Histadrut

Die Histadrut (hebräisch für "Zusammenschluss"), oder HaHistadrut HaKlalit schel HaOwdim B'Eretz Israel (ההסתדרות הכללית של העובדים בארץ ישראל hebr.: der Allgemeine Verband der Arbeiter Israels), ist der Dachverband der Gewerkschaften Israels. Sie wurde im Dezember 1920, und damit fast 30 Jahre vor der israelischen Staatsgründung, von David Ben Gurion in Haifa gegründet.

Ursprünglich war die Histadrut zionistisch-sozialistisch orientiert und baute im sozialen Sektor umfassende Strukturen auf. Die Aktivitäten gingen dabei weit über rein gewerkschaftliche Tätigkeitsfelder hinaus. Die Histadrut gründete unter anderem die größte Krankenkasse des Landes, Altenheime, Erholungsheime sowie viele kooperative Unternehmen. Sie betrieb außerdem Kultur- und Medien-Einrichtungen. Die Histadrut gründete auch mit der Hilfe der WZO ihre eigene Bank, die Bank HaPoalim. Die ersten vier Jahrzehnte nach der Staatsgründung erlaubte das israelische Finanzministerium der Histadrut, ihre Pensionsgelder in die eigene Beteiligungsgesellschaft Chewrat Owdim zu investieren, wodurch sie einen stetigen Kapitalfluss gewährleisten konnte. Im Bereich der Histadrut waren in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts etwa 30% der israelischen Arbeitnehmer beschäftigt. Durch die Verbindung von Krankenkassen- und Gewerkschaftsmitgliedschaft waren außerdem zeitenweise bis zu 70% der erwachsenen Israelis gewerkschaftlich organisiert, was der Histadrut einen erheblichen Einfluss im Land sicherte.

Lange stand die Histadrut der Arbeitspartei nahe, die dadurch ihrerseits wesentlichen Einfluss besaß. Im Jahr 1994 wurde die Histadrut jedoch nach vorangegangenen strukturbedingten Krisen völlig umgebaut. Neben der Auflösung vieler gewerkschaftlicher Unternehmen kam es zu einer Abtrennung der Krankenkasse und der noch verbliebenen Reste der israelischen Gemeinwirtschaft (Chevrat haOvdim). Zum erstenmal konnte die Mapai in diesem Jahr nicht die internen Wahlen, die alle vier Jahre ablaufen, mit einer absoluten Mehrheit für sich entscheiden. 1995 wurde der Verband in Neue Histadrut umbenannt. Ihr Vorsitzender, Amir Peretz, gründete eine eigene Partei (Am Echad), die mit zwei Mandaten im israelischen Parlament vertreten war.

Nach diesen Veränderungen hat die Histadrut vor allem Aufgaben als Gewerkschaft im westeuropäischen Sinne, sie führt Lohnverhandlungen, ist aber auch Dachverband für die Einzelgewerkschaften. Sie ist Mitglied im Internationalen Bund freier Gewerkschaften und kooperiert unter anderem mit dem DGB.



Weiterführende Links:

Zur Homepage von Histadrut
Zur Homepage vom DGB
Zum Wikipedia-Artikel Histadrut


Wissenschaftliche Quelle:
M. Maschke: Die israelische Arbeiterorganisation Histadrut: Vom Staat im Staate zur unabhängigen Gewerkschaft, Haag+Heerchen 2003

 


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„Judenmission, in welchem Gewand auch immer sie daherkommt, lehnen wir ab, ohne Wenn und Aber, aus exegetisch-theologischen Gründen eben so wie aus historischen und moralischen. Der Versuch von Heiden(christen), das Volk Gottes zu missionieren, ist ein aberwitziges Unterfangen, das in den kanonischen Schriften der Kirche keinerlei Rechtfertigung hat. Das Judentum ist keine defizitäre Religion; es ist dies heute ebenso wenig, wie es dies je war. Jüdisches Selbstverständnis lebt von der gottgeschenkten Heilsgewissheit, ›dass ganz Israel an der zukünftigen Welt Anteil hat‹ (Mischna, Traktat Sanhedrin, Kapitel 10). Nur menschliche Hybris kann diese Heilsgewissheit bestreiten. [...] Juden und Christen sind je auf ihre Weise zu Zeugen des Einen Gottes ›in unserer Welt berufen‹. Wenn Christen dieses Zeugnis mit den Psalmen der hebräischen Bibel ablegen, rezitieren sie keine ›getauften Psalmen‹, sondern stimmen ein in das Gotteslob Israels, in das Bekenntnis zu dem Einen Gott.“

Tübinger Theologieprofessoren Bernd Janowski, Hermann Lichtenberger und Stefan Schreiner
 

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