Lena Gorelik: Meine weißen Nächte

Lena Gorelik: Meine weißen Nächte Im Alter von 12 Jahren kam Lena Gorelik mit Eltern, Großmutter und Bruder als Kontingentflüchtling nach Deutschland, wo sie die erste Zeit in einem Aufnahmelager in beengten Verhältnissen lebte. Ohne deutsche Sprache unterschied sie die Schulfächer nach den Farben der Hefte, grün=Erdkunde…

Sehr schnell lebte sie sich ein, knüpfte Kontakte und beobachtete sehr genau, worin sich russisches Leben von deutschem unterscheidet. Da ist z.B. die überbesorgte Mutter, die mehrmals am Tag anruft, ob sie schon gegessen habe. Wann sie denn heiraten möchte und warum der jetzt 30jährige Bruder noch keine Freundin habe, er wird doch nicht…? – Da ist die vergessliche 87jährige Großmutter, die im Geiste in St-Petersburg bei ihren Freundinnen geblieben ist.

Andererseits wird sie wegen der russisch-jüdischen  Herkunft auf Schritt und Tritt mit den deutschen Klischees über Russen  und Israel konfrontiert. Das führt oft zu witzigen bis absurden Situationen, bei denen Anja –so der Name der Romanfigur- auch ihre unbequemen Standpunkte mutig vertritt.

Besonders berührend finde ich die Gegenüberstellung des neuen Alltagslebens mit den wehmütigen Erinnerungen an das glückliche Aufwachsen in Russland. So wird Anja zur Vermittlerin zwischen den russisch-jüdisch-deutschen Welten und den oft sehr unterschiedlichen Lebensplanungen, die das Verständnis oft schwer machen.

Die lebendige deutsche Ausdrucksweise macht das Lesen auch für diejenigen zum Vergnügen, die noch nicht so gut Deutsch sprechen.  – Inzwischen hat Lena Gorelik ein Journalismus-Studium mit dem Schwerpunkt „Osteuropa“ abgeschlossen und zwei weitere Bücher veröffentlicht: „Hochzeit in Jerusalem“ erzählt von der Schwierigkeit eines jungen Mannes, der plötzlich erfährt, dass er aus einer jüdischen Familie  stammt. So gerät er in einer Internet-Gesprächsrunde an Anja, die ihm bei seiner Suche nach einer jüdischen Identität hilft. Beide beschließen eine Reise nach Israel, der sich überraschenderweise auch Anjas ganze Familie anschließen möchte. Einer großen Zahl von Verwandten aus verschiedenen Ländern, die für Anja völlig unbekannt sind, entkommen Anja und Julian, indem sie israelisches Alltagsleben erforschen.

So gelingt es Lena Gorelik mit leichter Hand, auch oft schwere Probleme anzusprechen.  Ihre dritte Veröffentlichung schildert eine Reise mit einem guten Freund, dem sie St. Petersburg mit seinen Menschen und seinen Sehenswürdigkeiten näherbringt.

 
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