Joseph Halévy (* 15. Dezember 1827 in Adrianopel; † 7. Februar 1917 in Paris) war ein französischer Orientalist und Afrikareisender.
Halévy besuchte 1868 das nördliche Abessinien, durchforschte dann im Auftrag der Académie française 1869–1870 den Jemen nach sabäischen Inschriften, von denen er 683 heimbrachte, zum Teil (550 Inschriften) in einer vorher unbekannten Schwestersprache des Sabäischen (dem Minäischen) abgefaßt. Von Hodeida aus ging er nach Sana'a, Marib (Saba) und von da nördlich über vorher unbekanntes Gebiet bis Bled Nedschran, etwas unter 18° nördl. Breite, so dass seine Reise auch in geographischer und ethnographischer Hinsicht sehr bedeutend ist.
Beachtenswert ist seine Stellung in der Assyriologie, wo er die Auffassung ablehnte, dass die Akkader ein altes asiatisches Kulturvolk wären. |