Salomea Kempner

Salomea Kempner (* 16. März 1880 in Płock; † 1940 oder später in Polen) war eine polnische Psychoanalytikerin und eine der wichtigsten Frauen in der Gründungsphase der Psychoanalyse.

Kempner studierte in Bern und Zürich Medizin und verfasste 1909 ihre Dissertation mit dem Titel Versuche zum mikroskopischen Nachweis der Narkose der Nerven. Von 1912 bis 1921 war sie als Assistenzärztin an der Kantonalen Irrenanstalt in Rheinau in der Schweiz. 1919 trat sie der Schweizerischen Gesellschaft für Psychoanalyse bei, 1922 wurde sie – zeitgleich mit Lou Andreas-Salome – in die Wiener Psychoanalytische Vereinigung aufgenommen und erregte 1923 dort mit ihrem Vortrag Der orale Sadismus Aufsehen und hohe Anerkennung. Der Text erschien 1925 als Beitrag zur Oralerotik in der Internationalen Zeitschrift für Psychoanalyse und stellt bis heute die einzige seriöse wissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesem Themenkreis dar. Kempner beschreibt darin den Fall einer Patientin, die an starkem Erbrechen leidet und sich derart stark mit dem eigenen Vater identifiziert, dass sie ihre eigene Weiblichkeit ablehnen und jeden Kinderwunsch verdrängen muss.

1923 übersiedelte Kempner nach Berlin, um am Berliner Psychoanalytischen Institut zu arbeiten. 1925 trat sie der Berliner Psychoanalytischen Vereinigung bei, die 1926 in Deutsche Psychoanalytische Gesellschaft (DPG) umbenannt und 1933 gleichgeschaltet wurde. 1934 wurde ihr – als „ausländischer Jüdin“ – die Weiterarbeit in der Berliner Poliklinik untersagt. 1935 wurde ihr und den anderen verbliebenen Juden – seitens des arisierten Vorstands unter Felix Boehm und Carl Müller-Braunschweig – der „freiwillige“ Austritt aus der DPG nahe legte.

Doch Kempner verweigerte die Emigration und nahm die Verfolgungsakte stoisch zur Kenntnis. Noch bis 1938 führte sie in ihrer Wohnung Lehranalysen durch. Zu ihren Analysandinnen gehörten Adelheid Lucy Koch (1896–1980), die nach ihrer Emigration – neben Marie Langer – als erste Psychoanalytikerin Lateinamerikas Bekanntheit erlangte, sowie die beiden Norwegerinnen Hjordis Simonsen (1899–1980) und Nic Waal (1905–1960). Sie blieb bis 1940 in Berlin, danach wurde sie im Warschauer Ghetto gesichtet, schließlich verliert sich ihre Spur.
 
-.png   +.png



Zu Jewish-Dating.de - Der kostenlosen, jüdischen Kontakt- und Singlebörse wechseln!

Evangeliumskirche Glaubensgeneration in Mission Gottesreich "Eine umfassende Übersicht über die Evangelikale Szene in Deutschland. Uneingeschränkt empfehlenswert!"

Image
Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen

Wir wehren uns gegen Judenmission

 

     
Juden & Jesus
                  
                                        
Antizionismus


Zionismus

Aktuell arrow Wissen arrow Berühmte Juden arrow K arrow Salomea Kempner
© Februar 2012 Maschiach.de // Roman Gorbachov // Blog // Umsetzung // Datenschutzerklärung // Impressum