Gehrinwäsche

Von Miriam Wölke

Unterliege ich einer Gehirnwäsche ? Die Antwort lautet "Nein".

Die Yeshiva (relig. Schule) AISH HATORAH wurde neulich von einer ehemaligen Programmteilnehmerin der Gehirnwäsche beschuldigt. Die "Jerusalem Post" verfasste einen riesigen Artikel ("Being AISHED") und es gab dazu Hunderte von Kommentaren auf ihrer Online - Site.

Findet in AISH HATORAH tatsächlich eine Gehirnwäsche statt ? Und warum werden immer nur AISH und OHR SAMEACH beschuldigt, ehemalige Säkulere in Frummies (Fromme) zu verwandeln?

Heute morgen nach ich am "Essential Programm" von Aish in Jerusalems Altstadt teil. Die "Essentials" laufen jeden Tag von Sonntag - Donnerstag und beginnen morgens um 9.10 Uhr. Den ganzen Tag über laufen dann Vorträge gehalten von verschiedenen Rabbinern sowie dem bekannten Buchautor und relig. Physiker Gerald Schroeder (The Big Bang). Einmal las ich irgendwo im Internet das Statement, dass Schroeder von Aish gefeuert worden sein, doch das erwies sich spätestens heute als Ente. Gerald Schroeder lehrt nicht nur bei den Essentials, sondern auch im "Discovery Program" von Aish HaTorah.

Ich nahm also am "Essential Programm" teil. Für jeden Tag gibt es einen extra Lehrplan und die Vorlesungen sind kostenlos. Jeder Jude darf mitmachen und muß sich nur im kleinen Aish - Essential Klassenraum versammeln. Gleich gegenüber der Kotel (Klagemauer). Die beiden ersten Vorträge habe ich nicht ganz begriffen; wobei der Erste noch einigermaßen okay war, der Zweite jedoch undefinierbar. Der unterrichtende Rabbi wiederholte ständig die Namen der Anwesenden und wollte beweisen, wie wichtig es ist, Namen zu behalten. Vielleicht macht ja diese Art von Vortrag einen Sinn, wenn man öfters hingeht. Wer weiß …

Jeder Vortrag dauert eine Stunde und nach dem Rabbi mit den Namen kam der Physiker Gerald Schroeder herein. Ich habe fast alle seine Bücher gelesen und mich interessiert sein Thema besonders. Er ist einer jener Wissenschaftler, welche offen zugeben, dass G - tt die Welt erschuf. Dazu liefert er Beweise aus der Wissenschaft sowie aus der Thora. "Torah and Science" - ein wichtiges vieldiskutiertes Thema im Judentum.

Heute lehrte Schroeder das Alter des Universums. Dazu verwandte er einige Thorakommentare vom Ramban (Nachmanides) bezüglich der sechs Tage der Welterschaffung. Laut Wissenschaft beträgt das Alter des Universums ca. 15 Milliarden Jahre, laut der Thora jedoch nur 5768 Jahre + sechs Tage. Gerald Schroeder beweist, dass diese sechs Tage nicht der allgemeinen Zeitmessung von 24 Stunden unterliegen, denn die richtige Zeit wurde erst (außer dem Unterschied zwischen Tag und Nacht) im 5. Kapitel Genesis (Bereshit) genannt. Dann nämlich als es um das Alter von Adam und den nachfolgenden Generationen ging. Bis dahin jedoch erwähnte die Thora niemals das Alter von Kain oder Abel (Hevel).

Die letzte Vorlesung vor dem Mittagessen hielt Rabbi Motty Berger. Das Thema ist MEIN Thema und seines wohl auch:
Judentum und Christentum.
Es wurden die Unterschiede beider Religionen diskutiert wobei herauskam, dass Juden als auch Christen dieselben Ansichten in bezug auf den Götzendienst vertreten. Nämlich wenn andere jemanden anderen, aber nicht G - tt, anbeten. Wie aber kann es dann sein, dass Christen selber zu einem anderen Menschen beten ? Einfach die Thora mißinterpretieren und einen Menschen anbeten ?

Rabbi Berger sagte, dass laut des Neuen Testamentes J. C. ein thoragläubiger Jude war. Und selbst als er einige Rabbiner kritisierte, so geschah dies immer noch im Rahmen der Halacha. Der Einzige, der später J. C. in eine Art G - tt umwandelte, war der Apostel Paulus. Als dies geschah, fing sich Paulus von den eigentlichen Anhänger J. C. unglaublich viel Kritik ein, die Theologie so zu verfälschen.

Rabbi Motty Berger sieht in jedem aufkomemnden neuen jüd. Movement eine Gefahr der Abspaltung von der Orthodoxie. So geschehen mit den Reformideen und vielleicht irgendwann auch mit den Lubawitschern (Chabad). Nun, Motty Berger ist litvisch und man sollte, ironisch gesprochen, etwas vorsichtig sein. Wie auch immer, an seiner Chabad - Meinung ändert dies nichts.

Die letzten zwei Vorträge gefielen mir aufgrund der Themen besonders gut. Nachher dachte ich darüber nach, ob ich jetzt wirklich "geAISHT - hirngewaschen" bin. Die Antwort lautet nach wie vor "Nein", denn ich bin nicht so leicht dafür anfällig.

Jede Yeshiva, egal welche, hat ihr eigenes System. Und jeder, der nach einer passenden Yeshiva sucht, besitzt seinen individuellen Charakter und interessiert sich für spezielle Fächer, in denen er unterrichtet werden will. Um eine passende Yeshiva für sich selbst zu finden, durchläuft man gewöhnlich das "Yeshiva Shopping", bei dem man sich mehrere Yeshivot anschaut. Wenn dabei Leute meinen, dass Aish der beste Platz für sie sei, warum nicht ? Jeder von uns verfügt über einen freien Willen und wenn mir etwas nicht paßt, bleibt es mir überlassen zu gehen.

Solange ein neuer Student noch in der Mechina bzw. den Essentials (eine Art Vorbereitungsphase) ist, verläuft allgemein alles freundlich und ohne jeglichen Druck. Ist man aber erst einmal Teil des richtigen Programmes, kann es schon zu Streßsituationen durch aufkommenden Druck von außen und von sich selbst kommen. Aber jede Yeshiva verfolgt halt ihre eigene Politik und diese steht dann für den Yeshivaruf und wenn es mir nicht gefällt, wechsele ich woanders hin.

Was Aish allgemein versucht zu tun ist den Studenten gewisse Denkanstösse zu geben, ihre Umwelt mehr zu hinterfragen; ob nicht alles einen ganz anderen Grund hat und einen Erschaffer, der alles regiert. Gewöhnlich sagen die Leute: " Oh nein, alles ist doch mehr oder weniger zufällig auf der Welt". Dann versucht Aish nicht gegenteilige Beweise vorzubringen, nämlich das da unbedingt ein G - tt ist, aber veranlaßt die Leute zum Denken. Und wenn die Leute erst einmal mit dem Nachdenken begonnen haben, wollen sie plötzlich mehr wissen und stellen gleichermassen gewisse vorherige säkulere Aktivitäten ganz langsam ein. Damit wollen sie ihre Zeit nicht mehr verschwenden, sondern lesen lieber ein relig. Buch. Dieses ist ein ganz langsamer allmählicher Prozeß, welcher zur Einhaltung der Thoramitzwot führen kann, aber nicht muß. Das Hauptziel ist, Juden ihre eigene Yiddishkeit bewußter zu machen und ich würde das nicht zwangsläufig "Hirnwäsche" bzw. "AISHED" nennen.


Link: "AISH zu "Being AISHED"

 

Dieser Artikel stammt aus Miriam Wölkes Blog "Hamantaschen"

 
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