Mission unter Juden

Judenmission in der Glaubensgeneration Die durch russische Kultur geprägte „Evangeliumskirche Glaubensgeneration“ führt unter einer eigens dafür eingerichteten Seite einen Kreuzzug gegen einen Kritiker und demaskiert sich dabei selbst. Die evangelikale Sekte spielt dabei mit Ressentiments ihrer Mitglieder und liefert Munition für ihre christlich-fundamentalistischen Verfechter.

So greift Sie in einem Pamphlet mit dem Titel „Wer ist der Verfasser der Negativen Seiten???“ die Abstammung eines Kritikers auf und bezeichnet ihn als „fanatischen Juden“. Was danach kommt ist beispielloser und teils menschenverachtender Zynismus.

So sprechen die Verfasser davon, dass das Judentum nicht abgelegt werden kann. Ihrer Meinung nach bleibt ein Mensch jüdischen Glaubens selbst dann Jude, wenn er sich einer anderen Glaubensgemeinschaft anschließt. Dies setzt voraus, dass das Judesein ethnisch und rassistisch definiert wird. Diese Herangehensweise ist nicht neu. Schon der deutsche Antisemitismus vor 1945 nutzte diese rassisch-völkische Sicht, um auch konvertierte Juden weiterhin als Menschen mit angeblich unveränderlichen, ererbten Charaktereigenschaften brandmarken zu können. Durch Verzicht auf Religionsausübung, Austritt aus der Gemeinde, Konversion in eine andere Religion oder Heirat mit Andersgläubigen konnte sich ein so gebrandmarkter Mensch nicht „seines Judentums“ entledigen.

Für alle Völker galt, seit den Anfängen des Christentums, durch die Taufe wird man Teil des Leibes Christi, wird neugeboren. Für die Juden galt dies nicht. Der Gelehrte Erasmus schrieb, sich auf den Juden Pfefferkorn beziehend: „Deutschland hätte kein derartiges Ungeheuer hervorbringen können; seine Eltern sind Juden, und er bleibt es, auch wenn er seinen unwürdigen Leib in die Taufe Christi getaucht hat“. Durch die Brandmarkung als Jude wurde Menschen systematisch Integration und Akzeptanz verwehrt. Die Juden, das waren immer die Anderen. So ließ sich etwas Heinrich Heine zwar taufen und legte seinen jüdisch klingelnden Namen Chaim Bückenburg ab, doch auch dies brauchte ihm nicht die erstrebte Anerkennung.

Mag sich das Verhältnis zu den Juden Europas geändert haben, doch antisemitische, sich aus dem kirchlichen Antijudaismus speisenden Ansichten leben in vielen evangelikalen Bewegungen weiter. Auffällig ist die Ablehnung gegen das Volk der „Gottesmörder“ vor allem in Freikirchen mit starkem Zulauf von Menschen aus Osteuropa. Offensichtlich einverleibt sich eine evangelikale Gruppe ebenfalls dieses Muster.

Die Wirklichkeit ist anders und über jeden Rassismus erhaben. Die Geburtsstunde des Judentums schlug vermutlich erst um 450 v.Z., mit dem Auftreten des Priesters Esra. Für Esra war das Glaubensbekenntnis mindestens ebenso wichtig, wie die Abstammung. Doch auch schon zuvor spielten ethnische Merkmale eine untergeordnete Rolle.

Verfolgt man die Geschichte der Hebräer und Israeliten, so erkennt man einen beispiellosen Pluralismus und eine bemerkenswerte Multikulturalität. Der Erzvater Abraham ist nach jüdischer Ansicht nicht nur der Vater des jüdischen Volkes, sondern der Ursprung vieler Kulturen. So sollen nach talmudischer Auslegung selbst die Römer auf Abraham zurück gehen.  Bekannter ist allerdings, dass sich der Islam direkt und unmittelbar auf Abraham und seinen Sohn Ismael beruft.

Während der gesamten jüdischen Geschichte, dem Bau und Zerstörung beider Tempel, der glorreichen Könige und Priesterschaft war Übertritt und Konversion ein immerwährendes Thema. Doch niemals wurden dabei rassische Maßstäbe angelegt.

Dieser großen Weitsicht ist es zu verdanken, dass es heute eine weltweit aktive jüdische Gemeinschaft gibt. Äthiopische Juden aus Schwarzafrika, Bergjuden aus Aserbaidschan und Dagestan, Cochin-Juden aus Indien, sefardische Juden aus arabischen Ländern und aschkenasische Juden aus Osteuropa (Eine bemerkenswerte Übersicht bietet das Projekt "Scatterd Amon The Nation") finden im Judentum nicht nur eine kulturelle Heimat sondern auch eine tatsächliche, nämlich in der Manifestation des israelischen Staates.

So wundert es nicht, dass für die Einwanderung nach Israel (Alija) vor allem das Bekenntnis zur jüdischen Religion wichtig ist. Das Heimkehrgesetz verlangt entweder die Abstammung von mindestens einer jüdischen Ururgroßmutter mütterlicherseits oder die Konversion zum Judentum. Mit Übertritt in eine andere Religion erlischt der Anspruch auf Einwanderung nach Israel - Man ist dann kein Jude mehr.

Das israelische Heimkehrgesetz stellt auch die Grundlange für die Einwanderung von Juden aus Osteuropa nach Deutschland dar. Bisher haben sich 108 Tausend Juden für diesen Weg entschieden und sich einer jüdischen Gemeinde in Deutschland angeschlossen. Sie stellen nun ein leichtes Ziel für Missionierungsversuche evangelikaler Christen in Deutschland dar.

Da sie Russisch sprechen sind diese Juden auch für die „Evangeliumskirche Glaubensgeneration“ und andere Sekten interessant. Treten Juden zum Christentum über, so gelten auch sie nicht mehr als dem jüdischen Volk zugehörend und werden das jüdische Leben in Deutschland nicht mitgestalten können. Da das Judentum selbst nicht missioniert kann daraus ebenfalls kein Wachstum entstehen. Der Mitgliedsschwund in den jüdischen Gemeinden wird also weiter steigen und das evangelikale Christentum von einem großen Wunder sprechen und ihr Missionswerk anpreisen.

Judenmission aus der Sicht der großen Kirchen

Ein weiterer Aspekt der „Judenmission“ ist die Missachtung des Judentums und jüdischer Menschen. Aus der „Arbeitsgruppe Juden und Christen“ beim evangelischen Kirchentag in München 1959 ging 1961 die Arbeitsgemeinschaft Juden und Christen hervor. Sie bestand aus 28 Personen, darunter den Juden Schalom Ben-Chorin , Robert Raphael Geis, Ernst Ludwig Ehrlich , Eva Gabriele Reichmann und Eleonore Sterling sowie den Christen Helmut Gollwitzer, Hans-Joachim Kraus, Günther Harder und Adolf Freudenberg. Sie erklärte bei ihrer Gründung:

„Juden und Christen sind unlösbar verbunden. Aus der Leugnung dieser Zusammengehörigkeit entstand die Judenfeindschaft in der Christenheit. Sie wurde zu einer Hauptursache der Judenverfolgung. Jesus von Nazareth wird verraten, wenn Glieder des jüdischen Volkes, in dem er zur Welt kam, als Juden mißachtet werden. Jede Form der Judenfeindschaft ist Gottlosigkeit und führt zur Selbstvernichtung. [...] Gegenüber der falschen, in der Kirche jahrhundertelang verbreiteten Behauptung, Gott habe das Volk der Juden verworfen, besinnen wir uns neu auf das Apostelwort: 'Gott hat sein Volk nicht verstoßen, das er zuvor ersehen hat' (Röm 11,2).“

Günther Harder erläuterte diese Aussagen: Die Judenmission sei eine Sache des Pietismus gewesen, der alle Menschen als Individuen habe bekehren wollen und damit den Volks- und Gemeinschaftscharakter des Judentums missachtet habe. Auch hätten die christlichen Missionsgesellschaften politische Privilegien erhalten, da man von ihnen die „Lösung der Judenfrage“, nämlich die Eingliederung der Juden in das christliche Abendland erwartet habe. Ein Dialog dagegen setze voraus, dass man sich von den Juden etwas sagen lasse, ihnen mit bedingungsloser Liebe begegne und sie nicht erst dränge, sich zu ändern.

So war es nur folgerichtig, dass sowohl die katholische , wie auch die evangelische Kirche eine Abkehr von der Judenmission vollzogen hat. Während des Zweiten Vatikanischen Konzils sind wichtige Schritte Richtung einer jüdisch-christlichen Versöhnung begangen worden. In der evangelischen Kirche geschah dies deutlicher.

Sie erklärt zuerst historisch: Die Judenmission ist „durch die Hypothek der im Laufe der zweitausendjährigen Kirchengeschichte aufgetretenen Judenfeindschaft unerträglich belastet, wobei als deren letzte und extreme Auswirkung der Versuch der totalen Vernichtung des europäischen Judentums in der Schoa verstanden wird“, heißt es in der Denkschrift der EKD Christen und Juden (Absage an jegliche Judenmission). Die historischen Gründe für die Absage an die Judenmission sind daher verständlich. Sie stellt aber auch theologisch fest, dass Gott seine Treue zu „seinem Volk Israel“ niemals verworfen habe. Es sei daher nicht vertretbar „Juden mit den außerhalb des biblischen Gottesglaubens stehenden Menschen und Völkern gleich zu stellen, noch den ihnen fehlenden Glauben an Jesus zum entscheidenden Kriterium für ihre Zugehörigkeit zu Gott und zum Bereich seines Heils zu erklären“

Weiter heißt es:

„Unbestritten bleibt für Paulus bei alledem, dass Israel auch weiterhin in besonderer Weise mit Gott verbunden ist, obwohl es sich in seiner Mehrheit der Botschaft von Jesus als seinem Messias und Herrn verschloss: Es ist aufgrund der ihm von Gott verliehenen Heilsgaben (Röm 9,4f) bleibend erwählt und damit Gottes Volk (Röm 11,2). Die weltweite Völkermission ist der endzeitlichen Sammlung Israels zugeordnet als deren Vorbedingung. Weder ist Israel vom Heil getrennt, noch ist es eingeebnet in die Völkerwelt – als ein Volk unter anderen. Grundsätzlich bleibt der Auftrag zur Sammlung Israels als des Gottesvolkes des Anfangs bestehen (Gal 2,7); aber er ist hinsichtlich seiner Durchführung geschieden vom Auftrag zur weltweiten Völkermission.“

Der Gesprächskreis Juden und Christen im Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), stellte im April 2008 noch einmal im Einklang mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil fest:

„Weil Gottes Bund Israel bereits das Heil erschlossen hat, braucht die Kirche nicht um das Heil Israels besorgt zu sein, die Juden nicht zum christlichen Glauben zu bekehren und sie nicht um ihres Heiles willen zur Taufe zu veranlassen“

Auch in der direkten Umgebung des „Evangeliumskirche Glaubensgeneration“ bleiben diametral unterschiedliche Vorstellungen. Während die Evangelikalen um jeden Preis die Juden missionieren wollen, stellt der Stadtdechant Dr. Michael Dörnemann (Katholische Kirche, Bistum Essen) in einem Grußwort anlässlich des Pessach-Festes, an die Jüdische Gemeinde „Duisburg – Mülheim/Ruhr - Oberhausen“ klar:

„In den vergangenen Wochen hat es Irritationen im Verhältnis von Judentum und katholischer Kirche gegeben. Darum möchte ich an dieser Stelle noch einmal betonen: Grundsätzlich ist uns Christen seit Beginn an das Gespräch mit unseren „älteren Brüdern und Schwestern" (Papst Johannes Paul II.) als Aufgabe gegeben; denn schon in den frühesten Zeugnissen unseres Glaubens klärt der Apostel Paulus, dass das jüdische Volk der Grund des Christentums ist und er warnt vor Überheblichkeit:

„Denn nicht ihr tragt die Wurzel sondern die Wurzel trägt euch." (Brief an die Römer 11,18) Unmissverständlich stellt Paulus klar, dass das Heilsversprechen Gottes an das auserwählte Volk andauert. […] Wir können nur demütig mit den Päpsten Johannes Paul II. und Benedikt XVI. um die Gnade der Versöhnung bitten, sowie die Aufgabe annehmen, die uns das II. Vatikanische Konzil noch einmal einschärft, nämlich aktiv gegen „alle Hassausbrüche, Verfolgungen und Manifestationen des Antisemitismus, die sich zu irgendeiner Zeit und irgendjemand gegen Juden richten" (Nostra aetate 4) aufzustehen und mit allen uns zur Verfügung stehenden Mittel vorzugehen.

Auf diesem Hintergrund wünsche ich Ihnen ein friedvolles Pessach, und für die Zukunft hoffe ich im Namen der katholischen Kirche von Oberhausen auf eine gute Weiterführung unseres Dialogs.“

Auch Joachim Deterding, Superintendant des evangelischen Kirchenkreises Oberhausen schreibt:

„Gott segne und stärke das Miteinander unserer Gemeinden in Duisburg, Mülheim und Oberhausen; er lenke unsere Füße auf den Weg des Friedens, des Respekts und der Freiheit und möge uns verbunden halten in unserem gemeinsamen Ringen um mehr Freiheit, Frieden und Gerechtigkeit in dieser Welt.

Schalom!“

Doch diese Bemühungen verwirft die „Glaubensgeneration“ ebenso wie ihre evangelikalen Partner und so bleibt sie dem Dialog nicht nur fern, sondern stört diesen durch unaufhörliche Judenmission, Missachtung des jüdischen Glaubens und stetiger verbaler Angriffe gegen Vertreter der jüdischen Glaubensgemeinschaft. Damit bekräftigt die Organisation ihre Nichtzugehörigkeit zu den Statuten der großen christlichen Kirchen in Deutschland.

Aber auch außerhalb der Kirche wird die Mission unter Juden als „Judenfeindliche Maßnahme“ wahrgenommen. So ordnet der Historiker Gerhard Czermak diese, in seinem Buch „Christen gegen Juden“ als solche ein.

 

Es bleibt festzhalten: Judenmission ist keine Integrationsleistung, sondern die Zerstörung des Judentums in Deutschland mit unfairen Mitteln ohne theoligische Grundlage und unter Missbilligung der großen Kirchen.

 
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