Sein erster Jude

Als Student tut man wenig und feiert viel und so fand ich mich vor wenigen Tagen mitten in einer Party wieder. Im Duisburger Studentenwohnheim findet man Chinesen friedlich an der Seite der Japaner und Amerikanische Juden teilen sich mit Ihren Syrischen Nachbarn eine Wasserpfeife. In einem solchen Biotop der Völkerfreundschaft lernte ich Husseini kennen. Er hat bereits in „Syria“, wie er sein Land nennt studiert, am Goethe-Institut Deutsch gelernt und schreibt nun in Deutschland seine Masterarbeit. Er ist ein ordentlicher junger Mann, stets gut rasiert, zu recht gekämmt, sein Zimmer hat was klinisch sauberes. Dort hat er nur das nötigste, einen kleinen Fernseher, einen Tisch, einen Stuhl, ein Bett und eine Madonna-Figur an der Wand.

Diplomatisch gaben wir uns die Hand und stellten uns vor. Ich lud Husseini ein in das Nachbarzimmer zu gehen, da die beiden Physiker anscheinend die nächste Flasche der zahlreichen Spirituosen geköpft hatten. Im Zimmer angekommen waren alle strategisch wichtigen Position bereits eingenommen worden. Der neureiche russische Business-Man erzählte wie er im Kongo einen Elefanten gestreichelt hatte, der Fluglotse versuchte den Anwesenden die Vorteile einer AK-47 nahe zu bringen und unser Gastgeber Felix machte sich an dem aufgetischten Speck zu schaffen. Es blieb die auf dem Boden liegende pfirsichfarbene Matratze, ich setzte mich zu der darauf sitzenden und äußerst attraktiven Bau-Ingenieurin, Husseini blieb an der Tür kleben. Es brauchte einiges überzeugungsgeschick damit auch er auf der Matratze Platz nahm und mit uns auf das Leben mit einem georgischen Wein anstoßen konnte. Sein Interesse galt nun meinem Teller und meinen Ess- bzw. Trinkgewohnheiten. Höflich und sich entschuldigend fragte er warum ich kein Schweinefleisch esse und als er die Antwort zu hören bekam wurde er nervös.

Vielleicht hätte ich einfühlsammer sein müssen, vielleicht hätte ich es ihm schonender beibringen sollen. Natürlich machte ich alles verkehrt und anstatt nichts mehr zu sagen, rutsche mir heraus, dass 90% der Leute hier Juden sind. Ein Schock, denn er hatte zuvor noch nie einen Juden getroffen, selbst die Maria in seinem Zimmer nahm er nicht als Jüdin war. Ich versuchte zu de eskalieren und sagte, dass er sich keine Sorgen machen solle und das wir die selben Juden seien, wie es auch Jesus gewesen ist. Er lächelte und die Situation schien gerett, bis er behauptete, dass Jesus aus Syrien käme. Als ich protestierte, bot er mir als Alternative „Palästina“ an und fügte hinzu, dass die Juden Jesus gekreuzigt hätten, schließlich betet man in seiner Kirche das so. Ich bot ihm an, in der Bibel nach zuschlagen, er verstand nicht gleich was eine Bibel ist. Dann sprachen wir noch eine Weile über Brandopfer und über die Gefahren von Wasserpfeifen, beides beeindruckte Husseini nicht. Er stand auf, machte sich seine Schischa zu recht und schloss sich in seinem Zimmer ein. Nachdem auch unser arbeitsloser Psychiater einen Toast auf den Gastgeber aussprach und wir angestoßen hatten, kam Husseini heraus kniete sich vor die Matratze und wünschte uns noch eine gute Nacht mit dem Versprechen, die theologische Diskussion ein anderes Mal fort zu führen. Ich nickte, Husseini lächelte und verschwand.

Ich war gerührt. Husseini war bereit, mir, einem Gottesmörder zu verzeihen und forderte im Gegenzug, nicht einmal den israelischen Rückzug aus den Golanhöhen. Wären alle so wie er, so würden in Damaskus nicht die Botschaften Dänemarks und Norwegens brennen, sondern man würde in den syrischen Kirchen immer noch für die „Treulosen Juden“ beten, anstatt Sie mit Raketen zu beschießen oder Ausbildungslager für Terroristen zu betreiben, damit diese mit Sprengstoffgürteln ausgestattet Ihre Reise nach Israel nehmen können.

 
Main Menu
Aktuell
Wissen
Web
Kontakt
Evangeliumskirche Glaubensgeneration in Mission Gottesreich "Eine umfassende Übersicht über die Evangelikale Szene in Deutschland. Uneingeschränkt empfehlenswert!"

Image

Wir wehren uns gegen Judenmission

 

     
Juden & Jesus
                  
                                        
Antizionismus


Zionismus


© November 2017 Maschiach.de // Roman Gorbachov // Blog // Umsetzung // Datenschutzerklärung // Impressum