Jonas Edward Salk (* 28. Oktober 1914 in New York City, † 23. Juni 1995 in La Jolla (Kalifornien)) war ein US-amerikanischer Arzt und Immunologe. Er entwickelte die Totimpfung gegen Kinderlähmung (Polio).
Salk wurde am 28. Oktober 1914 in New York City geboren. Dort besuchte er auch das College und studierte anschließend Medizin an der New York University. 1939 wurde er zum Doktor der Medizin (Medical Doctor) promoviert.
Seine erste Tätigkeit als Arzt nahm Salk am Mount Sinai Hospital in New
York auf. Später forschte er an der University of Michigan über
Grippeimpfstoffe. 1947 berief man ihn zum Direktor eines
Virus-Forschungsinstitutes an der Universität Pittsburgh. Dort
entwickelte er als erster einen wirksamen Impfstoff gegen die durch
Viren verursachte Kinderlähmung (Poliomyelitis), den er zunächst an
sich selbst und seiner Familie erprobte. Es handelte sich um einen
Totimpfstoff, bei dem die Polioviren mit Formalin abgetötet wurden.
Durch die Abtötung der Viren konnte eine Infektion der zu impfenden
Personen und eine mögliche Verbreitung der Krankheit ausgeschlossen
werden.
In der daraufhin anlaufenden und mit mehr als einer Million Teilnehmern
bis dahin größten US-amerikanischen Impfstudie konnte Salk beweisen,
dass nicht nur aus abgeschwächten - also noch "lebenden" Viren -
funktionsfähige Vakzinen herstellbar sind. Die wichtigste Publikation
der Ergebnisse dieser Arbeit erschien im Jahr 1955, in diesem Jahr
erfolgte auch die Zulassung des Impfstoffs in den USA. Binnen kurzem
konnte die Verbreitung von Polio in den USA auf ein Fünftel
zurückgedrängt werden und heute ist die Krankheit in den
Industrienationen nahezu ausgerottet. Letzter Erfolg ist allerdings
auch auf die von Albert Sabin entwickelte Schluckimpfung
zurückzuführen, die den großen Vorteil aufweist, dass sie oral
angewendet wird und nicht wie bei Salks Impfstoff gespritzt werden
muss. Allerdings handelt es sich bei der, aufgrund der angenehmeren
Verabreichung und gleichzeitig effektiveren Schutzes populäreren
Schluckimpfung, um einen Lebendimpfstoff mit abgeschwächten Viren, der
auch einige Risiken birgt.
Trotz des großen Erfolges seines Impfstoffs distanzierten sich viele
Kollegen von Salk, da er ungeschriebene Gesetze der "Scientific
Community" missachtete. So unterließ er es, entscheidende Vorarbeiten
von Mitarbeitern und Kollegen zu würdigen; zu nennen wären hier u. a.
die Mikrobiologen und Epidemiologen John F. Enders, Thomas H. Weller
und Frederick C. Robbins. Dagegen trat Salk mit eitler Attitüde an die
amerikanische öffentlichkeit. Von dieser wurde er jedoch wie ein Held
gefeiert: viele Straßen, Brücken und Schulen sowie auch die neue
Impfung wurden nach ihm benannt.
Salk entschloss sich später, ein eigenes wissenschaftliches Institut zu
gründen. Dieses wurde 1967 in La Jolla, einem Vorort von San Diego
(Kalifornien), eröffnet. Heute ist das Salk Institute ein international
renommiertes biomedizinisches Forschungszentrum.
In den letzten Jahren seines Lebens bemühte sich Salk um die
Entwicklung eines HIV-Impfstoffs. Salk starb am 23. Juni 1995 in La
Jolla (Kalifornien).
Dieser Artikel basiert auf den Inhalten der Wikipedia und steht daher unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation |