"Hebräische Christen"

BIBLISCHES PARADOX ODER RELIGIÖSE REALITÄT


Viele Menschen sind von den Argumenten der “Hebräischen Christen” verwirrt und haben keine Kenntnis der jüdischen Antworten auf die Behauptungen der “Hebräischen Christen”, daß:
1) Juden ihre jüdische Identität behalten könnten, wenn sie konvertieren.

2) Die jüdische Bibel voll von prophetischen Bezügen auf Jesus sei.

3) Spirituelle Erlösung und eine persönliche Beziehung zu G-tt nur durch Jesus geschehen kann.

4) Wunder die Wahrhaftigkeit des Christentums “beweisen”.

5) Der christliche Glaube an die Dreieinigkeit G-ttes mit dem Judentum vereinbar sei.

Wir hoffen, daß durch die genaue Betrachtung jeder dieser Behauptungen und der dazugehörigen jüdischen Antwort die Position des Judentums bezüglich der Argumentationen der Missionare klar verständlich wird.

BEHAUPTUNG 1:

“JUDEN KÖNNEN IHRE JÜDISCHE IDENTITäT BEHALTEN, WENN SIE KONVERTIEREN”


Bei ihren Versuchen, Juden zu bekehren, behaupten die Missionare, daß man jüdisch bleiben kann, während man das Christentum praktiziert. Die Verwendung von Terminologien wie “messianische Juden”, “Hebräische Christen”, und “Juden für Jesus” um bekehrte Juden zu beschreiben ist nur ein täuschender Versuch sich selbst als jüdisch darzustellen³. Tatsächlich geht man sogar so weit zu behaupten, daß ein Jude, der Jesus annimmt (oder Jeschua, wie sie ihn nennen), ein “vollkommener Jude” ist, natürlich damit andeutend, daß alle anderen Juden unvollkommen sind. Die falsche Darstellungsweise und die Täuschung, die hier verwendet wird, um die Tragweite der Konversion eines Juden zum Christentum zu verschleiern, spiegelt sich in ähnlicher Weise wieder im verbreiteten Mißbrauch jüdischer Symbole und Gebräuche, die Fälschung von jüdischen Texten, und die falsche Darstellung des Hintergrundes und der jüdischen Bildung von vielen “Hebräischen Christen”. Viele Anführer der “Hebräischen Christen” bezeichnen sich selbst trügerisch als “Rabbiner”, und ihre Gebetsstätten als “Synagogen”. Solche Taktiken werden dazu verwandt, ihre Version des Christentums für die Juden, die sie bekehren möchten, schmackhafter zu machen. Mit den Worten einer der vielen christlichen Gruppen, die “Hebräische Christen” verurteilen “... kommen diese Bekehrungstechniken einer Zwangskonversion gleich und sollten verdammt werden.” (Aus einer formal angenommenen Erklärung der Interfaith Conference of Metropolitan Washington D.C.)

DIE JÜDISCHE ANTWORT


Trotz der oberflächlichen Bemühungen, jüdisch zu klingen, bleibt die Tatsache bestehen, daß die Idee eines “Hebräischen Christen” ein Oxymoron ist, und ein theologischer Widerspruch. Sogenannte “Hebräische Christen” argumentieren, daß eine Person, die jüdisch geboren ist, ihr Geburtsrecht oder Vermächtnis niemals verlieren kann. Die Bibel aber lehrt uns, daß unser Glauben unseren jüdischen Status beeinflußt, und daß ein Mensch, der als Jude geboren wurde, an einem bestimmten Punkt zeitweise nicht mehr Jude genannt werden kann. Im Buch der Könige, wird Elijah der Prophet ausgesandt, um Juden zu warnen, die einem fremden Gott mit Namen Baal dienen. In 1. Könige 18:21 sagt Elijah zu ihnen: “Wie lange wollt ihr auf zwei Ästen sitzen? Wenn der H-rr der G-tt ist, so folget ihm; wenn aber Baal, so folget ihm.” Mit anderen Worten, du bist entweder ein Jude oder ein Diener von Baal; du kannst nicht beides sein.

Die Geschichte endet damit, daß die Juden sich von ihrem Götzendienst abwenden und zum Judentum zurückkehren. Daraus ziehen wir eine wichtige Lehre. Ein Jude, der einer anderen Religion folgt, ist nur in dem Maße jüdisch als daß er eine spirituelle Verpflichtung behält, zu bereuen und zum Judentum zurückzukehren. Solange jedoch sein Glauben götzendienerisch und dem Judentum fremd ist, kann er sich selbst nicht einen Juden nennen. (Es ist offensichtlich, daß ein nicht praktizierender Jude sich von einem Juden unterscheidet, der einem fremden Weg folgt.) Die Torah lehrt, daß Juden und Nichtjuden verschiedene Wege haben, G-tt zu erreichen. Ein Jude ist verpflichtet, die Torah zu befolgen, während ein Nichtjude die Sieben Gesetze der Kinder Noahs befolgen muß. Die Einen sind nicht besser als die Anderen, sie unterscheiden sich nur. Daher sind bestimmte Glaubensvorstellungen und Praktiken für Nichtjuden erlaubt, wie zum Beispiel der Verzehr von Schweinefleisch, sie sind aber nicht für die Juden erlaubt. Christlicher Glaube an G-tt, die Erlösung und den Messias ist den Juden verboten und darum ist die Bezeichnung “Messianischer Jude” oder “Hebräischer Christ” ein Widerspruch.

[³ Flyer für Misionare empfehlen die Verwendung des Begriffes “Gläubiger” anstelle des Begriffes “Christ”; “Messias” statt “Christus”; “Baum” anstelle “Kreuz” und “Neuer Bund” anstelle “Neues Testament”, um eine mehr jüdisch klingende Botschaft zu erzielen.]

[ In ihren Versuchen zu rechtfertigen, daß sie jüdisch sind, haben bestimmte “Hebräische Christen” das rabbinische Judentum zu einem Kult erklärt, denn sie behaupten, “es folge den Worten von Menschen und nicht denen G-ttes.” Abgesehen davon, daß diese Behauptung falsch ist, ist sie auch geheuchelt; “Hebräische Christen” verwenden eben diese rabbinischen Traditionen in ihren Versuchen, ihren Praktiken eine jüdische Verkleidung zu geben.]

[Eine detaillierte Erklärung der Sieben Gesetze der Kinder Noahs findet sich im Buch “The Path of the Righteous Gentile”, siehe Literaturliste bzw. in unserer Rubrik "Juden und Völker"]

BEHAUPTUNG 2:

“DIE JüDISCHE BIBEL IST VOLL VON PROPHETISCHEN BEZüGEN AUF JESUS”


"Hebräische Christen" glauben, daß Jesus der versprochene Messias war, und sie versuchen, dies durch verschiedene Zitate aus der jüdischen Bibel zu belegen. Solche Zitate mögen beeindruckend klingen, überwältigend und verwirrend für jeden, der nur ein beiläufiges Wissen über das Judentum hat und die hebräische Sprache nicht beherrscht.

DIE JÜDISCHE ANTWORT

1) Der einzige Grund, warum diese Passagen, oder sogenannten “Beweistexte”, so wirken als spielten sie auf Jesus an besteht darin, daß sie falsch zitiert, falsch übersetzt oder aus dem Zusammenhang genommen werden, wie die folgenden Beispiele deutlich zeigen werden. Jedes Schriftwerk, wenn es falsch übersetzt oder aus dem Zusammenhang genommen wird, kann dazu verwendet werden Bedeutungen zu suggerieren, die niemals beabsichtigt waren. Das Neue Testament ist keine Ausnahme. Zum Beispiel wird Jesus im Neuen Testament zitiert (Lukas 14:26), folgendes gesagt zu haben:

“Wenn jemand zu mir kommt, und nicht haßt seinen Vater, Mutter, Weib, Kinder, Brüder, Schwestern, noch dazu sein eigenes Leben, der kann nicht mein Jünger sein.”

Ein erstes Lesen dieses Verses erweckt den Eindruck, daß jemand seine Familie hassen muß, und sogar sich selbst, als Voraussetzung dafür, Christ zu sein. Jeder Christ jedoch, der mit dem Wortlaut dieses Verses konfrontiert wird, wird defensiv reagieren und darauf bestehen, daß dieser Vers keineswegs eine solche Bedeutung hat. Es erscheint nur so, wird er oder sie erklären, weil der Vers aus dem Zusammenhang genommen wurde und nicht richtig übersetzt ist.

Das ist genau der Punkt, den wir ansprechen. Was ein Vers sagt und was er meint können zwei völlig verschiedene Dinge sein. Bevor wir einen Vers richtig verstehen können, sei er aus jüdischen Schriften oder aus dem Neuen Testament, muß er im Kontext und mit einer korrekten übersetzung gelesen werden.

Wenn ein Missionar eine Vers aus der jüdischen Bibel zitiert, muß man ebenfalls sicherstellen, daß der Vers korrekt übersetzt wurde. Zum Beispiel liest sich Psalm 22:17 aus der hebräischen Bibel, wenn er korrekt übersetzt wird: “Gleich Löwen umgeben sie meine Hände und Füße (6),” bezogen auf König David, der von seinen Feinden verfolgt wird, die oft als Löwen bezeichnet werden (wie in Psalm 7 und 17). Doch wenn der Vers aus dem Zusammenhang genommen und falsch übersetzt wird mit “sie haben meine Hände und Füße durchgraben”, wie es in christlichen Versionen erscheint, beschwört die Passage bewußt
Gedanken an Jesus herauf.

[6 Das Wort “ka’ari” bedeutet gleich Löwen, wie aus seiner Verwendung in Jesaja 38:13 klar deutlich wird.]

Dieses Beispiel ist nur einer von vielen Versen, welche die Missionare verzerren und falsch übersetzen um ihren Zwecken gerecht zu werden. Das Judentum hat eine Antwort und eine Erklärung für jeden von ihnen. Eine Daumenregel ist es, immer zu fragen: “Werden diese Verse im Kontext gelesen, und mit der richtigen übersetzung?” Traurigerweise akzeptieren die meisten “Hebräischen Christen” die christlichen Interpretationen blind, ohne jemals die jüdische Sicht gehört oder voll verstanden zu haben.

Nach einer unvoreingenommenen Untersuchung beider Seiten sind Hunderte von “Hebräischen Christen” zum Judentum zurückgekehrt.

2) Missionare benutzen oft das Neue Testament als Beweis, daß Ereignisse oder Prophezeiungen in den von ihnen verwendeten fehlübersetzten Passagen erfüllt worden seien. Für jemanden, der sich mit der jüdischen Bibel auskennt, ist es jedoch offensichtlich, daß die vorgegebene “Unfehlbarkeit” des Neuen Testamentes fraglich ist. Man betrachte die folgenden Beispiele:

a) An drei verschiedenen Stellen der jüdischen Bibel (Genesis 46:27, Exodus 1:5 und Deuteronomium 10:22) wird angegeben, daß der Patriarch Jakob mit einer Gesamtzahl von 70 Menschen nach ägypten kam. Die Apostelgeschichte 7:14 im Neuen Testament gibt diese Zahl mit 75 falsch an.

b) im Hebräerbrief 8:8-13 des Neuen Testamentes wird aus Jeremiah zitiert, daß G-tt seinen Bund mit den Juden ersetzt habe durch einen “neuen Bund”. Das Neue Testament behauptet, daß G-tt die Juden nicht länger achte, weil sie den “alten Bund” nicht gehalten hätten. Der hebräische Text in Jeremia 31:32 der jüdischen Bibel sagt jedoch nicht, daß G-tt die Juden nicht achte, sondern, ganz im Gegenteil, daß er sich “ihrer bemeistert habe.” Einige Christen haben ihre eigene übersetzung dahingehend interpretiert, daß G-tt seinen Bund mit den Juden gebrochen habe und das jüdische Volk verworfen habe. Dieser Gedanke ist jedoch völlig inkonsistent mit der biblischen Aussage, daß die Gebote für die Ewigkeit seien (Psalm 119:151-152), und daß G-tt versprach, seinen Bund mit den Juden niemals zu verwerfen oder zu brechen (Richter 2:1 und Leviticus 26:44-45) Fundamentalistische Christen akzeptieren die jüdischen Schriften bereitwillig als das inspirierte und unfehlbare Wort G-ttes, und als die Grundlage für das Neue Testament. Wenn sie logisch konsistent wären, würde daraus folgen, daß wo immer das “alte” und das “neue” Testament widersprüchlich sind. zugegebenermaßen das neue Testament dasjenige sein muß,
das irrt.

[ Die Torah, G-ttes ursprünglicher Bund, ist ewig und das jüdische Volk ist verpflichtet, sie einzuhalten. Ein freier Wille erlaubt es ihnen, zwischen der Einhaltung und der Nichteinhaltung der Torah zu wählen. Der “neue Bund”, von dem Jeremiah spricht, ersetzt nicht das Original, sondern verstärkt es. In der messianischen Zeit wird G-tt uns ein “neues Herz” geben, und damit die Versuchung, Böses zu tun, von uns nehmen. Von dieser Zeit an wird das jüdische Volk G-tt mit ganzem Herzen dienen, und den ursprünglichen Bund niemals brechen. (Jeremiah 32:38-40, Ezechiel 36:26-27)]

BEHAUPTUNG 3:

“SPIRITUELLE ERLöSUNG UND EINE PERSöNLICHE BEZIEHUNG ZU G-TT KANN NUR DURCH JESUS GESCHEHEN.”


Missionare stellen die Behauptung auf, daß es keine Erlösung von den Sünden oder irgendeine Möglichkeit einer persönlichen Beziehung zu G-tt ohne den Glauben an Jesus geben kann. Speziell bezogen auf die Juden argumentieren sie, daß die Juden schon immer Tieropfer benötigt hätten, um sich von Sünden zu befreien. Weil die Opfer aber nach der Zerstörung des Tempels in Israel abgeschafft wurden, behaupten sie, die Juden könnten heutzutage eine Erlösung von ihren Sünden nur durch den Glauben an Jesus finden, der “am Kreuz starb und sein Blut als das endgültige Opfer vergoß.”

DIE JüDISCHE ANTWORT

Die Ansicht, daß ohne die Durchführung von Tieropfern Juden nicht für ihre Sünden büßen können ist eine eklatante Falschinterpretation der jüdischen Bibel. Zunächst einmal waren die Tieropfer nur für unbeabsichtigte Sünden vorgesehen (Leviticus 4:1 ) und dienten als eine Motivation für den Einzelnen, die wahre Buße zu tun. Zahlreiche Stellen, darunter Hosea 14, informieren uns darüber daß unsere Gebete heute den Platz von Opfern einnehmen. Zusätzlich lesen wir: “Die Opfer G-ttes sind ein gebrochener Geist, ein gebrochenes, zerschlagenes Herz” (Psalm 51:17) und “Ich habe gefallen an Güte, und nicht
Opfern, an der Erkenntnis G-ttes, mehr als an Brandopfern.” (Hosea 6:6). Durch Reue, Gebet, Fasten und rechtes Handeln, lehrt die Torah, hat jeder die Möglichkeit, zu G-tt unmittelbar zurückzukehren.

Dieses Prinzip ist in den Büchern Jona und Esther sehr schön dargestellt, wo sowohl Juden als auch Nichtjuden bereuten, zu G-tt beteten und ihnen vergeben wurde - ohne die Erbringung von Opfern. Unsere persönliche Beziehung zu G-tt erlaubt es, uns direkt zu jeder Zeit an Ihn zu wenden, wie es in Malachi 3:7 heißt: “Kehre um zu mir und ich kehre um zu dir.” und in Ezechiel 18:27, “wenn der Frevler umkehrt von seinem Frevel, den er tat, und Recht und Wahrhaftigkeit tut, der belebt seine Seele.” König Salomon sagte, daß der Hauptzweck der Menschheit ist, an G-tt zu glauben und seine Gebote zu halten, wie es im Buch Ecciesiastes (Kohelet) 12:13-14 steht: “Am Ende der Rede ergibt sich als alles zu hören. Fürchte G-tt und hüte seine Gebote, denn dies ist der Mensch allzumal.” Deuteronomium 30:1 1-14 lehrt, daß dieser Weg zu G-tt ganz sicher innerhalb unserer Möglichkeiten liegt.

BEHAUPTUNG 4:

“WUNDER BEWEISEN DIE WAHRHAFTIGKEIT DES CHRISTENTUMS”


Einige “Hebräische Christen” argumentieren, daß die Annahme Jesu ihr Leben verändert habe und sie, als eine direkte Folge davon, sogar Wunder erlebt hätten.

DIE JÜDISCHE ANTWORT

Berichte über Wunder und Änderungen im Leben von Menschen sind nicht auf eine einzige Religion beschränkt. Zu Kulten und anderen Religionen übergetretene berichten ebenfalls über wunderbare Ereignisse und Erfahrungen in ihrem Leben. Die jüdische Bibel warnt, daß angebliche “Wunder” in Wirklichkeit ein Test G-ttes sein können. Das klassische Beispiel dafür kann am Beginn des 13. Kapitels im Buch Deuteronomium gefunden werden:

“Wenn unter euch ein Prophet ersteht, oder ein Träumer von Träumen, und er kündigt euch ein Zeichen oder ein Wunder an, und das Zeichen oder Wunder tritt ein, das er sagte, sprechend: Wir wollen anderen Göttern folgen, von denen du nichts weißt, und ihnen dienen, Du sollst nicht auf die Worte dieses Propheten oder Träumers hören, denn der H-rr, Euer G-tt, prüft euch, um zu wissen, ob ihr Ihn, euren G-tt, wirklich mit all eurem Herzen, mit all eurer Seele liebt, Ihm, eurem G-tt sollt ihr folgen, Ihn sollt ihr fürchten, seine Gebote sollt ihr wahren, auf seine Stimme sollt ihr hören, ihm sollt ihr dienen und anhängen. Jener Prophet oder jener Träumer aber muß sterben, denn er hat Abtrünniges geredet gegen Ihn, eurem G-tt.” (Deuteronomium 13:1-6)

Diese Verse lehren uns, daß G-tt es einem falschen Propheten gestatten kann, Wunder zu vollbringen, um uns zu prüfen und zu sehen, ob wir seinem Willen folgen, oder von den sogenannten wunderbaren Erscheinungen irregeleitet werden. Wir sehen auch aus Exodus 7:11, daß Wunder nicht notwendigerweise G-tt zugesprochen werden müssen. In dieser Passage befiehlt Pharaoh seinen Hofzauberern, mit ihrer Magie die Wunder nachzumachen, die Moses und Aaron vollbrachten.

Diese beiden Beispielen illustrieren, warum wir uns auf Wunder als Beweis für den Wahrheitsgehalt unseres Glaubens nicht verlassen dürfen.


BEHAUPTUNG 5:
“DER CHRISTLICHE GLAUBE AN DIE DREIEINIGKEIT G-TTES IST MIT DEM JUDENTUM VEREINBAR.”


Die Grundlagen der christlichen Theologie beinhalten den Glauben an die körperliche Fleischwerdung G-ttes, daß G-tt als eine Dreieinigkeit existiert, und daß Jesus ein Vermittler zwischen G-tt und den Menschen war. “Hebräisch-Christliche” Missionare behaupten, diese Theologie sei völlig vereinbar mit dem Judentum.

DIE JüDISCHE ANTWORT


Wie schon früher erwähnt hält das Judentum bestimmte Glaubensweisen für Nichtjuden als zulässig, aber nicht für die Juden. Die christliche Theologie bezüglich G-tt ist ein Beispiel für einen Glauben, der den Juden nach der hebräischen Bibel absolut verboten ist, wie die folgenden Bibelquellen darlegen werden:
1) Das Gebot des Glaubens an die absolute Einzigkeit G-ttes wurde speziell den Kindern Israels gegeben (dem jüdischen Volk), wie in Deuteronomium 6:4 geschrieben steht: “Höre Israel! Der H-rr ist unser G-tt der H-rr ist einer!” Das hier ausgedrückte Prinzip verwirft nicht nur jede Pluralität von Göttern, sondern bekräftigt G-tt als einzig wahre Existenz. Biblisch gesehen ist G-tt nicht nur unendlich, sondern er durchreicht Zeit, Raum und Materie. G-tt hat keinen Anfang und kein Ende, wie es in Jesaja 44:6 heißt: “Ich bin der Erste und ich bin der Letzte, und außer mir ist kein anderer.” Während das Judentum glaubt, daß G-tt sich selbst in seiner Schöpfung (Menschheit) in vielfältiger Weise manifestiert (z.B. als Richter
oder Beschützer), ist G-ttes Wesen unteilbar und deshalb gibt es keine Möglichkeit, eine Unterscheidung zu machen. Etwas, das sowohl Zeit und Raum durchdringt, kann nicht als etwas beschrieben werden, das aus drei verschiedenen Aspekten besteht. In dem Moment, in dem wir irgendeine solche Unterscheidung in G-ttes Wesen machen, negieren wir seine absolute Einzigkeit und Einheit.

Die folgenden Verse aus der hebräischen Bibel, wenn sie korrekt übersetzt werden, stützen weiterhin den fundamentalen und grundlegenden jüdischen Glauben in die Einzigkeit G-ttes: “Seht jetzt, daß ich es bin, es ist kein G-tt neben mir!” (Deuteronomium 32:39) und “Er ist G-tt, es gibt keinen außer ihm.” (Deuteronomium 4:35)

2) Juden ist es auch verboten sich vorzustellen, daß G-tt “irgendeine ähnlichkeit zu irgend etwas” hat. Deuteronomium 4:15-19 und Deuteronomium 5:8-9 sind nur einige der vielen biblischen Bezüge auf das Verbot für die Juden zu glauben, G-tt wohne in irgendeiner körperlichen Form, wie es vom neuen Testament dargestellt wird.

3) Das Verbot gegen einen Vermittler findet sich im zweiten Gebot: “Du sollst keine anderen Götter haben vor meinem Angesicht” (Exodus 20:3). Deshalb ist die Aussage des neuen Testamentes in Johannes 14:6, “niemand kommt zum Vater denn durch mich (Jesus)” für Juden nicht akzeptabel. Selbst wenn er oder sie etwas für einen Teil G-ttes hält, es ist Juden nicht gestattet, einen Vermittler zu benutzen. Die Torah lehrt, daß jeder Mensch in der Lage ist, mit G-tt direkt in Verbindung zu treten. Diese christlichen Glaubensweisen, die ihre Wurzeln im heidnischen Altertum haben, waren die Basis für die jüdische Ablehnung des Christentums - selbst unter der Androhung des Todes - während der letzten 2000 Jahre. Historisch haben die Juden immer gewußt, daß eine Konversion bedeuten würde, die Verbindung ihrer Beziehung mit G-tt zu trennen, wie sie in der Torah beschrieben ist.


[ Missionare argumentieren falsch, wenn sie behaupten, die Verwendung des hebräischen Wortes für eins ,“Echad - مàç” in Deuteronomium 6:4 anstelle des Wortes einzig ,“Jachid - مéçé" deute darauf, daß G-tt eine ,,zusammengesetzte Einheit" und nicht eine ,,absolute Einheit" sei. Sie argumentieren, daß die Dreieinigkeit eine zusammengesetzte Einheit sei, ähnlich einem physischen Objekt, das aus vielen verschiedenen individuellen Aspekten besteht, so wie ein Füllfederhalter aus Tinte, Plastik und Metall besteht. Diese Argumentation ist nicht richtig, denn physische Objekte, die innerhalb von Zeit und Raum existieren, können nicht verwendet werden um G-tt zu beschreiben, der diese Dimensionen durchdringt. Wir leben in der physischen Welt, von G-tt erschaffen, und nehmen endliche Objekte wahr, die auf Zeit und Raum begrenzt sind. Diese Wahrnehmung kann die Ursache dafür sein, daß wir fälschlicherweise denken, G-tt sei nicht die einzige wahre Existenz. Folglich wird eine Kardinalzahl benötigt, da sie die korrekte Zahl unter Ausschluß aller anderen Zahlen festlegt, wie im Vers ,“da ist ,eins - مàç' nicht ,zwei - éù ‘” (Ecclesiastes 4:8). Durch die Verwendung der Zahl ,,eins" in Deuteronomium 6:4, statt dem Wort ,“einzig", welches G-tt beschreibt wie er Zeit und Raum durchdringt, bekräftigt der Vers nicht nur die absolute Einheit G-ttes, er weist zugleich alle anderen wahrnehmbaren Möglichkeiten zurück.]

 

SCHLUßFOLGERUNGEN

Eine Sache, in der sich die gesamte jüdische Gemeinschaft und das Christentum einig sind ist, daß die Bewegungen der “Hebräischen Christen” kein Teil des Judentums sind. Ein “Jude für Jesus” zu sein ist so absurd wie ein “Christ für Buddha” zu sein, und so lächerlich wie “koscheres Schweinefleisch”; es ist ein offensichtlicher Widerspruch. Um mit den Worten Elijahs zu sprechen, wenn du Jesus folgst, nenne dich Christ, wenn du Jude bist, praktiziere das Judentum. Täusche dich nicht selbst: beides kannst du nicht sein.


Tatsächlich ist das Judentum ein überaus schöner und spirituell erfüllender Weg um G-tt mit seinem ganzem Herzen, ganzer Seele und aller Macht zu dienen. Das Buch Sprüche 3:17-18 beschreibt die Torah mit diesen Worten, “Ihre Wege sind Wege der Milde, und ihre Pfade sind Frieden, sie ist ein Lebensbaum all denen, die sie erfassen.” Die beste Verteidigung gegen den wachsenden Ansturm von missionarischer Propaganda ist eine tiefe Verbundenheit mit dem Judentum und ein gründliches Verständnis der missionarischen Argumente und der jüdischen Antwort darauf .

Dieser Text ist ein Auszug aus dem Handbuch gegen Judenmission „Die jüdische Antwort an Missionare“ von Rabbi Bentzion Kravitz.
Veröffenlicht und Vertrieben durch:

JEWS FOR JUDAISM
2795 BATHURST ST., P.0. BOX 41032 TORONTO, ONTARIO CANADA M6B 4J6 TEL. +1 (905) 761-0040 • FAX +1 (905) 761-0070
E-MAIL: TORONTO@JEWSFORJUDAISM.ORG
WWW.JEWSFORJUDAISM.ORG

 
-.png   +.png

Main Menu
Aktuell
Wissen
Web
Kontakt
Evangeliumskirche Glaubensgeneration in Mission Gottesreich "Eine umfassende Übersicht über die Evangelikale Szene in Deutschland. Uneingeschränkt empfehlenswert!"

Image

Wir wehren uns gegen Judenmission

 

     
Juden & Jesus
                  
                                        
Antizionismus


Zionismus


© Mai 2017 Maschiach.de // Roman Gorbachov // Blog // Umsetzung // Datenschutzerklärung // Impressum