Rückweisung von christlichen "Beweistexten"

Während er durch einen Wald reiste, bemerkte ein Mann eine Kreis, der auf einen Baum gemalt war. In dem Kreis steckte ein Pfeil, exakt in der Mitte. Einige Meter weiter bemerkte er noch einige dieser Ziele, jedesmal mit dem Pfeil genau in der Mitte. Später, als er dem talentierten Bogenschützen begegnete, fragte er ihn: "Wie hast du es geschafft ein solcher Experte zu werden, daß du mit deinem Pfeil immer genau in die Mitte des Zieles triffst?" "Es ist gar nicht so schwer," antwortete der Bogenschütze. “Erst schieße ich den Pfeil, und dann male ich das Ziel um ihn herum.”

Wenn wir christliche Beweistexte untersuchen, die angeblich auf Jesus als den Messias hindeuten, sollten wir immer die folgende Frage stellen: “Wurde der Pfeil in das Ziel geschossen, oder wurde das Ziel um den Pfeil gemalt?” Mit anderen Worten: Wurde die Stelle falsch übersetzt, falsch zitiert, aus dem Zusammenhang genommen oder erfunden? Hier sind Beispiele von verschiedenen Methoden, mit denen Missionare “ein Ziel um den Pfeil herum malen” um ihre Behauptung zu beweisen.

BEISPIEL 1: DER VERS WURDE ERFUNDEN UND EXISTIERT NICHT IN UNSEREN HEBRäISCHEN TEXTEN

Die am einfachsten zu erfüllende Prophezeiung ist eine, die man selbst erfunden hat. Das Neue Testament bezeugt dieses Prinzip, erfindet eine Reihe von “Prophezeiungen” aus dünner Luft, die es den hebräischen Schriften zuschreibt. Das Buch Matthäus im Neuen Testament erklärt, daß Jesus der Messias war, weil er in Nazareth gelebt hat. Das Neue Testament verwendet den folgenden “Beweistext”, um diese Behauptung zu machen: “und [Jesus] kam und wohnte in der Stadt, die da heißt Nazareth; auf daß erfüllt würde, was da gesagt ist durch die Propheten: Er soll Nazarener heißen.” (Matthäus 2:23). Weil ein Nazarener ein Bewohner der Stadt Nazareth ist, und diese Stadt zur Zeit der jüdischen Bibel nicht existierte, ist es unmöglich, eine solche Quelle in den hebräischen Schriften zu finden. Sie wurde einfach erfunden.

BEISPIEL 2: DER VERS IST FALSCH üBERSETZT

Ein effektiver Missionar wird mit ungenauen Zweitübersetzungen der früheren griechischen Fehlübersetzungen arbeiten und wird es vermeiden, das hebräische Original zu anzuschauen. In Römer 11:26 zitiert die christliche Bibel Jesaja 59:20 mit den Worten: “Es wird kommen aus Zion der Erlöser, der da abwende das gottlose Wesen von Jakob,” und versucht so, den christlichen Glauben zu stützen, daß der Messias uns unsere Sünden abnehmen wird. Eine genaue Untersuchung des hebräischen Originals jedoch resultiert in einem mächtigen.

Dilemma. Jesaja 59:20 sagt tatsächlich das genaue Gegenteil, “Aber für Zion wird kommen ein Erlöser, für die in Jakob, die von der Abtrünnigkeit umkehrten, spricht der H-rr” Die Rolle des Messias ist nicht, uns unsere Sünden abzunehmen, vielmehr wenn wir uns von unseren Sünden abwenden, dann kommt der Messias! Es ist ebenfalls bemerkenswert, daß viele christliche Bibeln diesen Vers in Jesaja richtig übersetzen, in Römer jedoch falsch.

BEISPIEL 3: DIE STELLE IST FALSCH üBERSETZT UND AUS DEM ZUSAMMENHANG GEGRIFFEN

In einem Versuch, die Vorstellung der “Jungfrauengeburt” zu belegen, gibt das Buch Matthäus 1 :22-23 an: “Das ist aber alles geschehen, auf daß erfüllt würde, was der H-rr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht. ‚Siehe, eine Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn gebären, und sie werden seinen Namen Immanuel heißen‘, das ist verdolmetscht: G-tt mit uns.” Missionare behaupten, dies sei die Erfüllung einer Prophezeiung aus Jesaja 7:14, die tatsächlich lautet: “Da, die junge Frau wird schwanger und gebiert einen Sohn, und sie wird ihn nennen: Immanuel, bei uns ist G-tt!”

In der christlichen übersetzung sind viele Ungenauigkeiten. Zum Beispiel,

1. das hebräische Wort “almah - نî ى ” bedeutet eine junge Frau, nicht eine Jungfrau - eine Tatsache, die von Bibelgelehrten anerkannt wird (9),

2. der Vers sagt “ha’almah - نî ن ى ” “die junge Frau”, nicht eine junge Frau – und meint damit eine bestimmte junge Frau, die Jesaja zu seinen Lebzeiten gekannt hat, und

3. der Vers sagt “sie wird ihn Immanuel nennen”, nicht “sie werden ihn Immanuel nennen”. Selbst abgesehen von diesen Ungenauigkeiten ist es offensichtlich, wenn man das Kapitel 7 von Jesaja ganz liest, aus dem dieser Vers stammt, daß die Christen diesen Vers aus dem Zusammenhang gerissen haben.

Dieses Kapitel spricht von der Prophezeiung, die dem jüdischen König Achaz gemacht wurde, um ihm seine Angst vor zwei eindringenden Königen (aus Damaskus und Samaria) zu nehmen, die sich anschickten, Jerusalem zu erobern – etwa 600 Jahre vor Jesus. Jesaja’s Prophezeiung betrifft den unmittelbar bevorstehenden Zeitraum (und nicht 600 Jahre später wie das Christentum behauptet). Im Vers 16 wird das überaus deutlich: “Denn bevor der Knabe weiß, das Böse zu verwerfen und das Gute zu erwählen, wird das Land verlassen sein, vor dessen zwei Königen du dich fürchtest.”

[(9) Einige Missionare führen an, in der antiken übersetzung der Bibel, dem ,,Septuagint", hätten 70 große Rabbiner das Wort ,,almah - نî ى” in Jesaja 7:14 als ,,parthenos - παρθένος" übersetzt, und dieses griechische Wort bedeute Jungfrau. Diese Behauptung ist aus mehreren Gründen unrichtig: 1) Die 70 Rabbiner haben das Buch Jesaja nicht übersetzt, sondern nur das “Pentateuch”, die fünf Bücher Moses. Die Einleitung zur englischen Ausgabe des Septuagint sagt folgendes bezüglich der übersetzung: ,,Das Pentateuch wird als der am besten übersetzte Teil angesehen, während das Buch Jesaja das am schlechtesten übersetzte Buch zu sein scheint.” 2) In Genesis 34:2-3 wird das Wort ,,parthenos" in Bezug auf eine Frau verwendet, die keine Jungfrau ist, eine junge Frau die vergewaltigt wurde. 3) Die komplette Septuagint-Version, die von Missionaren zum Zitieren verwendet wird, ist nicht das Original, sondern eine spätere, fehlerhafte Version.]

Tatsächlich wird diese Prophezeiung schon im nächsten Kapitel erfüllt, in dem Jesaja ein Sohn geboren wird. wie es in Jesaja 8:4 heißt: “Denn bevor der Knabe rufen kann: ‚Mein Vater, meine Mutter,‘ wird man das Vermögen von Damaskus und die Beute aus Samaria vor den König von Assyrien tragen.” Dieser Vers schließt jede Verbindung zu Jesus aus, der in den nächsten 600 Jahren nicht geboren wird.

BEISPIEL 4: WENN ER IM KONTEXT BETRACHTET WIRD, KANN DER VERS SICH NICHT AUF JESUS BEZIEHEN

Im Hebräerbrief 1:5 zitiert das Neue Testament einen Vers aus 2. Samuel 7:14, “Ich werde sein Vater sein, und er wird mein Sohn sein.” Das sei ein prophetischer Bezug auf Jesus als Sohn G-ttes. Wenn wir jedoch den ganzen Vers in 2. Samuel betrachten, so endet der Vers nicht mit den Worten, die im Neuen Testament zitiert werden, sondern fährt fort: “..., den ich wohl, wenn er sich verfehlt, durch den Stab von Männern und durch die Schläge von Menschen züchtigen werde.” Das paßt unmöglich in die Sichtweise eines “sündenfreien” Jesus der christlichen Bibel. Darüber hinaus spricht dieser Vers spezifisch über König
Salomon, wie es aus 1. Chronik 22:9-10 hervorgeht: “Sein Name wird Salomon sein ... er wird ein Haus für meinen Namen bauen, und ich werde ein Vater für Ihn sein, und er ein Sohn für mich.”

Die Bibel bezieht sich oft auf Personen mit dem Ausdruck “G-ttes Sohn”. Tatsächlich bezeichnet G-tt das ganze Volk Israel in der folgenden Weise: “Israel ist mein Sohn, mein Erstgeborener.” (Exodus 4:22)

ZUSAMMENFASSUNG

Diese Beispiele zeigen die Verwirrung, die angerichtet wird, wenn Missionare erst den Pfeil schießen und dann ein Ziel darum malen. Unsere Empfehlung ist es, sich immer die Zeit zu nehmen und die Textstellen sorgfältig zu untersuchen und genau zu lesen. Wenn man dieser Empfehlung folgt, wird die korrekte Interpretation überaus deutlich.

Dieser Text ist ein Auszug aus dem Handbuch gegen Judenmission „Die jüdische Antwort an Missionare“ von Rabbi Bentzion Kravitz.
Veröffenlicht und Vertrieben durch:

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"Die EKD hat sich 2000 offiziell gegen die Mission von Juden ausgesprochen. Sie seien »Gottes Volk« und müssten damit nicht bekehrt werden, um an seinem »Heil« teilhaben zu können. Außerdem sei »jeder Versuch, jüdische Menschen zum Glauben an Jesus als Messias zu führen, von vornherein durch die Hypothek der im Laufe der zweitausendjährigen Kirchengeschichte aufgetretenen Judenfeindschaft unerträglich belastet«, besonders wegen des Holocausts."

Mission Gottesreich (Oda Lambrecht, Christian Baars)

 
Agadat Bereschit c. 31

"Stumpfsinnig sind die, welche die Unwahrheit sprechen, indem sie sagen, Gott habe einen Sohn und lasse ihn töten. Wenn Gott es nicht mit ansehen konnte, dass Abraham seinen Sohn opferte ... hätte er seinen eigenen Sohn töten lassen, ohne die ganze Welt zu zerstören und sie zum Chaos zu machen? Darauf bezieht sich das Wort Salomos von dem "Einen ohne Zweiten, der keinen Sohn und keinen Bruder hat" (Kohelet 4,8).
 
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