Pius XII wies die Kirchen an, Holocaust-Babies nicht zurückzugeben

von Amiram Barkat, Ha'aretz, 30.12.2004

Gemäß eines Briefes vom 20. November 1946 instruierte der Vatikan die Katholische Kirche in Frankreich, jüdische Kinder nach dem Holocaust nicht an ihre Familien zurückzugeben. Der Brief war am vergangenen Dienstag in der italienischen Tageszeitung "Corriere della Sera" veröffentlicht worden.


Die Kinder waren in die Obhut der Kirche gegeben worden, um sie vor dem Mord durch die Nazis zu schützen. Doch nach dem Krieg wurde die Kirche angeheißen, die Kinder nur dann an die überlebenden Eltern zurückzugeben, wenn sie (die Kinder) nicht getauft worden waren

Der Brief, der diese Anweisungen enthielt, wurde durch das päpstliche Büro an Angelo Roncalli, den späteren Papst Johannes XXIII, der damals der päpstliche Repräsentant in Paris war, gesandt.

"Bitte beachten Sie, dass diese Anweisungen durch den Heiligen Vater genehmigt wurden", betonte der Brief und bezog sich damit auf Papst Pius XII.

Der Brief zeigt, wie der kontroverse Papst versuchte, die Anzahl der Kinder, die die Kirche an ihre Familien zurückgab, einzuschränken. Unter anderem hatte er angewiesen, dass getaufte Kinder "nicht Institutionen anvertraut werden dürfen, die die christliche Erziehung der Kinder nicht garantieren können".

Waisenkinder, die nicht getauft worden waren, durften von der Kirche nicht an Personen übergeben werden, "die kein Recht auf sie haben".

Roncalli hatte den Ruf eines Befürworters der Juden, als er zuvor als päpstlicher Gesandter in Istanbul gedient hatte.

In Paris half er vielen Juden, nach Israel zu flüchten und missachtete die päpstlichen Anweisungen, indem er jüdischen Kindern half, zu ihren Familien zurückzukehren.

Am 19. Juli 1946 sandte er einen Brief an den Oberrabbiner in Israel, Isaac Herzog (Vater des israelischen Präsidenten Chaim Herzog), in dem er ihm die Erlaubnis gab, seine (Roncallis) "Vollmacht zu nutzen, damit diese Kinder in ihre ursprüngliche Umgebung zurückkehren können".

Amos Luzzato, Präsident der Union italienischer jüdischer Komitees, sagte in seiner Reaktion am vergangenen Mittwoch: "Das Dokument lässt erkennen, dass der Vatikan den Holocaust und den Mord an Juden komplett ignorierte. Man klebt an theologischen Argumenten, als ob dies eine gewöhnliche Situation gewesen sei. Doch diese Kinder wurden den Kirchen nicht anvertraut, um sie zum Christentum zu bekehren, sondern um sie vor dem Morden zu schützen".

Die Veröffentlichung des Briefes an Roncalli wird das kontroverse Bild von Papst Pius XII verstärken und es für den Vatikan schwer machen, die Anschuldigungen zu ignorieren, nach denen der Vatikan unter Pius XII nicht genug tat, um die Verfolgung der Juden durch die Nazis zu bekämpfen und sogar Nazi-Kriegsverbrechern half, der Justiz zu entkommen.

Die jüngsten Aufdeckungen werden wahrscheinlich auch die Bemühungen von Papst Johannes Paul II verhindern, den Grundstein für die Seligsprechung von Pius XII zu legen.


 
-.png   +.png

Main Menu
Aktuell
Wissen
Web
Kontakt
Evangeliumskirche Glaubensgeneration in Mission Gottesreich "Eine umfassende Übersicht über die Evangelikale Szene in Deutschland. Uneingeschränkt empfehlenswert!"

Image

Wir wehren uns gegen Judenmission

 

     
Juden & Jesus
                  
                                        
Antizionismus


Zionismus


© Mai 2017 Maschiach.de // Roman Gorbachov // Blog // Umsetzung // Datenschutzerklärung // Impressum