Jesaja 53 kann sowohl auf Jesus, als auch auf Israel bezogen werden

Mit dem jüdischen Standpunkt konfrontiert neigen Missionare dazu darauf zu bestehen, Jesaja 53 sowohl auf Jesus, als auch auf Israel – Den leidenden Gottesknecht – zu beziehen.

Doch unterschiedliche Blickwinkel kann es nicht geben, was selbst christliche Theologen einsehen mussten.

Eine beträchtliche Anzahl christlicher Bibeln, welche übersetzt und mit Kommentaren aus christlichen Quellen versehen wurden bestätigt die jüdische Sicht. Eine der bekanntesten Bibelübersetzungen ist die New English Bible - Oxford Study Edition. In jener lesen wir:

"52:13-53:12. Das vierte Lied vom G-ttesknecht. Der leidende Knecht. Siehe 42.1-4 n. Israel, der Knecht G-ttes, hat gelitten wie ein gedemütigtes Individuum. Wie auch immer, der Knecht hat dies ohne Beschwerde ertragen wegen seines stellvertretenen Leidens (Leidens für andere). 13-15: Nationen und Könige werden überrascht sein, den Knecht erhöht zu sehen. 53.1: Die Menge der heidnischen Nationen, unter denen der Knecht (Israel) lebte, sprechen hier (bis Vers 9) und sagen, dass die Bedeutung von Israels Demütigung und anschließender Erhebung schwer zu glauben ist. 2: Im traditionellen Hebräisch geht es dem Gerechten gut wie einem Baum am Wasser, aber der Übeltäter ist wie eine Pflanze auf dürrem Boden: vgl. Ps. 1.3-6. 3: Sie wenden ihre Augen ab; lit. verbergen ihr Gesicht, ein Ausdruck, der im Zusammenhang mit Leprakranken verwendet wird, deren Krankheit, als Zeichen der Sünde angesehen, sie verachtenswert machte. 4-5: Das stellvertretende Leiden, welches hier zum Ausdruck gebracht wird, steht sowohl im Widerspruch zur traditionellen Schuld-Solidarität von 2.Mo 20.5 als auch zur individuellen Verantwortung, die von den Propheten zur Zeit des Exils eingebracht wurde; s. Jer. 31.30; Hes. 18.5: Heilung für uns: lit. "unser Frieden", bedeutet "allgemeines Wohlbefinden" 6-7 Der Knecht wird wie ein Schaf geführt im Gegensatz zu den Menschen, die ihren eigenen Weg gehen. 8: Obwohl ein legaler Prozess im Gange zu sein scheint, erfährt der Knecht keine Gerechtigkeit; s. Jer. 39:5-6. 9: Der Tod bezieht sich wahrscheinlich auf die Zerstörung und das Exil Israels. Vergleiche Hes. 37.10-12: Das Thema von 52:13 wird wieder aufgenommen. Israel, das für alle Welt gelitten hat, wird nun an seinen gerechten Platz versetzt. 10: Langes Leben und Kindeskinder sind die Zeichen einer endgueltigen Rechtfertigung vor G-tt; s. Hiob 42:16-17. 11: Gebadet in Licht, erfreuen sich G-ttes Bevorzugung; Ps. 80.3.

Kurzum: Jesaja 53 handelt von Israel, G-ttes leidendem Knecht

 

Dieser Text basiert auf den Werken von:
Rabbiner Moshe Shulman
1362 46th Street - Brooklyn, New York USA, 11219
 
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„Judenmission, in welchem Gewand auch immer sie daherkommt, lehnen wir ab, ohne Wenn und Aber, aus exegetisch-theologischen Gründen eben so wie aus historischen und moralischen. Der Versuch von Heiden(christen), das Volk Gottes zu missionieren, ist ein aberwitziges Unterfangen, das in den kanonischen Schriften der Kirche keinerlei Rechtfertigung hat. Das Judentum ist keine defizitäre Religion; es ist dies heute ebenso wenig, wie es dies je war. Jüdisches Selbstverständnis lebt von der gottgeschenkten Heilsgewissheit, ›dass ganz Israel an der zukünftigen Welt Anteil hat‹ (Mischna, Traktat Sanhedrin, Kapitel 10). Nur menschliche Hybris kann diese Heilsgewissheit bestreiten. [...] Juden und Christen sind je auf ihre Weise zu Zeugen des Einen Gottes ›in unserer Welt berufen‹. Wenn Christen dieses Zeugnis mit den Psalmen der hebräischen Bibel ablegen, rezitieren sie keine ›getauften Psalmen‹, sondern stimmen ein in das Gotteslob Israels, in das Bekenntnis zu dem Einen Gott.“

Tübinger Theologieprofessoren Bernd Janowski, Hermann Lichtenberger und Stefan Schreiner
 

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