Banken verweigern Kredite für Gemeindebau

Jahrelange ging Alexander Epp mit seiner Idee ein eigenes Kirchengebäude zu bauen hausieren und verkaufte seinen Anhängern die Idee von einem „Haus Gottes“. Nun muss die Gemeinde einsehen, dass der Bau einer „Megachurch“ mit Platz für über 500 Besucher versandet.

Zwar hat der Verein 2007 ein ehemaliges Verwaltungsgebäude der Telekom plus Grundstück erworben und mit dem Bau des neuen Gebäudes bereits begonnen, doch die Banken verweigern jeglichen Kredit.

Banken verweigern der Evangeliumskirche Glaubensgeneration einen Kredit

Alexander Epp hat den Schuldigen für die Miesere bereits ausgemacht. Nicht wirtschaftliche Bedenken, nicht seine ständig klammen Kassen sind daran Schuld, dass das Gebäude nicht von den Banken finanziert werden kann, sondern ein junger Mann aus Oberhausen.

Dabei appelliert der gebürtige Kasache an die niedersten Gefühle der Menschen. Der junge Mann sei ein Jude, ein „radikaler Judaist“, schreibt Epp in einem Pamphlet, welches er ohne ein Impressum an die Bewohner von Großenbaum verteilen ließ. Er hasse das Christentum und hätte sogar ein jüdisches Mädchen aus seiner Gemeinde geheiratet, um es aus seiner Kirche „herauszuführen“.  Beweise führt Epp nicht an, offensichtlich in der Hoffnung es würde bereits ausreichen einen Juden in seiner Mitte enttarnt zu haben.

Dieser Jude ist es dann auch gewesen, der alleinigst negativ über seine Gemeinde berichtet hatte, so konnten die Banken nicht anders und lehnten seinen Wunsch nach einem Kredit ab. Wer hier an Verschwörung denkt, der ist offensichtlich in bester Gesellschaft.

Weiter erklärt sich Epp, stehe er keiner Sekte vor und befinde sich mit seiner Freikirche auf dem Pfad des Christentums , schließlich erkenne er das „Apostolische Glaubensbekenntnis“ an. Dabei erklärte er den Autoren des Buches „Mission Gottesreich – Fundamentalistische Christen in Deutschland“ bereits im Sommer 2008: Die Sektenbeauftragten der großen Kirchen  würden negativ über ihn berichten „Sie versuchen, sich selbst zu beweisen, dass wir eine Sekte sind.« Diese Ansicht würden sie dann heimlich unter ihren Leuten verbreiten.“.

Auch vor dem Bürgermeister der Stadt Duisburg stoppt Epp nicht und macht sich lustig über ihn. „Der habe ihn nach seiner theologischen Bildung gefragt. »Ich habe keine, ich bin LKW-Fahrer.« Der Prediger lacht. Auch viele der Gläubigen schmunzeln oder kichern. Doch ihm sei das egal, flüstert Epp eindringlich seiner Gemeinde entgegen.“ So egal, dass sich auch Duisburger Bezirksvertreter von Epp „ausgetrickst“ vorkommen, wie es bereits vor einigen Monaten in der WAZ zu lesen war.


Alexander Epps Töne überraschen den kritischen Beobachter nicht. Eines ist allerdings neu, der Prediger schämt sich nicht mehr seine Fantasien auch in deutscher Sprache zu veröffentlichen und unter die Leute zu bringen. Ganz der Staatsmann sendet er „Das Wort des Pastors“ an die Großenbaumer und druckt es in Farbe auf Glanzpapier. Doch Deutschland ist nicht Kasachstan und bei nüchterner Betrachtung bleibt nicht viel vom Epp-Imperium übrig, als ein Mann welcher zur Gewalt in der Kindeserziehung aufruft, Homosexuelle diskriminiert, andere Religionen missachtet und an böse Geister glaubt, die er in seiner Kirche austreiben will.


Auch die Banken haben sich korrekt verhalten, denn sie handeln in erster Linie nach wirtschaftlichen Aspekten. Eine gerade erst vom Sohn des Gemeindevorstehers gegründete GmbH (WERA Medienagentur) kann wohl kaum Garantien bieten, um einen Kredit abzusichern. Auch die Masse der Russlanddeutschen, die der Gemeinde angehören wird sicherlich nur unter Schwierigkeiten für einen Kredit bürgen können. Letztendlich stellt sich auch die Frage nach den Erlösen des Vereins. Dieser bestreitet sein Auskommen neben dem Verkauf von Predigten auf CD und DVD hauptsächlich aus Spenden, dem so genannten Zehnt. Bleiben Besucher aus oder spenden diese weniger, so ist der Verein pleite, das Geld weg. Die anbrechende Finanzkriese ist in diesem Zusammenhang ebenfalls nicht unbedeutend.

 


 Laut Presseberichten soll das Gebäude rund 2,6 Millionen Euro kosten. Geht man von selbst eingebrachten 400 000 € aus, so würden bei einem mit 5% verzinsten Kredit allein die Zinsen mit 110 000 € im ersten Jahr zu Buche schlagen. Dabei wäre noch keine einzige Rate getilgt worden.


 

Wer unter solchen Rahmenbedingungen von den Banken eine andere Entscheidung verlangt, hat den Bezug zur Realität verloren, der sieht nur Schwarz und Weiß.

„[…] so berichten Aussteiger, eine klare Zweiteilung der Welt. Das Leben in der Gemeinde sei gut, außerhalb schlecht. Der Leiter versuche, die Mitglieder der »Glaubensgeneration« abzuschirmen. Die meisten würden deshalb ihre Freizeit fast ausschließlich in der Gemeinde verbringen. Wer die Überzeugungen der Gemeinschaft nicht mehr uneingeschränkt teile oder die Gemeinde sogar verlassen habe, bekomme den Druck des Gemeindeleiters zu spüren. Prediger Alexander Epp schreibt auf der eigenen Internetseite: »Wenn wir zu Jesus gekommen sind, ist es sehr wichtig, dass wir eine Mauer um uns herum bauen! Wir müssen uns Gedanken darüber machen, wie wir uns vor unserem Feind schützen können!« Der Referent für Sekten- und Weltanschauungsfragen der Evangelischen Kirche im Rheinland, Andrew Schäfer, beobachtet, dass sich die »Glaubensgeneration« immer stärker nach außen abschotte. Der Düsseldorfer Pfarrer hat auch den Eindruck, dass die Kontrolle der Mitglieder in den vergangenen Jahren zugenommen habe und sich inzwischen auf viele Lebensbereiche erstrecke. Ihm lägen außerdem Berichte vor, dass Mitglieder der Gemeinschaft zu »erheblichen Spendenzahlungen« gedrängt würden. Darüber hinaus kritisiert er auch Teufelsaustreibungen und sogenannte Befreiungsdienste in der Gemeinde und den damit verbundenen Dämonenglauben.“

Quelle: Mission Gottesreich – Fundamentalistische Christen in Deutschland von Oda Lambrecht und Christian Baars


Vor um sich greifenden Fundamentalismus sind einst Russlanddeutsche nach Deutschland geflohen, doch in unserer Gesellschaft kamen längst nicht alle an.


Wir danken den Großenbaumern, die unser Projekt unterstützen und diesen Beitrag ermöglicht haben. Einige unabhängige Pressestimmen finden Sie hier.

 
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