Koscher leben
Verzerr von Gemüse und Obst
Obst und Gemüse ist generell koscher. Bei Obst, Gemüse und Früchten aus Israel ist aber zu beachten, dass diese nicht im Siebtjahr verarbeitet wurden. Das Siebtjahr ist ein Schabbatjahr, in dem der Boden nicht bearbeitet werden darf. Was dort in diesem Jahr wächst darf nicht gegessen werden. Die entsprechenden Gesetze, denen diese Früchte unterliegen nennen sich „Terumah“ und „Ma'assarot“. Das Verbot dazu bezeichnet man als „Issur Schewi'it“ (Verbot des siebten Jahres). Alle Konserven und Weine aus Israel, die im siebten Jahr oder dem Jahr danach hergestellt oder verkauft worden sind, müssen demnach untersucht werden.
 
Das Verbot Insekten zu verzerren

Die jüdischen Speisevorschriften verbieten generell den Verzerr von Insekten (Kerbtiere), dazu zählen Würmer, Mücken und Ungeziefer. Daraus ergibt sich die Pflicht Lebensmittel vor dem Verzerr besonders sorgsam auf Schädlinge zu untersuchen. Mehl, Reis oder Hülsenfrüchte sind als Naturprodukte nicht selten befallen, in der Regel ist auf Grund der Verarbeitung tiefgerorenes Gemüse schädlingsfrei. Auch Fische sind häufig von Würmern befallen, diese müssen dann aus dem Fisch entfernt werden.

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Jüdische Speisegesetze als Zeichen des Bundes
Jüdische Speisevorschriften sind keine Regelungen der Wissenschaft, sondern sind in den theologischen Schriften des jüdischen Volkes zu finden. Im Judentum, als der „Religion des Tuns“ stellt die Einhaltung der Speisegebote nicht nur eine religiöse Pflichtübung dar, sondern ist an sich schon einem Gottesdienst gleich gestellt. Der Kaschrut, die jüdischen Speisegesetze trennen auf Grundlage der jüdischen Schriften nicht nur die Tierweltwelt in rein und unrein, sondern reglementieren auch das Handeln von Menschen, die mit Nahrung oder den zum Verzerr geeigneten Tieren in Berührung kommen.
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Warum koscher?

Häufig werden Menschen, die die Kaschrutgesetze befolgen mit der Frage konfrontiert, welchen Sinn es heute noch hat die Jahrhunderte alten Vorschriften einzuhalten. Es wird ihnen erklärt, dass die Speisevorschriften aus rein gesundheitlichen Gründen erlassen worden sind, da etwa das Blut Krankheiten verursacht, Schweine damals aus hygienischen Gründen als unrein galten oder ihr Fleisch in der Wüste schnell verdirbt. Hieraus leitet der Fragende ab, dass die moderne Welt sämtliche Vorschriften des Kaschrut überflüssig gemacht hat.

 

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Milchiges und Fleischiges
In den Mosesbüchern der Tora steht an drei Stellen (zweimal im 2. Buch Mose, einmal im 5. Buch Mose) ein Satz, der nach allgemeiner Auslegung aus dem Hebräischen folgendermaßen übersetzt wird: Du sollst das Böcklein nicht in der Milch seiner Mutter bereiten. Dieser Satz ist vor allem in den talmudischen Schriften so ausgelegt worden, dass es untersagt ist, das Fleisch von Warmblütern (also Säugetieren und Geflügel) zusammen mit Milchprodukten (Butter, Joghurt, Käse oder ähnlichem) zuzubereiten. Und während man nach einem Gericht, das aus Milchprodukten bestand, unmittelbar danach ein Fleischgericht essen darf, muss man nach einer Fleischmahlzeit volle sechs Stunden warten, bis wieder etwas „Milchiges“ gegessen werden kann. Orthodoxe Juden legen diese Trennung von Milch- und Fleischprodukten so streng aus, dass sie dafür getrenntes Ess- und Kochgeschirr verwenden, teilweise auch getrennte Kühlschränke, Herde und - wo vorhanden - Geschirrspülmaschinen. In jüdischen Restaurants gibt es zu diesem Zweck oft sogar zwei getrennte Küchen.
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