Das Ende der Welt

von Miriam Wölke

Als ich heute früh durch die Tel Aviver Innenstadt ging, quatschte mich eine etwas hippiemässige ältere Dame an. Sie war so furchtbar nett zu mir, dass sie mich sogar vor dem Ende der Welt bewahren wollte. Laut besagter Dame sei das Ende nämlich sehr nahe.
Und wenn ich nicht glaube, dann fahre ich zur Hölle.

Nun, ganz so deutlich drückte sie sich nicht aus, sondern meinte eher, dass ich die nahende Apokalypse nicht überleben werde.
Ich fragte sie, von welcher Gruppe (ich vermied den Begriff "Sekte") sie denn sei und sie nannte mir irgendein erfundenes Blabla was die Zeugen Sowie oder die Scientology Church darstellen könnte. Leider ist in Tel Aviv die Scientology Church unter vielen Deckmäntelchen besonders aktiv.

Die Dame hielt mit ein knallgelbes Schreiben unter die Nase, welches mit Bibelversen oder was auch immer nur so gespickt war. Sie begann zu zitieren und ich unterbrach sie nach wenigen Worten. Man sage nicht einfach eben mal so heraus einen der Namen G - ttes wie E - lo - him, sondern man forme dies (wenn nicht gerade im Gebet oder zu Lehrzwecken) in E - lo - kim um. Auf diese Weise wird nicht G - ttes Namen nicht umsonst verwendei oder einfach nur so aus Spaß an der Freud.

 


Die Dame antwortete, dass dies ja nur die Religiösen einhalten und ich mente, dass sie, bevor sie sich mit all den Themen beschäftige, noch einiges lernen müsse. Daraufhin machte sie sich mit ihrem Papier davon und ich werde den Weltuntergang nicht überleben. Das habe ich nun davon.

Dieser Vorfall zeigt wieder einmal mehr, dass man die Leute nicht nach ihrer Kleidung einschätzen sollte. Sie sah mich in einer Jeans und schwarzem Shirt und dachte, ich sei säkuler, habe eh Null Ahnung und lasse mich beschwatzen. Tja, Pech gehabt !
 
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"Der „Missionsbefehl“ bzw. „Taufbefehl“ (Mt 28,19) rechtfertigt keine Mission von Nichtjuden an Juden, sondern er fordert die Apostel auf, sich (als Juden, die sie sind) den nichtjüdischen Völkern ‚missionierend’ zuzuwenden, um sie in die Nachfolge zu rufen, sie zu taufen und die Gebote Jesu zu lehren. Unter „allen Völkern“ sind die nichtjüdischen Völker zu verstehen. Es geht also um die Begründung der jüdischen „Heidenmission“ durch Jesus.

Im Neuen Testament gibt es keinen Beleg für eine heidenchristliche Mission an Juden. „Kommt das Neue Testament auf die Welt der Völker zu sprechen, so sind die Völker in der Regel Gegenbegriff (Relationsbegriff) zu Israel. Die Völkerwelt wird von Israel her anvisiert“ (Georg Eichholz, Begriff „Volk“ im Neuen Testament, in: ders., Tradition und Interpretation, München 1965, 79).

Der Ratsvorsitzende Manfred Kock hat dies vor der EKD-Synode 1999 deutlich gemacht: „Israel ist der erste Zeuge Gottes vor der Welt und seiner Bestimmung nach ‚Licht der Völker’ (Jes 42,6; 49,6). Die Kirche hat ihre Sendung (Mission) an die Völker in Teilnahme und Teilhabe an dem Zeugendienst Israels vor der Welt zu verstehen. Israel und die Kirche sind gemeinsame Zeugen Gottes vor der Welt. Die Beauftragung der Kirche zur Mission richtet sich nicht an Israel, sondern nach Mt 28 an die ‚Völker’. Damit ist nicht Israel gemeint, damit ist Israel auch nicht mitgemeint. Deshalb ist die Sendung der 12 Jünger an Israel (Mt 10,4 f.) von der Mission an die Völker (Mt 28,16 -20) zu unterscheiden. In der Sendung Jesu an Israel geht es um die Umkehr im Bund, die Umkehr im Vaterhaus. Davon ist zu unterscheiden die den Jüngern seit der Auferweckung des Gekreuzigten aufgetragene Mission an alle Völker. Judenmission würde fälschlich voraussetzen, Israel sei von Gott verworfen, auf die Stufe der ‚Völker’ zurückgefallen“ (Unsere Zeit in Gottes Händen. Bericht des Rates der EKD, 1999)."

Evangelischer Kirchenverband Köln und Region, Die "Absage an Begriff und Sache christlicher Judenmission"

 

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