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Juden für Jesus: Der Holocaust als Vorwand für Judenmission

Der nächste Schritt nach dem „Holocaust-Gedenktag“ heißt der Titel des aktuellen „Juden für Jesus“ Rundbriefs für Januar 2008. Der Holocaust weckt unweigerlich Gefühle in uns, ein Reflex den sich nicht nur die radikale „Tierrechtsorganisation“ Peta, in der Vergangenheit, zu nutze gemacht hat, in dem sie die Massentierhaltung mit dem Holocaust in Verbindung gebracht hat. Eine Geschmacklosigkeit, die sich einprägt.

Ins gleiche Horn schlagen dieses Jahr auch die „Juden für Jesus“. Avi Snyder, der „europäische Direktor“ lächelt dem Leser von einem Pamplet entgegen, dass explizit die Kinder der Täter zu Missionierung von Juden aufruft und sie in die Gemeinde der messianischen Juden einlädt. Der nächste Schritt nach dem Holocaust und der Erkenntnis, der durch das nationalsozialistische Regime begangenen Verbrechen, ist für ihn die Bekehrung zu Jesus und der damit einhergehende Beginn der Missionierung von Juden.

Nach den Schrecken des Krieges lebten in Deutschland praktisch keine Juden mehr. Die Gemeinden lagen brach. An gesundes jüdisches Leben war nicht mehr zu denken. Mit den Jahren erkannten die Kirchen, dass auch sie eine Schuld auf sich geladen hatten. Hitlers willige Vollstrecken waren gläubige Katholiken und Protestanten gewesen. Während der Nürnberger Prozesse beriefen sich einige Angeklagte explizit auf die Pläne Martin Luthers, die Juden zu vernichten. Die Erkenntnis der eigenen Schuld ließ die Kirchen ihre Rolle und Anteil an dem Terror-Regime der Nazis erkennen. Der Vatikan näherte sich Juden und Muslimen an, die Protestanten kodifizierten in ihrer Kirchenverfassung den Verzicht auf die Judenmission.

Nach dem Zerfall der Sowjetunion, schaffte die Regierung Kohl, die Voraussetzungen für die Einreise von Juden aus den GUS-Staaten. Sie sollten, so der kühne Plan, das kollabierte jüdische Leben in Deutschland sanieren. Die Beziehung zwischen Juden und Deutschen schienen sich zu stabilisieren. Evangelische Pfarrer besuchten Synagogen, christliche Gemeinden reisten nach Israel. Aus Juden Christen zu machen, war nicht vorgesehen.

Judenmission kam erst wieder zur Sprache, als amerikanische und russische Missionare nach Deutschland strömten. Russische Juden waren eine leichte Beute für sie. 70 Jahre sowjetische Isolation, das Verbot jüdische Feste zu feiern und Bräuche zu leben, haben aus gläubigen Juden, bekennende Atheisten gemacht. Atheisten aus dem Nichtwissen, um die eigene Identität und Kultur.

Die Honorar-Missionare haben Zeit und sie haben Geld, um schmierige Texte über den Holocaust zu schreiben und Juden für ihre Ziele zu missbrauchen. Zu ihren Methoden gehören Besuche alter Menschen, sie halten sich vornehmlich dort auf wo der Tod lauert, wo Krankheit und Sucht den Menschen plagen. Echten Trost vermögen sie nicht zu spenden, unseren Schmerz um den Verlust unseres Volkes, den wir in den Öfen von Auschwitz, Treblinka und Sobibor erlitten haben, werden die Missionare, die sich bereits zu ihren Lebzeiten im Himmel sehen, kaum nachvollziehen, kaum nachfüllen können.

Meine aufrichtige Bitte, an die so genannten Juden für Jesus lautet: Lasst unsere Toten ruhen.

 
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"Nichtsdestoweniger sind die Juden nach dem Zeugnis der Apostel immer noch von Gott geliebt um der Väter willen; sind doch seine Gnadengaben und seine Berufung unwiderruflich. Mit den Propheten und mit demselben Apostel erwartet die Kirche den Tag, der nur Gott bekannt ist, an dem alle Völker mit einer Stimme den Herrn anrufen und ihm "Schulter an Schulter dienen" (Soph 3,9).

Da also das Christen und Juden gemeinsame geistliche Erbe so reich ist, will die Heilige Synode die gegenseitige Kenntnis und Achtung fördern, die vor allem die Frucht biblischer und theologischer Studien sowie des brüderlichen Gespräches ist.

Obgleich die jüdischen Obrigkeiten mit ihren Anhängern auf den Tod Christi gedrungen haben, kann man dennoch die Ereignisse seines Leidens weder allen damals lebenden Juden ohne Unterschied noch den heutigen Juden zur Last legen."

Zweites Vatikanische Konzil, Nostra Aetate

 

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