Der Missionsauftrag der Urchristen

Die ersten Nachfolger des Juden Jesus aus Nazaret führten ihre Sendung auf seinen Auftrag zurück (Mt 10,5f):

"Gehet nicht auf der Völker Straße und zieht nicht in der Samariter Städte, sondern geht hin zu den verlorenen Schafen aus dem Haus Israel."

So gehörte die Israelmission - keine generelle "Judenmission" - von Anfang an zum Selbstverständnis der Urchristen. Erst aufgrund seiner Auferstehung erfuhren sie Jesus als den, der die ganze Welt gerichtet und gerettet hat, und empfingen seinen Auftrag, ihn dieser Welt zu verkünden (Mt 28, 19f):


Darum geht hin und macht zu Nachfolgern alle Völker; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie zu halten alles, was ich Euch befohlen habe.

Hier wird Israel nicht zu den Völkern gezählt: Es ist ja durch die Offenbarung der Tora bereits in Gottes Bund aufgenommen. Wie die Hebräische Bibel unterscheidet das Neue Testament das ersterwählte Gottesvolk durchgängig von den übrigen Völkern und erkennt das Judentum in seiner bleibenden Besonderheit an. Auch die Taufe wird hier noch nicht als Eingliederung in eine „Kirche“ verstanden, sondern als den dreieinigen Gott bekennende Nachfolge Jesu. Mit ihr ist das Halten aller Gebote Jesu unlösbar verbunden, allen voran der Gottes- und Nächstenliebe, die Jesus ganz wie das Judentum lehrt (Mk. 12, 29-31). Diese „Lehre“ (hebräisch: „Tora“, Weisung) können die Getauften nur weltweit weitergeben, indem sie ihr gehorchen (Mt. 7, 21):

Es werden nicht alle, die zu mir 'Herr, Herr' (griechisch „Kyrios“, hebräisch „JHWH“) sagen, in das Himmelreich kommen, sondern die, die den Willen meines Vaters im Himmel tun.

Darum ist der Rückschluss unabweisbar: Wo getaufte Völker Jesu Lehre nicht folgen und das Judentum verachten, dort haben Christen ihren Auftrag nicht wahrgenommen oder gar ins Gegenteil verkehrt.

Die urchristliche Predigt beginnt demgemäß als Versöhnungsangebot von Juden, die Zeugen der Auferweckung Jesu wurden, am Tempel in Jerusalem an andere Juden (Apg. 2, 22ff):


Ihr Männer von Israel, hört diese Worte: Jesus von Nazaret, ... der durch Ratschluss und Vorsehung Gottes dahingegeben wurde, habt ihr durch die Hand der Heiden ans Kreuz geschlagen und getötet. Den hat Gott auferweckt...So wisse nun das ganze Haus Israel gewiss, dass Gott diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt, zum Herrn und Christus gemacht hat.

Nicht Anklage und Drohung, sondern die vom Gott Israels vorgesehene Hingabe in den Tod der Schuldübernahme und die so geschaffene wunderbare Wendung vom Tod zum Leben steht hier im Zentrum. Zuvor hieß es: Wer den Namen dieses Gottes anruft, der wird gerettet werden (v. 21). Nirgends heißt es: Wer Jesus nicht mit diesem Gott identifiziert, wird verdammt werden (anders als Mk. 16, 16, wo aber auch primär der Unglaube der Christen bedroht und mit dem Auftrag zum Austreiben der "Dämonen" verbunden wird, um auch die Verdammten zu retten).

Als die Evangelien verfasst wurden (ca. 70 -130 n. Chr.), hatte eine Mehrheit der damaligen jüdischen Bewohner Israels Jesus als ihren Messias schon abgelehnt. Gleichwohl halten alle Urchristen fest: „Das Heil kommt von den Juden.“ (Jh. 4, 22). Paulus von Tarsus, der Begründer der Völkermission, sieht nicht die Verstockung der noch nicht zu Christus bekehrten Juden, sondern die überheblichkeit der Christen aus den Völkern gegenüber dem Volk Israel als Hauptproblem (Röm. 11, 18):

Rühmst Du (die Gemeinde in Rom) Dich aber gegen sie, so sollst Du wissen, dass nicht Du die Wurzel trägst, sondern die Wurzel trägt Dich.

Er gibt der Völkermission Vorrang und erwartet sich davon Israels endzeitliche Bekehrung, die allein Gottes Werk sein werde (Röm. 11, 32). Darum sollen die Christen das 1. Gebot achten und aller Welt den unkündbaren Bund Gottes mit Israel verkünden, der die Völker durch Jesus Christus aus reiner Gnade an diesem Bund teilhaben lässt (Röm. 11, 2-4).

 
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