Ein Tallit ist ein viereckiges Tuch aus Wolle, Baumwolle oder Seide. Es ist ca. 120 x 45 bis 200 x 120 cm groß. Die Farbe ist meistens weiß oder cremefarben. Oft ist der Tallit mit schwarzen oder blauen Streifen verziert. Besonderes Charakteristikum des Tallit sind die Zizit. Dies sind vier lange weiße Fäden aus Wolle, die mehrfach geknotet sind. An jeder der vier Ecken des Tallit befindet sich ein solcher Strang aus vier geknoteten Fäden. Dies ist eine wörtliche Erfüllung des Gebotes aus Mose 4 (Numeri), 15, 37-41.
Tefillin werden wochentags beim Schacharit-Gebet getragen. Sie bestehen aus einem Kopfteil (hebr. tefillin schel rosch) und einem Handteil (hebr. tefillin schel jad).
Beachte die geschlechtsneutralen Formulierungen und die Wiedergabe des Eigennamens Gottes, JHWH, mit Ewiger oder der Ewige nach Moses Mendelssohn, der JHWH mit das ewige Wesen, Gott übersetzte.
Höre, Israel, der Ewige ist Gott, der Ewige ist einzig. (Dtn 6,4)
Gepriesen sei Gottes ruhmreiche Herrschaft immer und ewig! (mJoma 6,2)
Darum sollst du den Ewigen, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft.
Diese Worte, auf die ich dich heute verpflichte, sollen auf deinem
Herzen geschrieben stehen. Du sollst sie deinen Kindern erzählen. Du
sollst von ihnen reden, wenn du zu Hause sitzt und wenn du auf der
Straße gehst, wenn du dich schlafen legst und wenn du aufstehst. Du
sollst sie als Zeichen um dein Handgelenk binden. Sie sollen als
Merkzeichen auf deiner Stirn sein. Du sollst sie auf die Türpfosten
deines Hauses und in deine Tore schreiben. (Dtn 6,5-9)
Der Aaronitische Segen ist der im 4. Buch Mose (Numeri), 6,24-26 erwähnte Segen, den Aaron und seine Söhne (d.h. die Priester oder Hohepriester) über den Israeliten aussprechen sollen.
Maos Zur (hebr. Festung, Fels [meiner Rettung]) sind die Anfangsworte eines Liedes, das während des Chanukkafestes von aschkenasischen Juden hauptsächlich bei der häuslichen Feier, jedoch auch in der Synagoge gesungen wird. Das Lied stammt aus Deutschland und geht wahrscheinlich auf das 13. Jahrhundert zurück. Die Anfangsworte sind eine Paraphrase von Jesaja 17, 10. Ursprünglich bestand Maos Zur aus sechs Strophen, heute werden jedoch meistens nur die ersten fünf gesungen. Aus dem Akrostichon der ersten fünf Strophen lässt sich auf einen Dichter namens Mordechai schließen, der jedoch im übrigen unbekannt ist. Im Laufe der Zeit wurden dem Lied noch weitere Strophen hinzugefügt, darunter auch von Moses Isserles.
Die bekannteste Melodie zu Maos Zur ist westeuropäischen Ursprungs. Eduard Birnbaum (1855-1920) und Abraham Zvi Idelsohn stellten eine Verbindung zu frühen protestantischen Kirchenliedern (Nun freut euch liebe Christen g'mein) fest, es sind aber auch Ähnlichkeiten mit einem Patrem omnipotentem aus dem 15. Jahrhundert festgestellt worden, das in verschiedenen böhmisch-schlesischen Handschriften erhalten ist. Eine Melodie von Tedesco-Juden (deutschsprachige Juden in Italien) wurde von Benedetto Marcello in seinem Estro poetico-armonico (Venedig 1724) notiert. Sie wird in Italien immer noch gesungen; an den meisten anderen Orten hat sich jedoch die westeuropäische, aschkenasische Standardversion durchgesetzt.
Kol Nidre (כל נדרי) (bed. alle Gelübde) ist ein Gebet des Versöhnungstages
(Yom Kippur). Eigentlich ist es ein Widerruf aller persönlichen
Gelübde, Eide, Schwüre gegenüber G'tt, die unwissentlich oder unüberlegt
abgelegt wurden.