Die Arroganz der christlichen Missionare

Mittlerweile habe ich mich daran gewoehnt, e - mails von christlichen Missionaren zu bekommen. Egal ob auf Deutsch oder Englisch. Da ich verhaeltnismaessig viel ueber das Vorgehen der Missionare berichte, meinen diese, sie muessten mich jetzt zum messianischen Judentum bekehren und schreiben mir ihre absurden Ideen. Wenn ich mich nicht sofort bekehren lasse, ende ich in der Hoelle. Ehrlich gesagt ist mir ein Hoellenbesuch lieber als mich mit diesen Leuten zu treffen. Aber um es dennoch abermals klar zu machen, im Judentum haben wir keine Hoelle, sondern ein voellig anderes Konzept.

Was mich immer wieder ueberrascht ist die Arroganz der Missionare und ihre gleichzeitige Ignoranz der Thora gegenueber. Es ist allgemein ueblich, dass Missionare ueber keine grossen Thorakenntnisse verfuegen. Stattdessen werden Phrasen aus ihren Vorbereitungsseminaren wiederholt. Etwas Neues hoert man von nie von ihnen, sondern immer wieder die gleichen Aussagen wie schon vor Hunderten von Jahren.

Nach Hunderten wenn nicht sogar nach 1000 Jahren hat sich die katholische Kirche endlich bequemt zuzugeben, dass J. keine einzige Bedingung eines Meschiach erfuellt hat. Im Talmud Sanhedrin finden wir eine Liste jeglicher Bedingungen, die ein Meschiach erfuellen muss und J. ist zu 100% gescheitert.
Diese Tatsache wurde von der Kirche zwar zugegeben, doch im selben Moment kam sie mit einer neuen Idee daher, denn die Schaefchen muessen ja irgendwie bei der Stange gehalten werden. J. wuerde ein zweites Mal kommen und dann alle Bedingungen erfuellen, so die neue Aussage. Nun, wenn ich G - tt waere, dann kaeme ich sicher nicht auf die Idee, meine eigenen Gesetze zu brechen. Wie sollte ich das tun? Muesste ich dann wirklich ein zweites, drittes oder viertes Mal kommen, um zu beweisen, dass ich G - tt bin?

Ein weiteres populaeres Zitat, welches ich regelmaessig hoere ist, ist einer der Namen G - ttes Elokim. Elokim ist im Plural geschrieben und christlicher Philosophie zufolge muss es demnach mehrere G - tter geben (Sohn, Vater und Heiliger Geist). Im Judentum sehen wir Elokim allerdings nicht als Pluralform an, sondern vielmehr drueckt der Name die unterschiedlichen Kraefte G - ttes, zum Beispiel, bei Seiner Erschaffung der Welt aus. G - tt handelt mit mehreren Kraeften zugleich und jene sind in dem Namen zusammengefasst.

Missionare kennen die Thora nicht in ihrer Originalversion, sondern beziehen sich auf obskure Uebersetzungen. Irgendwann habe ich aufgehoert zu zaehlen, wieviele verschiedene Thoraversionen und Uebersetzungen es im Christentum gibt. Jeder bringt neue Woerter mit ein oder streicht anderes heraus, ganz wie beliebt. Der eigentliche Sinn ist schon laengst verloren gegangen. Um ein ganz einfaches Beispiel zu nennen, brauchen wir nur die erste Seite im Genesis (Bereshit) aufzuschlagen, wo es heisst:

"Bereshit bara Elokim et HaShamaim ve et Haaretz." - "Am Anfang erschuf G - tt den Himmel und die Erde."

Wo immer der Name Elokim in der Thora auftaucht, steht er im Singular. Im hebraeischen Original steht das Wort "bara - erschuf" vor dem Wort Elokim im Singular. Waeren es mehrere G - tter so muesste das Wort baru und nicht bara heissen. Es ist klar, dass wer kein Hebraeisch kann, diese immens wichtigen Unterschiede nicht sieht.

Christen genauso wie viele Juden auch kennen die Thora nicht in der Originalversion und glauben schlichtweg alles, was andere ihnen erzaehlen. Die beste Thorauebersetzungen im Englischen gibt es bei ARTSCROLL. Was bei Artscroll ausserdem sehr gut ist, sind die Erklaerungen der Thorakommentatoren unterhalb des Textes.

Ein weiteres beruehmtes Zitat ist die juengfraeuliche Geburt, welche ihre Wurzeln in einer anderen falschen Uebersetzung hat. Das an der Stelle geschriebene Wort in den Propheten (Na'ara) heisst nicht Jungfrau, sondern junge Frau.

Die Thora, der Talmud und die Propheten sind in Metaphern geschrieben und geben uns teilweise versteckte Informationen. Um die verborgenen Informationen herauszulesen, braucht es ein jahrelanges intensives Studium. Missionare dagegen verfuegen ueber dieses Wissen nicht und glauben, was sie lesen, ohne gross darueber nachzudenken. Sie lieben es sich ihre eigenen Interpraetationen zurecht zuspinnen. Falls ihre Ideen nicht in den jeweiligen Zusammenhang passen, werden sie so zurecht gebogen, bis sie hineinpassen.

Bis heute ist mir unklar, warum Christen so unglaublich fanatisch die Juden konvertieren wollen. Mir sagte einmal jemand, dass die eigentlich nur neidisch waeren, weil sie keine Juden seien. Wie dem auch sei, im Judentum (siehe Talmud Sanhedrin) haben Juden und Nichtjuden gleichermassen die Moeglichkeit in die kommende Welt (Olam HaBah) zu kommen. Die einzigen Gesetze, die Nichtjuden einhalten sollten, sind die 7 Gebote Noachs (siehe Talmud Sanhedrin). Stattdessen aber verbreiten Missionare unentwegt das Geruecht, dass G - tt die Juden verlassen haette und das sie (die Christen) die neuen Auserwaehlten seien. Um es nochmals zu sagen: Wenn diese Leute die Thora wirklich kennen taeten, waere ihnen sicher nicht entgangen, dass G - mehrere Male sagt, dass er die Juden niemals verlassen und die Thora fuer ewig gelten wird (siehe vor allem Sefer Devarim - Deuteronomy). Es kann nicht einfach jemand daher kommen, G - ttes ewige Gesetze aendern und behaupten, er sei der neue Auserwaehlte.

Hier mehr Infos zum "Juedischen Meschiach":

http://hamantaschen.blogspot.com - Teil 1

http://hamantaschen.blogspot.com - Teil 2


Dieser Artikel stammt aus Miriam Wölkes Blog "Hamantaschen"

 
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