Die Stellung der Ehe im Judentum


Eine Text und Quellensammlung

Ein Bild für die innige Verknüpfung Gottes mit Israel (z.  B. Hos. 1, 20ff.)

In Gegenwart von 10 Männern werden Segenssprüche (Birchot nissu-in), die die Ehe als göttliche Institution (juedisches-recht.de) feiern und für die Zukunft der Ehegatten den Segen Gottes erflehen, vorgetragen.  Da die eigentliche "Einsegnung" von seiten eines Geistlichen dem J.tum fremd ist, war nur die Zuziehung eines mit den Bestimmungen des j. E. vertrauten Mannes erforderlich. Jer. 3, 1 steht allegorisch für die Rückkehr Israels zu Gott anwendet, wird damit begründet, daß die Frau durch die Ehe mit dem zweiten Mann für den ersten unrein geworden ist.

Es finden sich auch im j. Schrifttum manche Bemerkungen, welche die Scheidung, d. h. die willkürliche Auflösung der Ehe durch die Ehegatten, vom moralischen Standpunkt aus gänzlich ablehnen.  So wird bei der Erörterung der zulässigen Scheidungsgründe im Talmud bemerkt: "Wer sich von seiner Jugendgefährtin scheidet, über den vergießt selbst der Altar Tränen" und "Wer von seiner Frau sich scheidet, ist verhaßt vor Gott" (b. Gitt. 90a und b).  Diese moralischen Erwägungen mögen ein Zeichen jener Strömungen innerhalb des j. Volkes sein, welche dann in den Evangelien zur Proklamierung der völligen Unauflösbarkeit der Ehe geführt haben.

Im Talmud (Jebamot 62b-63a) heißt es: „Jeder Mensch, der keine Frau hat, lebt ohne Freude, ohne Segen, ohne Gutes... Jeder Mensch, der keine Frau hat, ist kein Mensch; denn es heißt: ,Als Mann und Frau erschuf er sie ... und nannte sie Mensch. (Gen 5,2).“ (G. Stemberg - Jüdische Religion)


Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und sie werden ein Fleisch sein. (Gen. 2,24)
 

 

Eine reiche alte Römerin fragte Rabbi Josi ben Chalafta einmal: „In wie vielen Tagen hat Haschem die Welt erschaffen?“„In sechs Tagen“, lautete die schnelle Antwort. Sie fragte: „Und was tut er seither?“ „Er ist damit beschäftigt, Ehen zu arrangieren: dieses Mannes Sohn soll jenes Mannes Tochter heiraten.“ „Das kann ich auch“, erwiderte die Frau. Die alte Frau versuchte ihre Mägde und Diener mit einander zu verheiraten, doch es endete in einem Disaster, die frisch vermählten stritten und schlugen sich. „Vielleicht hältst du es für einfach, die Richtigen zusammen zu bringen. Aber Haschem hält es für ebenso schwierig wie das Teilen des roten Meeres!“, sprach Rabbi Josi und die Römerin erkannte die Weisheit der Torah. (Paraschat Chaje Sara, Gedanken und Einsichten des Lubawitscher Rebbe)

 
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Es ist nicht vertretbar "Juden mit den außerhalb des biblischen Gottesglaubens stehenden Menschen und Völkern gleich zu stellen, noch den ihnen fehlenden Glauben an Jesus zum entscheidenden Kriterium für ihre Zugehörigkeit zu Gott und zum Bereich seines Heils zu erklären“

[...]

„Unbestritten bleibt für Paulus bei alledem, dass Israel auch weiterhin in besonderer Weise mit Gott verbunden ist, obwohl es sich in seiner Mehrheit der Botschaft von Jesus als seinem Messias und Herrn verschloss: Es ist aufgrund der ihm von Gott verliehenen Heilsgaben (Röm 9,4f) bleibend erwählt und damit Gottes Volk (Röm 11,2). Die weltweite Völkermission ist der endzeitlichen Sammlung Israels zugeordnet als deren Vorbedingung. Weder ist Israel vom Heil getrennt, noch ist es eingeebnet in die Völkerwelt – als ein Volk unter anderen. Grundsätzlich bleibt der Auftrag zur Sammlung Israels als des Gottesvolkes des Anfangs bestehen (Gal 2,7); aber er ist hinsichtlich seiner Durchführung geschieden vom Auftrag zur weltweiten Völkermission.“

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