Auf Moses und die Propheten hören

Erkenntnisse des Christentums

ImageIn der Bibel hat sich der lebendige Gott ein für alle Mal verbindlich zu Wort gemeldet. Zu keiner Zeit hat Jesus Christus die Schrift als überholt betrachtet, sondern sie bei vielen Gelegenheiten bestätigt. Zu seiner Zeit gab es bekanntlich nur das Alte Testament.

Kennen wir uns aus in der Schrift? Ist unser Glaube – und damit unser Leben - gegründet auf „Mose und die Propheten“? Diese Bezeichnung für die Schrift kommt in dieser oder ähnlicher Form ca. 20x im Neuen Testament vor. Jesus verweist seine Nachfolger auf die Schrift und nochmals auf die Schrift und immer wieder auf die Schrift. Sie ist es die ihn bezeugt. „Die Menschen haben Mose und die Propheten; die sollen sie hören und Buße tun.

Fritz Ehmendörfer, Pfarrer im Ruhestand, 7. November 2004

Bei der Geschichte von Lazarus und dem reichen Mann lässt uns Jesus einen winzigen Blick in die Welt jenseits unserer sichtbaren Wirklichkeit tun. Für den armen Lazarus war sein Sterben keine Katastrophe, sondern seliger Heimgang. Der Arme starb und wurde von den Engeln getragen in Abrahams Schoß. „Abrahams Schoß“, so wird hier der paradiesische Ort genannt, an den die Gläubigen unmittelbar nach dem Tod kommen. Auch der reiche Mann starb, aber für ihn gab es ein furchtbares und schreckliches Erwachen dort im „Hades“. So das griechische Wort. Luthers übersetzung mit Hölle ist nicht korrekt. Denn Hölle (griechisch „Gehenna“) wird in der Bibel der Ort der ewigen Verdammnis genannt. Hier steht nicht Gehenna, Hölle, sondern Hades, welches viele mit Totenreich oder Totenwelt übersetzen. Es handelt sich dabei eher um so etwas wie einen Warteraum der Unerlösten auf das große Weltgericht. Der reiche Mann findet sich also im Totenreich wieder und leidet unsägliche Qualen, ohne Hoffnung auf Veränderungen. Aus einem Leben in Saus und Braus war er herausgerissen und hineingeworfen in ein Schrecken ohne Ende. Aus seinem irdischen Leben „alle Tage herrlich und in Freuden“ jetzt qualvolles, endloses Leiden ohne jede Hoffnung. Für ihn kann nichts mehr getan werden. Der reiche Mann bittet nun darum, dass er wenigstens seine 5 Brüder vor den Qualen, die er leidet, warnen kann. Doch er erhält die folgende Antwort: „Die Menschen haben Mose und die Propheten; die sollen sie hören und Buße tun.“ Allein so könnten die 5 Brüder des reichen Mannes noch rechtzeitig vor dem Supergau ihres Lebens gewarnt werden.

Diese biblische Botschaft ist auch für das Thema Schöpfung oder Evolution höchst aktuell. Für die überwiegende Mehrheit unserer Zeitgenossen ist die Bibel des Alten Testaments, also „Mose und die Propheten“, kein Thema. Doch als Christen können wir uns das nicht erlauben, denn dadurch bricht unser Fundament weg. Unter den Christen gibt es heute leider viele, für welche die Bibel nur aus dem Neuen Testament besteht. Im Laufe der Kirchengeschichte haben wir uns als Kirche von weiten Teilen des Alten Testaments verabschiedet. „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde“ mitsamt den Pflanzen, den Tieren und zum Schluß den Menschen. So hat es uns Gott durch Mose wissen lassen. Wie kommt es dann aber, daß heute bei uns jeder Mensch vom Kindergarten an bis hin zu den Gymnasien und Universitäten lernt, daß die Welt durch rein zufällige Entwicklungsprozesse entstanden sei? Daß der Mensch vom Affen abstamme, wird in den Schulbüchern so dargestellt als sei es eine bewiesene Tatsache. Von einem Schöpfergott ist da nicht mehr die Rede. Christliche Lehrer oder Religionslehrer suchen vielfach den Bogen zur Bibel dadurch zu kriegen, daß sie an Gott als den Urheber der Evolution festhalten. Ein Wissenschaftler meint dazu: Die sogenannte theistische (d.h. auf Gott bezogenen) Evolutionsthese ist der seltsame Versuch, eine auf Gott bezogene mit einer Gott ablehnenden Weltanschauung zu vermählen. Damit wird doch aber die Bibel überhaupt infrage gestellt. Denn wenn der Schöpfungsbericht nicht stimmt, wie kann dann Gottes Wort wahr sein. Was an der Bibel ist dann noch gültig? Dann entscheidet der Mensch, was stimmt und was nicht.



 
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"Grundsätzlich ist uns Christen seit Beginn an das Gespräch mit unseren „älteren Brüdern und Schwestern" (Papst Johannes Paul II.) als Aufgabe gegeben; denn schon in den frühesten Zeugnissen unseres Glaubens klärt der Apostel Paulus, dass das jüdische Volk der Grund des Christentums ist und er warnt vor Überheblichkeit:

„Denn nicht ihr tragt die Wurzel sondern die Wurzel trägt euch." (Brief an die Römer 11,18) Unmissverständlich stellt Paulus klar, dass das Heilsversprechen Gottes an das auserwählte Volk andauert. […] Wir können nur demütig mit den Päpsten Johannes Paul II. und Benedikt XVI. um die Gnade der Versöhnung bitten, sowie die Aufgabe annehmen, die uns das II. Vatikanische Konzil noch einmal einschärft, nämlich aktiv gegen „alle Hassausbrüche, Verfolgungen und Manifestationen des Antisemitismus, die sich zu irgendeiner Zeit und irgendjemand gegen Juden richten" (Nostra aetate 4) aufzustehen und mit allen uns zur Verfügung stehenden Mittel vorzugehen."

Stadtdechant Dr. Michael Dörnemann (Katholische Kirche, Bistum Essen) in einem Grußwort anlässlich des Pessach-Festes, an die Jüdische Gemeinde „Duisburg – Mülheim/Ruhr - Oberhausen“

 

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