Neshama Yeterah - Die zusätzliche Seele am Shabbat

Von Miriam Wölke

 

Einfacher Interpretation zufolge handelt es sich bei der "Neshama Yeterah" um eine zusätzliche Seele, die jeder Jude am Shabbat erhält. Manche Kommentatoren sagen, dass diese extra Seele am Freitag Abend mit Shabbatbeginn zu uns kommt, andere wiederum meinen, sie käme schon am Mittwoch in unseren Körper.

Nach Shabbatausklang am Abend entfernt sich diese zusätzliche Seele wieder.

Wie dem auch sei, die Neshama Yeterah ist keinesfalls ein einfaches Thema und die Kabbalah hat so ihre eigenen Vorstellungen darüber, worum es sich dabei wirklich handelt. Aber ich gehe einfach einmal von der ersten Beschreibung aus; nämlich jener der zusätzlichen Seele am Shabbat. Alles weitere Kabbalistische könnt Ihr auf meinem Kabbalah - Blog lesen.

In der Gemara (rabbinische Diskussionen) im Talmud Traktat Taanit 27b kommt eine äußerst interessante Diskussion auf. Und zwar geht es dort um die frühen Nazarener, die Juden waren und überwiegend in Nordisrael, in Galiäa lebten. Der Historie zufolge gab es in Galiäa schon immer weitaus höhere Tendenzen einen Meschiach herbeizusehnen als anderswo im Land Israel. Kein Wunder also, dass vor allem der Norden anfällig für die Lehren des herumpredigenden J. war. Ohne weitläufige Kenntnisse über das Judentum glaubte die damalige Landbevölkerung fast jedem Prediger, der ihnen etwas versprach. Bei den gelehrten Rabbinern und anderen in Jerusalem sah es dagegen schon ganz anders aus.


Nach dem Tode J.'s waren seine Anhänger, die Nazarener, weiterhin gläubige Juden, die nach den Thoragesetzen lebten. Unter anderem hielten sie Shabbat und aßen koscher. Der einzige Unterschied zu den anderen Juden war, dass sie J. als Meschiach sahen.
Die Aufgabe der Halachot (Gesetze) standen nicht zur Debatte und hätte ihnen jemand erzählt, dass dies irgendwann einmal durch einen Fanatiker namens Paulus aufgehoben wird, dann hätten die ursprünglichen frühen Anhänger J.'s beide Hände über dem Kopf zusammen geschlagen.

Und so diskutiert dann auch der Talmud Taanit 27b ein höchst interessantes Thema. Eigentlich wird an jener Stelle das Thema "Fasten" diskutiert, doch nebenbei wird ein wichtiger Punkt erwähnt. Nämlich vom bekannten talmudischen Rabbiner Reish Lakish. Diesem ist es absolut schleierhaft, wir die späteren Anhänger des J. den Ruhetag (Shabbat) auf einen Sonntag verlegen konnten.

Die zusätzliche Seele (Neshama Yeterah) für den Shabbat erhält ein Jude spätestens am Freitag Abend mit Shabbatbeginn. Wie also können demnach die späteren Nazarener den Shabbat auf einen Sonntag verlegen ? Eine vollkommene Absurdität. Vor allem deshalb, weil sich am Shabbatausklang diese Seele wieder entfernt.
Seltsame Denkvorgänge, die nicht auf ein hohes talmudisches Wissen seitens der Nazarener hindeuten.

Übrigens nennt der Talmud Sofrim 17:5 die Nazarener nicht mehr bei diesem Namen, sondern nennt sie ganz einfach Christen.
Zu bestimmten Zeiten mußten Wörter im Talmud geändert werden, da besonders im Mittelalter die Kirche rigoros gegen Juden vorging. Talmudverbrennungen und Morde an Juden waren damals an der Tagesordnung. Um die Kirche nicht unnötig negativ zu stimmen, wurden verschiedene Paragraphen aus dem Talmud genommen und in den extra eingerichteten Haschmatot untergebracht. Wer die wirklichen Talmudoriginale lernen möchte, der muß schon in die aramäischen / hebräischen Originaltexte gehen.

 

Dieser Artikel stammt aus Miriam Wölkes Blog "Hamantaschen"

 
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