Opfer im Judentum

Stellung, Zweck und Bedeutung von Brand- und anderen Opfern im Judentum. Ein überblick über die jüdische Tradition und Wandlungsprozesse in der jüdischen Religion. Opferarten und ihre übersetzungen in der Tora

  • Olah (עלה) wird übersetzt mit: Aufstiegsopfer, Ganzopfer, Brandopfer, Holocaust
  • Mincha (מנחה) wir übersetzt mit: Speiseopfer, Getreideopfer
  • Sebach Schlamim (זבח שלמים) wird übersetzt mit: Heilsopfer, Mahlopfer, Friedensopfer
  • Chattat (חטאת) wird übersetzt mit: Sündopfer, Verfehlungsopfer, Reinigungsopfer
  • Ascham (אשם) wird übersetzt mit: Schuldopfer


Vergebung der Sünden ohne die Erbringung von Opfern

Die Ansicht, dass ohne die Durchführung von Tieropfern Juden nicht für ihre Sünden büssen können ist eine eklatante Falschinterpretation der jüdischen Bibel. Zunächst einmal waren die Tieropfer nur für unbeabsichtigte Sünden vorgesehen (3. Mose 4,1) und dienten als eine Motivation für den Einzelnen, die wahre Buße zu tun. Als Sündopfer können nicht nur Stiere oder Tauben, sondern auch Mehl dargebracht werden, "Kann er aber auch die zwei Turteltauben oder die zwei jungen Tauben nicht aufbringen, so bringe der, welcher gesündigt hat, als seine Opfergabe ein Zehntel Epha Feinmehl als Sündopfer dar." (3. Mose 5,11) Zahlreiche Stellen, darunter Hosea 14, informieren uns darüber dass unsere Gebete heute den Platz von Opfern einnehmen. Zusätzlich lesen wir: “Die Opfer G-ttes sind ein gebrochener Geist, ein gebrochenes, zerschlagenes Herz” (Psalm 51,19) und “Ich habe gefallen an Güte, und nicht Opfern, an der Erkenntnis G-ttes, mehr als an Brandopfern.” (Hosea 6,6). Durch Reue, Gebet, Fasten und rechtes Handeln, lehrt die Torah, hat jeder die Möglichkeit, zu G-tt unmittelbar zurückzukehren.

Dieses Prinzip ist in den Büchern Jona und Esther sehr schön dargestellt, wo sowohl Juden als auch Nichtjuden bereuten, zu G-tt beteten und ihnen vergeben wurde - ohne die Erbringung von Opfern. Unsere persönliche Beziehung zu G-tt erlaubt es, uns direkt zu jeder Zeit an Ihn zu wenden, wie es in Malachi 3,7 und Sacharja 1,3 heißt: “Kehre um zu mir und ich kehre um zu dir.” und in Ezechiel 18,27, “wenn der Frevler umkehrt von seinem Frevel, den er tat, und Recht und Wahrhaftigkeit tut, der belebt seine Seele.” König Salomon sagte, daß der Hauptzweck der Menschheit ist, an G-tt zu glauben und seine Gebote zu halten, wie es im Buch Ecciesiastes (Kohelet) 12,13-14 steht: “Am Ende der Rede ergibt sich als alles zu hören. Fürchte G-tt und hüte seine Gebote, denn dies ist der Mensch allzumal.” (Deuteronomium 30,1 1-14) lehrt, daß dieser Weg zu G-tt ganz sicher innerhalb unserer Möglichkeiten liegt.


Die Tempelzerstörung und Verschriftlichung der Ersatzhandlungen

Die Rabbinen diskutieren nach der Tempelzerstörung darüber, welche Handlungen nun an die Stelle der Tieropfer treten könnten. Sie kamen zu drei Ergebnissen:

 

  • das Gebet (damit ist die Amida gemeint)
  • gute Werke
  • das Studium der Tora

 

Auf der Basis von prophetischen Texten wie Hosea 14,3 oder Psalm 51,17-19, eine Umfangreichere Quellensammlung finden Sie im Anschluß an diesen Artikel, setzte sich schließlich rechtsgültig das Gebet als liturgische Opfer-Ersatzhandlung für die tägliche Olah durch. Im Judentum wurde das Gebet daher eine religiöse Pflicht, die wie das antike Opfer zu festgelegten Zeiten (Morgens und Nachmittags) mit einem festgelegten Bittenkanon erfüllt wird.




Quellensammlung:

Äußerliche G-ttesdienste sind unzureichend - Die so erbrachten Opfer sind überflüssig

1 Samuel 15,22
Amos 5,22
Jeremia 6,20
Jesaja 1,11-14
Micha 6,7
Hosea 6,6
Psalm 51,17-19


Brand und Speiseopfer sind faktisch für Sühne nicht nötig

3. Mose 5,11
Amos 5,25
Micha 6,8
Hosea 14ff


Weiterführende Informationen zum Thema Opfer im Judentum:

Sidra Wajikra: Die Begründung der Opfer
Paraschat HaSchawua kommentiert von Nechama Leibowitz

Parashat Vajikra (Leviticus 1-5)
Von Eli Erich Lasch und Cornelia Fuchs

Wikipedia Artikel zum Thema Opfer im Judentum
Kurzer Überblick
 


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