Der Papst stört die Jerusalemer

von Miriam Wölke

Als Juden kann uns der Papstbesuch im Mai völlig egal sein. Was haben wir mit dem zu tun ? Nichts, doch die Jerusalemer Juden müssen sich auf so einiges gefasst machen. Auf Straßensperren und Sicherheitskontrollen in der Altstadt und Umgebung.

Das alles ist man in Jerusalem durchaus gewohnt, denn nicht selten kommen US - Prãsidenten, Condoleeca Rice oder irgendwelche Hillary Clintons angerauscht. Der Papst jedoch bringt das Problem mit sich, dass, wenn er an der Kotel (Klagemauer) beten will, das gesamte Gebiet gesperrt wird. Bei einem US - Prãsidenten wird Verstãndnis aufgebracht, denn der Kotelbesuch ist meist von kurzer Dauer. Beim Papst hingegen soll das anders werden und außerdem plant er gleich mehrere Besuch. Religiöse Juden bringen dafür kein Verständnis auf, denn der ganze Papstauftritt grenzt an Absurdität. Wegen eines Papstes, der gemäss des Rambam (Maimonides) und anderen Kommentatoren eine Verkörperung einer götzendienerischen Religion darstellt, einer Religion, welche Juden seit Jahrtausenden verfolgt; anhand von Pogromen, Inquisition, Talmudverbrennungen, Blood Libels und neulich erst durch die Rehabilitierung eines Nazi - Bischoffs. Einer Kirche, in der Papst Pius im Zweiten Weltkrieg den Klostern anvertraute jüdische Kinder nach Kriegsende nicht mehr herausrückte; einer Kirche bekannt für ihre Judenmission (welche Kirche tut das nicht ?). Und solch ein Mensch kommt nach Jerusalem und wegen ihm sollen Juden nicht an der Klagemauer beten dürfen ?

Die Bewohner der Jüdischen Altstadt sowie viele andere Jerusalemer wollen auch während des Papstbesucher zur Kotel gehen können, ansonsten drohen sie mit Protestdemos. Sowie der Vatikan nicht sein gesamtes Gebiet bei einem Besuch der beiden israelischen Oberrabbiner sperrt, so soll der Papst gefälligst akzeptieren, dass die Kotel den Juden gehört und diese dort beten wollen. Genauso wie man es seit Jahrtausenden an der Stelle tut. Wenn nicht auf dem Tempelberg, dann halt weiter unten; solange bis der Meschiach kommt und den Dritten Tempel erbaut. Und wenn diese Zeit anbricht, brauchen wir uns um einen Papst und falsche Religionen keine Sorgen mehr zu machen.

Links:

http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3693590,00.html

Juden kommen in die Hölle

Die Kirche und der Talmud

Die gestohlenen jüdischen Kinder
 
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„Judenmission, in welchem Gewand auch immer sie daherkommt, lehnen wir ab, ohne Wenn und Aber, aus exegetisch-theologischen Gründen eben so wie aus historischen und moralischen. Der Versuch von Heiden(christen), das Volk Gottes zu missionieren, ist ein aberwitziges Unterfangen, das in den kanonischen Schriften der Kirche keinerlei Rechtfertigung hat. Das Judentum ist keine defizitäre Religion; es ist dies heute ebenso wenig, wie es dies je war. Jüdisches Selbstverständnis lebt von der gottgeschenkten Heilsgewissheit, ›dass ganz Israel an der zukünftigen Welt Anteil hat‹ (Mischna, Traktat Sanhedrin, Kapitel 10). Nur menschliche Hybris kann diese Heilsgewissheit bestreiten. [...] Juden und Christen sind je auf ihre Weise zu Zeugen des Einen Gottes ›in unserer Welt berufen‹. Wenn Christen dieses Zeugnis mit den Psalmen der hebräischen Bibel ablegen, rezitieren sie keine ›getauften Psalmen‹, sondern stimmen ein in das Gotteslob Israels, in das Bekenntnis zu dem Einen Gott.“

Tübinger Theologieprofessoren Bernd Janowski, Hermann Lichtenberger und Stefan Schreiner
 

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