Was bedeutet Judesein in Deutschland ?

von Miriam Wölke

In Jerusalem betrachtet man Christenmission nach wie vor als etwas Aussergewoehnliches und die Mehrheit kuemmert sich nicht darum, wenn sie von Missionaren angesprochen wird. Selbst wer nicht religioes ist, hat dennoch gewisse juedische Traditionen und will G-tt nicht durch einen Menschen ersetzen. Vor allem sephardische Juden haben sehr stark verankerte Traditionen. Shabbat ja, auch wenn man vielleicht nach dem Kiddush den Fernseher anstellt. Aber Shabbatkerzen, das traditionelle sephardische Shabbatessen (meistens Kube - kleine Teigtaschen mit Fleisch etc. gefuellt) muss schon sein. Auch sollte die Schwiegertochter bzw. der Schwiegersohn schon juedisch sein. Die Kaschrut (koscher) spielt bei vielen Israelis, egal ob religioes oder nicht, ebenso eine grosse Rolle. Die juedischen Traditionen sind immer noch da und Kabbalisten nennen fuehren dies auf die juedische Neshama (Seele) zurueck.

Wie aber schaut es in Deutschland aus ? Was bedeutet das Judentum eigentlich noch fuer die deutschen Juden ? Ist es nur eine Identitaet wie jede andere auch ? Schwenke ich nur einmal die Israelfahne am israel. Unabhaengigkeitstag und sage mir dann, dass ich meine Pflicht erfuellt habe ? Wie sehen die deutschen Juden ueberhaupt ihre juedisch - religioese Identitaet ? Was nicht immer heissen muss, dass jemand streng orthodox lebt, doch zumindest sollte ein jeder wissen, was Judentum bedeutet. Vor allem sollten wesentliche Inhalte der Thora bekannt sein.

Ich war immer sehr froh, wenn ich wieder zurueck in Israel war. Vor allem nach meiner Aliyah. Ich geniesse es in einem Land zu leben, wo die Mehrheit juedisch ist, was den Vorteil mit sich bringt, dass ich mich nicht staendig rechtfertigen muss. Und selbstverstaendlich ist es einfacher in jeden Laden gehen zu koennen und koscher einzukaufen. Oder in den naechsten Buchladen und ich habe saemtliche religioesen Buecher vor mir. Ganz zu schweigen vom Shabbat.

Wer sich etwas mehr mit dem Judentum identifiziert und sich bemueht einiges ueber seine eigene Religion bzw. seine Herkunft zu lernen, bei dem haben es Missionare schwer. Die Jerusalemer Yeshiva Aish HaTorah, welche unzaehlige Filialen in den USA hat, stellte schon vor einige Jahren eine interessante Statistik auf. Was passiert im Verlauf der Generationen mit Reform - oder orthodoxen Juden ?
Die Statistik besagte, dass ueber 50% der Reformjuden in den USA einen nichtjuedischen Partner heiraten. Bei Orthodoxen lag die Zahl bei 2%.

Deutschland besteht heute ueberwiegend aus Reformgemeinden, welche die grundsaetzlichen Werte der Thora, heisst G-ttes ewig geltendes Gesetz, fuer ihre Zwecke veraendert haben. So wie es mir halt am besten passt. Was weiss denn G-tt schon von meinem Anspruechen? Wer so lebt und seine urspruenglichen Werte verliert, bei dem haben Missionare leichteres Spiel. Aber nicht nur das: Was geben denn solche Leute ihren Kindern weiter ? Welche Identitaet ? Nicht nur in den USA verlassen so viele Juden das Judentum ueberhaupt.

Ich sehe das deutsche Judentum eher als etwas Politisches an. Man vertritt seine Rechte als das Judentum insgesamt, doch mit Religion hat alles nichts zu tun. Die Politik hat die Thora eingeholt. Selbst orthodoxe Rabbiner halten Vortraege in Kirchen oder Kloestern und leider schaut die Realitaet so aus, dass auch zu jenen Vortraegen mehr Nichtjuden als Juden kommen. Und so wurschtelt jeder so vor sich hin. Jeder will im Gemeindevorstand sein und dort angekommen, sollte auch gefaelligst schon die Presse warten. Die eigene Selbstdarstellung hat G-tt verdraengt.


Dieser Artikel stammt aus Miriam Wölkes Blog "Hamantaschen"
 
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