Menora im Fenster?

Image Lieber Freund! Ich sage Freund, da Du in deinem Fenster etwas stehen hast, was uns verbindet. Vermutlich kennen wir uns nicht, doch trotzdem haben wir etwas gemeinsam. In deiner Wohnung, wie auch in meiner Wohnung steht ein Gegenstand, der ein uraltes Symbol meiner Kultur darstellt. Ich rede von der Menora, es ist ein 7-Armiger Leuter, seine Arme sind gebogen und zeigen gen Himmel. Ich gehöre dem Volk der Juden an, für uns ist der Besitzt einer Menora heilige Tradition, der Bau penibel genau aufgeschrieben in dem Buch, das wir Juden als „Baum des Lebens“ bezeichnen und das Teil deiner „Bibel“ ist (2. Buch Mose (Exodus) 25,31-40 ).
Eine Menora erinnert uns Juden stets daran, dass die Welt mehr birgt, als man auf den ersten Blick erkennen kann, dass wir Gottes Wort gehorchen und in vollkommener übereinstimmung mit Gottes Ratsschluss leben möchten. Als unser Volk aus ägypten zog, da hatten wir eine Menora bei uns und als wir in Jerusalem unseren heiligen Tempel erbaut hatten, so stellten wir dort auch Menorot auf. Seit unserem Exil, unserer Vertreibung aus dem uns gelobten Land, symbolisiert die Menora auch etwas anderes, einen Gegenstand der nicht benutzt wird, nicht benutzt werden darf bis zu einem bestimmten Augenblick. Seit der Zerstörung unserer beider Tempel zünden wir das Feuer unserer Menorot nicht an. Wir bestücken sie auch nicht mit Kerzen. Eine Menora an zu zünden, würde bedeuten, dass wir die Hoffnung auf Frieden, die Rückkehr in unsere kulturelle Heimat und auf den Wiederaufbau unserer Kultstätten aufgegeben haben.

Leider mussten sich auch in Deutschland viele jüdische Menschen, auf eine tragische Art und Weise von Ihrer Menora trennen. Mit diesen Menschen verlor sich auch der Sinn und die Bedeutung der Menora in der Umwelt dieser Menschen, sie wurde zu einem profanen Gegenstand. Vielleicht hast auch Du, in Unwissenheit über die wahre Bedeutung dieses 7-Armigen Leuchters, ein schönes Schmuckstück gekauft oder geerbt.

Ich möchte Dich vom ganzen Herzen bitten, den mir so wichtigen Gegenstand so zu benutzen, dass unsere jahrtausendealte Tradition gewahrt und respektiert bleibt.

Vielleicht wäre es auch in Deinem Sinne die Menora, die in deinen Besitz ist an mich zu veräußern oder Sie einer jüdischen Gemeinde zu überlassen, damit Sie wieder in jüdische Hände, in einen jüdischen Haushalt übergeht? Wie immer du dich entscheiden magst, in deiner Wohnung steht ein Gegenstand, der mehr birgt, als ein einfacher Leuchter in sich bergen kann.
 


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"Christinnen und Christen bleiben wie das Judentum auf den Selbsterweis des kommenden Retters vom Zion angewiesen. Von daher haben sie dem Judentum nichts voraus. Darum können sie im Vergleich mit sich selbst Jüdinnen und Juden nicht als defizitär bestimmen. Sie bilden zusammen mit Jüdinnen und Juden eine Solidargemeinschaft der Wartenden, in der sie im missionarischen Zeugnis vor der Welt der Völker und im wechselseitigen Zeugnis voreinander dem Gott Israels die Ehre geben. Darum hat die Rheinische Landessynode 1996 den Grundartikel der Kirchenordnung so erweitert: „Mit Israel hofft sie auf einen neuen Himmel und eine neue Erde.“ "

[...]

"...die Frage, ob Juden, die sich zu Christus bekehren, zugleich Juden bleiben können, zunächst von der Kirche negativ beantwortet, bevor diese Antwort auch von jüdischer Seite bestätigt wurde. Der Kirchenvater Ignatius von Antiochia (+ 110) brachte dies pointiert zum Ausdruck: "Es ist völlig unangebracht, Jesus Christus im Munde zu führen und (weiterhin) jüdisch zu leben; denn das Christentum ist nicht etwa zum Glauben an das Judentum gekommen, sondern das Judentum (zum Glauben) an das Christentum" (Brief an die Magnesier 10,3)."

Evangelischer Kirchenverband Köln und Region, Die "Absage an Begriff und Sache christlicher Judenmission"

 

 

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