Abba Kovner (* 1918 in Sebastopol; gest. 25. September 1985) war ein hebräischer Schriftsteller und Widerstandskämpfer.
Kovner wuchs in Wilna auf und war als Jugendlicher Mitglied in der Jugendbewegung Haschomer Hazair. Sein Plan, nach Palästina auszuwandern, wurde durch den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs vorerst vereitelt. Während der deutschen Besetzung von Wilna blieb Kovner in dieser Stadt, zunächst unter dem Schutz von Nonnen aus einem Kloster, und später im Ghetto. Als einer der Leiter des Ghettos Wilna beteiligte sich Kovner am bewaffneten Aufstand und veröffentlichte ein Manifest, worin er die Juden aufforderte, sich „nicht wie Schafe zur Schlachtbank“ führen zu lassen. In den Wäldern um Wilna bekämpfte er als Kommandeur der Fareinikte Partisaner Organisatzije die deutschen Besatzer.
Später gehörte Kovner zu den Gründern der Untergrundbewegung Bricha und organisierte die Fluchthilfe für Hunderttausende von Menschen, die aus Osteuropa in den entstehenden Staat Israel flüchteten. In den letzten Jahren des Krieges und den frühen Nachkriegsjahren war er in der Nakam aktiv. Um Rache an den Nazis für die 6 Millionen ermordeten Juden zu nehmen, reiste er 1945 nach Tel Aviv um Giftstoffe zu beschaffen, wurde aber bei seiner versuchten Rückkehr nach Europa vom britischen Geheimdienst verhaftet und zu einer Gefängnisstrafe in Ägypten verurteilt. Während dieser Zeit schrieb er in Ägypten das Gedicht Ad lo or ("Bis es kein Licht mehr gibt", 1947).
Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis wurde er Mitglied des Kibbuz En HaChoresch und wurde zu Beginn des israelischen Unabhängigkeitskrieges in der Givati-Brigade aufgenommen. In den folgenden Jahren veröffentlichte er weitere Gedichtbände sowie eine Prosa-Trilogie mit Erinnerungen an die Givati-Brigade.
1970 wurde er mit dem Israel-Preis ausgezeichnet. Er starb 1985 am zweiten Tag des jüdischen Neujahrsfestes und wurde in seinem Kibbuz En HaChoresch (Scharonebene zwischen Netanya und Hadera) begraben. Der israelische Politiker Meir Vilner war sein Cousin. |