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Der Begriff "Judenmission"
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"Judenmission" bezeichnet nicht eine Missionierung von Nichtjuden durch Juden, sondern benennt Juden als Objekt einer Mission, die traditionell von Christen ausgeht. Es handelt sich dabei um den bis heute andauernden Versuch, die Juden als Volk und als Religion zum Glauben an Jesus als den Christus zu bringen. Darunter wurde und wird im Christentum immer die Taufe, die Bekehrung und Konversion, also die Aufgabe des Judeseins verstanden. Historisch ist die Judenmission untrennbar mit dem gesamtkirchlichen Antijudaismus verknüpft.
Das Judentum lehnt die christliche Judenmission aus historischen, theologischen und ethischen Gründen ab. Sie ist ein entscheidendes Hindernis im Jüdisch-christlichen Dialog, der eine Erneuerung des historisch belasteten Verhältnisses zwischen beiden Religionen anstrebt. Auch unter den Christen selber ist die Judenmission heute äußerst umstritten. Seit dem Holocaust wird sie von einer wachsenden Zahl christlicher Theologen, Gemeinschaften und Kirchen als endgültig diskreditiert und nicht mehr fortsetzbar verworfen. Hier wird das Missionieren und der Begriff zugleich abgelehnt. Stattdessen wird das messianische Versöhnungszeugnis mit den und für die Juden an den Völkern, das eine fundamentale Bejahung des Judentums und des Staates Israel einschließt, als christlicher Auftrag in den Vordergrund gerückt. Andere christliche Gruppen aus vor allem pietistischen und evangelikalen Richtungen halten dagegen an der Judenmission fest und sehen sie als biblisch begründete Pflicht, wenngleich auch hier heute die Solidarität mit Israel betont wird. Dies gilt auch und gerade für Christen jüdischer Herkunft wie die sogenannten „messianischen Juden“, die weiterhin Bekehrungsversuche an Juden nicht nur in der Diaspora, sondern auch in Israel selbst mit stark umstrittenen Methoden unternehmen. In Deutschland wird der größte Teil judenmissionarischer Aktivitäten gefördert und unterstützt von fundamentalistischen Gruppen aus dem evangelikalen und charismatischen Spektrum:der Freikirchen (Baptisten, Assemblies of God. Freie Christengemeinschaft, Heilsarmee...) - der evangelischen Landeskirchen (evangelische Allianz) sowie
- freie Werke innerhalb der evangelischen Landeskirchen (Bund für entschiedenes Christentum, CVJM, Liebenzeller Mission, Stadtmissionen) und
- Gruppen außerhalb der Kirchen, die eingetragene Vereine gegründet haben (EDI = Evangeliumsdienst für Israel, Ebenezer Hilfsfonds, Exobus, Internationale christliche Botschaft, Christliche Freunde Israels, diverse Jesuszentren)
Weitere Artikel zum Thema Judenmission: Missionarische Organisationen in Deutschland Die Besessenheit Juden zu bekehren |
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 " Eine umfassende Übersicht über die Evangelikale Szene in Deutschland. Uneingeschränkt empfehlenswert!" |
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"Nichtsdestoweniger sind die Juden nach dem Zeugnis der Apostel immer noch von Gott geliebt um der Väter willen; sind doch seine Gnadengaben und seine Berufung unwiderruflich. Mit den Propheten und mit demselben Apostel erwartet die Kirche den Tag, der nur Gott bekannt ist, an dem alle Völker mit einer Stimme den Herrn anrufen und ihm "Schulter an Schulter dienen" (Soph 3,9). Da also das Christen und Juden gemeinsame geistliche Erbe so reich ist, will die Heilige Synode die gegenseitige Kenntnis und Achtung fördern, die vor allem die Frucht biblischer und theologischer Studien sowie des brüderlichen Gespräches ist. Obgleich die jüdischen Obrigkeiten mit ihren Anhängern auf den Tod Christi gedrungen haben, kann man dennoch die Ereignisse seines Leidens weder allen damals lebenden Juden ohne Unterschied noch den heutigen Juden zur Last legen." Zweites Vatikanische Konzil, Nostra Aetate |
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Der griechische Satiriker Lukian (Lucian) von Samosata (120-ca.180 n. Chr.) schrieb um das Jahr 170 De morte Peregrini, 11 "Übrigens verehrten diese Leute den bekannten Magus, der in Palästina deswegen gekreuzigt wurde, weil er diese neuen Mysterien in die Welt eingeführt hatte... Denn diese armen Leute haben sich in den Kopf gesetzt, dass sie mit Leib und Seele unsterblich werden, und in alle Ewigkeit leben würden: daher kommt es dann, dass sie den Tod verachten und viele von ihnen ihm sogar freiwillig in die Hände laufen. Überdies hat ihnen ihr erster Gesetzgeber beigebracht, dass sie untereinander alle Brüder würden, sobald sie den großen Schritt getan hätten, die griechischen Götter zu verleugnen, und ihre Knie vor jenem gekreuzigten Sophisten zu beugen, und nach seinen Gesetzen zu leben." |
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