Eva Gabriele Reichmann

Eva Gabriele Reichmann (* 16. Januar 1897 in Lublinitz (Oberschlesien); † 15. September 1998 in London) war eine bedeutende deutsche Historikerin und Soziologin jüdischer Herkunft. Sie trat nach 1945 besonders im Bereich der Antisemitismusforschung hervor.

Eva Reichmann (geb. Jungmann) war mit dem Rechtsanwalt Hans Reichmann verheiratet. Beide arbeiteten in der Weimarer Republik von 1924 bis zu seiner Auflösung 1939 für den Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, eine der wichtigsten Organisationen zum Schutz des Judentums in Deutschland. 1938 wurde ihr Mann im Kontext der Novemberpogrome 1938 einige Zeit im Konzentrationslager Sachsenhausen interniert. Daraufhin emigrierte das Paar 1939 nach London.

Dort arbeitete Eva Reichmann als Übersetzerin für den Abhördienst der BBC. Im Jahr 1945 promovierte sie zum zweiten Mal an der London School of Economics mit der Arbeit Hostages of Civilization, auf deutsch 1951 erschienen unter dem Titel: Die Flucht in den Hass. Die Ursachen der deutschen Judenkatastrophe. Darin analysierte sie den Untergang der jüdischen Gemeinden Deutschlands und beschrieb den spezifischen Antisemitismus der Nationalsozialisten als Sonderfall allgemeiner Fremdenfeindlichkeit gegen eine religiös-ethnische Minderheit und als Kompensation für eine tiefe „Unsicherheit im deutschen Nationalbewusstsein“. Obwohl dieser Erklärungsansatz für den Holocaust heute stark differenziert wurde und so nicht mehr vertreten wird, regte ihre Arbeit die folgende Forschung zum Thema entscheidend an.

Als eine der ersten deutschsprachigen Historikerin und selbst verfolgte Jüdin sammelte und archivierte sie Berichte verfolgter Juden und Augenzeugen für die Forschungsabteilung der Wiener Library. Als deren Leiterin wertete sie auch die Protokolle der Nürnberger Prozesse aus. Zugleich engagierte sie sich stark für die Versöhnung der Überlebenden des Holocaust und exilierten deutschen Juden mit den nichtjüdischen Bürgern der Bundesrepublik Deutschland. Dafür erhielt sie 1982 den Moses-Mendelssohn-Preis und ein Jahr darauf das Große Bundesverdienstkreuz, später die Buber-Rosenzweig-Medaille.

Eva Reichmann gilt als hervorragende Wissenschaftlerin, die direkt nach Kriegsende als betroffene Zeitzeugin den Weg zum Holocaust zu erforschen begann und damit einen wesentlichen Beitrag zur Aufarbeitung und Versöhnung leistete.

 
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