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Roman    09 Juli 2010 14:30 |
http://blog.maschiach.de
Was heißt Rücksicht auf die kulturellen Begebenheiten? Es gab doch zu dem Zeitpunkt schon eine jüdische Autonomie. Nur wurde sie von der Mehrheit der Juden nicht ernst genommen, da der Bezug zur jüdischen Identität fehlte.

Nur in Israel konnte das erschaffen werden, was wir heute sehen.

Keiner sagt übrigens, dass die Errichtung eines westlichen Staates im Nahen Osten nicht auch im Interesse der West/Ost-Mächte war. Der Zeitpunkt hat eben gepasst und war im Interesse der Weltgemeinschaft (die UN hat ja bekanntlich abgestimmt).

Und gerade, weil es im Interesse des Westens (oder zwischenzeitlich des Ostens) lag wurde Israel von Frankreich, der Sowjetunion und schließlich von den USA unterstützt. Es ist also nicht richtig, wenn du behauptest man wollte nicht für die Sicherheit des jüdischen Staates sorgen. Man wollte, nur eben gegen Bares.

Was deine "Flucht" betrifft, so kann ich natürlich im Einzelfall nicht wissen, ob es tatsächlich eine Flucht war. Die allermeisten Juden der Sowjetunion wollten ein besseres Leben haben und sind deswegen ausgereist. Der Antisemitismus in der SU war nämlich nicht eliminatorisch. Sprich keiner hat einem die Waffe an den Kopf gehalten, nur weil man Jude war.

Auch musste niemand seinen Besitz zurücklassen, verkaufen, bei Seite schaffen war ebenso möglich. Übrigens darfst du nicht vergessen, dass Juden ebenso wie Nichtjuden nach dem Zusammenbruch die von ihnen bewohnten Immobilien fast geschenkt bekamen. Eine ganz gute Rücklage oder eben die Chance ein Ticket für den Westen zu bekommen, wenn du mich fragst.

Abdias    09 Juli 2010 12:17 |
Hallo Roman, danke für die Reaktion!
Ich glaube nicht, das Politik irgendwann aus der Rücksicht auf die kulturelle Gegebenheiten gemacht wurde. Es ist ein Machtspiel, wo jeder die Vorstellungen über seine eigene Interessen realisiert. Und die "jüdische Frage" zu lösen war im 1948 immer noch interessant.
Wollte man wirklich die jüdische Stadt lebensfähig machen, so sollte man sich um seine Schutz kümmern.
Was meine Eltern betrifft, so kann man die Auswanderung im Jahr 1990 nicht anders, als eine Flucht, bezeichnen. Einige Menschen in USSR durften plötzlich weg, und sie sind so schnell wie möglich, täglich mehrere Hunderte, weg geflüchtet, auf das ganze Hab und Gut verzichtend.


Lieber Andreas, danke für die freundliche Wörter!
Ich persönlich glaube nicht, das man von allen Menschen, die zu einer religiösen Gemeinde gehören, unbedingt eine Offenheit und Missionar-Freude erwarten soll. Dafür gibt es Organisationen, der Glaube ist aber eine private Sache.

Andreas    09 Juli 2010 08:01 |
Schalom und hallo Abdias und Roman,

ich möchte und will mich nicht großartig zu Euren Beiträgen über Israel, Palästinänser, Holocaust (das grausamste und schrecklichste Verbrechen in der Geschichte der Menschheit überhaupt !!!) und Israel als Geisel der westlichen, arabischen und islamischen Welt äußern. Nur so viel dazu, ich bin selber nicht jüdischen Glaubens habe aber schon des öfteren das jüdische Gemeindehaus auf dem Springwall im Duisburger Innenhafen besucht. Leider sind meiner Meinung nach die meisten Besucher jüdischen Glaubens dort ziemlich zurückhaltend und es ist ich betone meiner Meinung nach schwer mit Ihnen überhaupt in Kontakt zu treten. Ausnahmen gibt es natürlich !!! Aber vielleicht bin ich nur zu selten dort gewesen, oder ich täusche mich da ich auch nicht derjenige bin der direkt auf Menschen zugeht und mit denen ins Gespräch kommt. Ich finde aber Frau Herrmanns und Herr Rubinstein leisten sehr gute Arbeit und geben sich viel Mühe den jüdischen Glauben herüberzubringen. Ich selber obwohl "Nichtjüdischen Glaubens" halte selbst dann zu Israel und stehe auf deren Seite wenn Israel unrecht hat, dazu ist ja schließlich auch ein Freund Israels wie ich es bin da !!! Ich kann nur sagen Gott schütze und segne Israel und das jüdische Volk und verabschiede mich mit einem herzlichen Gruß an Euch Roman und Abdias.

Roman    08 Juli 2010 19:37 |
BewertungBewertungBewertungBewertungBewertungBewertungBewertung
http://blog.maschiach.de
Die Westmächte haben sich nicht entschieden Israel zu Gründen, weil es den Holocaust gab, sondern weil dieses Land historisch, kulturell und tatsächlich dem jüdischen Volk gehörte.

Der Holocaust war der Blutstropfen, der das Fass zum Überlauf brachte, er war aber nicht der Grund für die Gründung.

Ein jüdischer Staat in Europa? Warum nicht! Aber eben auch in Israel, der historischen und kulturellen Heimat.

Übrigens sind deine Eltern wohl kaum nach Israel geflüchtet.

Abdias    08 Juli 2010 18:05 |
Ich bin in der Sowjetunion geboren und aufgewachsen, habe dann mehrere Jahre in Israel gelebt und jetzt lebe und arbeite in Deutschland.
Es hat sich so ergeben, dass einige als wichtig anerkannte Dinge mich nie interessiert haben, Dinge wie Fußball oder Politik. Es schien mir immer selbstverständlich, dass die meisten Menschen solche scheinbar einfachen Sachen wie soziale Gerechtigkeit, Notwendigkeit eines grundsätzlichen gegenseitigen Respekts und Freundlichkeit, Vorteile der ideologischen Freiheit und Unabhängigkeit jeder Person ungefähr ähnlich verstehen wie ich selbst. Mit den Jahren habe ich mich aber vergewissern müssen, dass es eher eine Ausnahme ist, - und gelernt, mit dieser Erkenntnis umzugehen. Aber jetzt fühle ich einen Drang, meine Emotionen und Gedanken zu veröffentlichen, - ohne eine Diskussion führen zu wollen, einfach in der Hoffnung, dass es jemanden zum Nachdenken anregt.
Die stärkste Emotion, die ich empfinde, wenn ich jetzt auf das Meer von antiisraelischen Äußerungen treffe, ist eine Empörung und Unbeholfenheit zugleich.
Ich möchte allen Kritikern der israelischen Politik, die sich die Informationen aus unterhaltsam gestalteten Medien holen, sagen: bitte, versteht, dass ihr über die Situation, in der ihr nie gelebt habt, nicht urteilen sollt und könnt! Das Grundgefühl der in Israel lebenden Menschen ist euch unbekannt; das ist ein ständiges Gefühl der Existenz-Bedrohung, das mal mehr mal weniger im Vordergrund steht.. Und die Menschen dort haben es nicht selbst sich so geschaffen, sie sind einfach entweder dort geboren, oder haben dort eine Rettung gesucht. Und bei allen möglichen Fehlern der israelischen Politik, hat sie immer nur eine Hauptaufgabe lösen müssen: dass der Staat und seine Bewohner überleben.
Und: wie ist es zu dieser Situation gekommen? Wäre es überhaupt anders möglich gewesen? War die Gründung des Staates Israel wirklich eine Wohltat für die Juden? Oder hätte man es anders gestalten sollen, wenn man es wirklich so gut gemeint hat? Es war ja offensichtlich, dass die arabischen Nachbarn sich dagegen wehren würden und sich von dem vom Westen aufgezwungenen Staat befreien werden wollen. Also hätte man damit rechnen müssen, dass es Kriege geben wird. Haben die große Weltmächte erwartet, dass Israel in diesen Kriegen siegt? Oder verliert?
Wäre es nicht ehrlicher und klüger gewesen, wenn man sich schon nach dem Holocaust für einen jüdischen Staat entschieden hat, ihn in Europa zu gründen? Oder irgendwie anders mit dem Lineal umzugehen, wenn man die Grenzen der Aufteilung des britischen-Mandat-Territoriums auf der Karte gezeichnet hat? Ich weiß es nicht. Wenn man in Israel lebt, so sieht man es anders: der Staat als eine Belohnung des Heroismus der ersten Siedler, Kibbuznikern und der ersten Zionisten. Vielleicht ist es aber vielmehr eine Spielkarte gewesen in den Händen von zynischen Politikern im Kampf zwischen Stalin und der USA. Auf jeden Fall war und ist Israel eine Geisel des Westens und auch der islamischen Welt.
Das ist für mich ein schmerzvoller Gedanke; aber ich glaube auf jeden Fall nicht, dass der ganze wirklich heroische Überlebenskampf des Israelis gegen die Wüste und gegen die Feindlichkeit der Menschen umsonst ist, - es haben ja viele Menschen in Israel ein glückliches, erfülltes Leben führen können, - und hoffentlich werden sie es auch noch in Zukunft können. Ein glückliches Leben wünsche ich auch den Palästinensern. Ist die Situation überhaupt lösbar? Wenn ja, dann, glaube ich, nur durch die Veränderung der Mentalität, der Wahrnehmung; durch eine Entideologisierung. Man kann die Geschichte nicht zurück drehen, also muss man heute mit den Folgen des damaligen politischen Experiments Leben und seine Problematik zunächst anerkennen und zu verstehen versuchen.

Irene    07 Juli 2010 10:27 |
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http://www.ferienhaeuser-schweden.de
Sehr interessante Themen. Weiter so.

Gruß Irene

Daniel    28 Juni 2010 20:40 | Köln
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http://www.send2go.de/freier_sms_versand.html
hallo,

wirklich tolle Seite, besonders das Design gefählt mir wirklich gut :) Weiter so..

mfg

Daniel F.


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