 |
http://blog.maschiach.de
Keine Ahnung für wen du sprichst, meine Familie hat das ebenfalls nicht so empfunden. Unbehagen, Sehnsucht, ja vielleicht, aber nicht so etwas wie Fluchtgedanken.

Fliehen wovor? Gerade ist es doch besser geworden...! Wir reden hier ja von 1990, da kam der wirtschaftliche Zusammenbruch noch nicht.

Nur weil du es also als Flucht empfunden hast, war es nicht tatsächlich eine. Sachlich nicht.

Es gibt Menschen, die sind immer auf der Flucht, immer.

Abdias    10 Juli 2010 21:04 |
Da hast Du vielleicht mit Dir selbst dieskutiert :-), ich habe über Antisemitismus in Sovok nichts gesagt.
So, wie ich es erlebt habe, war es eine Flucht, eine Massenpsychose, mit unendlichen Schlangen, Menschen, schlafenden in dem Flughafen usw.- jeder, wer irgendwie konnte, wollte weg um jeden Preis. Nicht nur Juden, sondern auch Greichen, Armenier, Deutschen u. a., und auch Russen, die sich entsprechende Papiere kaufen konnten.

Roman    10 Juli 2010 12:06 |
Es ging mir darum festzustellen, dass man in der SU der 90er Jahre als Jude nicht verfolgt, sondern lediglich diskriminiert wurde.

Von hastiger Flucht ist da wohl kaum zu sprechen.

Abdias    10 Juli 2010 07:11 |
Lieber Roman,

für alle umstrittene und irrationale Taten gibt man gerne eine schöne vernünftige Erklärung, und es hat nie am verschiedenen wunderbaren Deklarationen, Manifeste usw. gemangelt. Es ist aber zu komplex, um das hier fachlich zu diskutieren; es ist auch unmöglich, auf dem Gebiet der Geschichte und Politik etwas zu beweisen. Meine Absicht war nur eine Anregung zum Nachdenken zu geben in der Zeit, wo die Medien voll von antiisraelischen Quatsch sind. Es sieht so aus, das man denkt, Israel okkupiert fremde Länder und unterdrückt andere Volker aus purer Lust.

Was meine Person betrifft, wenn es Dich wirklich interessiert, kann ich Deine Fragen privat beantworten (meine Mail-Adresse hast Du ja). Auf jedem Fall kann ich sagen, das ein „wirtschaftlich besseres Leben“ haben alle Auswanderungen in meiner Familie kaum gebracht; bei meinen Großeltern war es sogar gerade umgekehrt, - sie waren aber dadurch kein Bisschen von Israel enttäuscht.

Roman    09 Juli 2010 17:29 |
http://blog.maschiach.de
"„Rücksicht auf kulturelle Gegenbegebenheiten“ heißt, das die Gedanken über „historische Gerechtigkeit“, „Urheimat des jüdischen Volkes“, „Gotteswille“ und Ähnliches kaum eine Rolle gespielt haben."

Naja, eben das wurde mehrfach diskutiert und als Erklärung herangezogen. Ja selbst die Balfour-Deklaration von 1917 (!) spricht von der Heimstätte des jüdischen Volkes.

Eigentlich ist das Anerkennung und Rücksicht genug.

"Aber die heutige Situation scheint mir schon von Anfang an definiert zu sein; eine andere Alternative wäre die schnelle Vernichtung des Staates schon in die ersten Jahren."

Es gab noch eine andere Alternative: Es hätte nach dem Unabhängigkeitskrieg auch nichts passieren können. Leider war es anders und möglich ist natürlich, dass die Mandatsmächte darauf spekuliert hatten.

So hat man es mit Indien und Pakistan auch gemacht und das Ergebnis spürt man noch heute (siehe Kaschmir-Region).

"Und „ein besseres Leben suchen“ - das klingt nach „materielle Vorteile suchen“. Das bessere Leben hieß aber – mehr Freiheit, weg aus dem verlogenen Propaganda-Reich, mit Antisemitismus oder ohne."

Dann war das doch keine Flucht und dafür, dass man ein wirtschaftlich besseres Leben haben möchte muss man sich nicht schämen.

Warum hast du dich den entschlossen aus Israel nach Deutschland einzuwandern?

Abdias    09 Juli 2010 15:06 |
„Rücksicht auf kulturelle Gegenbegebenheiten“ heißt, das die Gedanken über „historische Gerechtigkeit“, „Urheimat des jüdischen Volkes“, „Gotteswille“ und Ähnliches kaum eine Rolle gespielt haben.
Bestimmt aber hat jüdische Siedlung eine Rolle gespielt, aber vielleicht eine eher marionettenhafte, -
und die Religiösen, die Linken und die Rechten Parteien innerhalb dieser Siedlung waren ja auch nicht einig miteinander. Ich bin aber kein Historiker, - es kann ja sein, das ich mich irre. Aber die heutige Situation scheint mir schon von Anfang an definiert zu sein; eine andere Alternative wäre die schnelle Vernichtung des Staates schon in die ersten Jahren.

Was die „Flucht“ betrifft, so war es für uns im 1990, noch vor dem August-Putsch, anders. Die Wohnung musste man abgeben, und mitnehmen durfte man nur sehr begrenzte Gewicht (dazu noch alle Wertsachen wie Bilder oder irgendwelche Silberbesteck auch verboten waren) und, wenn ich mich nicht irre, 600 Dollar pro Nase. Auf jeden Fall ging unsere Emigration-Welle mit leeren Händen aus USSR. Und „ein besseres Leben suchen“ - das klingt nach „materielle Vorteile suchen“. Das bessere Leben hieß aber – mehr Freiheit, weg aus dem verlogenen Propaganda-Reich, mit Antisemitismus oder ohne.


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"Stumpfsinnig sind die, welche die Unwahrheit sprechen, indem sie sagen, Gott habe einen Sohn und lasse ihn töten. Wenn Gott es nicht mit ansehen konnte, dass Abraham seinen Sohn opferte ... hätte er seinen eigenen Sohn töten lassen, ohne die ganze Welt zu zerstören und sie zum Chaos zu machen? Darauf bezieht sich das Wort Salomos von dem "Einen ohne Zweiten, der keinen Sohn und keinen Bruder hat" (Kohelet 4,8).
 

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