Opposition der Landsleute

Von Miriam Wölke

Seit Jahren sind die "Falasch Mura" ein Thema. Obwohl sie mehr als nur stören und niemand so recht weiß, was mit ihnen geschehen soll, bringen sie sich selbst immer wieder neu in die Schlagzeilen.


Gerade jetzt an Pessach läßt sich die Historie der "Falasch Mura" am besten erklären. Als Moshe und die Israeliten zur Zeit Pharaos Ägypten verliessen, blieb eine gehörige Anzahl Israeliten zurück. Aus vielerlei Gründen zogen sie nicht mit aus und wanderten stattdessen in den Süden; den heutigen Sudan oder nach Äthiopien.
In unserer Zeit kamen die sogenannten "verlorenen israelitischen Stämme" wieder auf und viele sich zu den äthiopischen Juden zählenden Leute beantragten Aliyah. In Massentransporten brachte Israeli diese Äthiopier heim ins Gelobte Land. Wie später bei der russischen Masseneinwanderungswelle war zu Beginn die Hilfsbereitschaft der israelischen Bevölkerung hoch. Nach und nach jedoch ebbte alles ab und für die äthiopischen Juden begann der rauhe Alltag. Ihre Integrationsprobleme wurden offensichtlich: Analphabetismus, Unterdrückung der Frau in der Gesellschaft bzw. Gewalt in der Familie, alte Stammesrechte und Traditionen sowie Sprachprobleme. Israel als hochmodernes Industrieland war den ankommenden Äthiopiern ein Rätsel. Die Ghettobildung begann und der Rassismus der Israelis kam zum Vorschein.


Bis heute hat sich daran nichts geändert und nicht selten lesen wir in der Presse von Schulen, welche sich weigern, äthiopische Kinder einzuschulen. Oder sogar von Mikwaot (Ritualbädern), die zuerst die weiße Bevölkerung untertauchen lassen und erst am Schluß die Äthiopier. Neulich machte sorgte solch ein Fall aus der Stadt Beer Sheva für Schlagzeilen. Nicht wenige Äthiopier fühlen sich ausgestossen und driften in die Kriminalität ab. Jugendliche sehen, was ihre weißen Altersgenossen haben; ob Computer oder Skateboards. Da wollen sie auch mit dabei sein und können nicht verstehen, warum sie mit ihren joblosen Eltern im Schwarzenghetto leben müssen. Einbrüche und Drogen sind oft die Folge.

Auf eines aber sind die Äthiopier stolz. Sie sehen sich als Juden und eröffneten ihre eigenen Synagogen. Israelis andererseits sehen auch hier die Realität, die das heißt, das viele jüdische Äthiopier mit Christen verheiratet sind. Und nicht selten kommt es zu Abschiebungen des christlichen Ehepartners oder er darf erst gar nicht einwandern. Hinzu kommen die unseligen Falasch Mura. Bei ihnen handelt es sich um einstmalige äthiopische Juden, die irgendwann zum Christenzum konvertierten. Und genau jene Falasch Mura wollen nicht einsehen, dass ihnen die Aliyah nach Israel verweigert wird. Seit Jahren gibt es Streit in der Knesset. Soll man sie einwandern lassen oder nicht ? Dafür spricht fast gar nichts. Israel hat die Schnauze voll mit den Integrationsproblemen der Äthiopier an sich. Gibt es nicht schon genug Konflkite mit ihnen ? Arbeitslos, kriminell oder Ghetto ? Wieso sollen also noch mehr einwandern dürfen ?

Offiziell wird die Anzahl der Falasch Mura auf 7000 geschätzt; inoffiziell sollen es jedoch mindestens 10.000 sein.
Aber nicht nur die Regierung sträubt sich. Nun machen die eingewanderten Äthiopier mobil. Wenn die Falasch Mura nach Israel einwandern, dann werden sie von den jüdischen Äthiopier geächtet. Man wolle keine Christen hier, die hinterher nur eines im Schilde führen; nämlich die Mission der jüdischen Äthiopier zum Christentum. Die Falasch Mura wollen sich nur breitmachen, Geld vom Staat abkassieren und ihre Mission ausüben. Das wiederum bringt den jüdischen Äthiopiern einen schlechten Ruf ein. Am Ende heißt es dann, dass alle Äthiopier christliche Missionare seien, denn wer könne da am Ende noch die Guten von den Bösen unterscheiden ?

Im Falle einer "Falasch Mura - Aliyah" geht der Schuß in zweierlei Maß nach hinten los. Erstens holt man sich Leute ins Land, die hier absolut nichts verloren haben und dem Staat nur eine Bürde sind. Und zusätzlich werden sie von ihren eigenen äthiopischen Landsleuten geächtet. Was soll also werden? Eine christliche Ghettobildung ? Zu guter Letzt herrscht hinterher wieder das große Reuegeschrei, die Falasch Mura aufgenommen zu haben und keiner wird wissen, wohin mit ihnen.

 

Dieser Artikel stammt aus Miriam Wölkes Blog "Hamantaschen"

 
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"Grundsätzlich ist uns Christen seit Beginn an das Gespräch mit unseren „älteren Brüdern und Schwestern" (Papst Johannes Paul II.) als Aufgabe gegeben; denn schon in den frühesten Zeugnissen unseres Glaubens klärt der Apostel Paulus, dass das jüdische Volk der Grund des Christentums ist und er warnt vor Überheblichkeit:

„Denn nicht ihr tragt die Wurzel sondern die Wurzel trägt euch." (Brief an die Römer 11,18) Unmissverständlich stellt Paulus klar, dass das Heilsversprechen Gottes an das auserwählte Volk andauert. […] Wir können nur demütig mit den Päpsten Johannes Paul II. und Benedikt XVI. um die Gnade der Versöhnung bitten, sowie die Aufgabe annehmen, die uns das II. Vatikanische Konzil noch einmal einschärft, nämlich aktiv gegen „alle Hassausbrüche, Verfolgungen und Manifestationen des Antisemitismus, die sich zu irgendeiner Zeit und irgendjemand gegen Juden richten" (Nostra aetate 4) aufzustehen und mit allen uns zur Verfügung stehenden Mittel vorzugehen."

Stadtdechant Dr. Michael Dörnemann (Katholische Kirche, Bistum Essen) in einem Grußwort anlässlich des Pessach-Festes, an die Jüdische Gemeinde „Duisburg – Mülheim/Ruhr - Oberhausen“

 

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