Irving Greenberg

Rabbi Irving Greenberg ist ein moderner orthodoxer Rabbiner, der ausführlich darüber geschrieben hat, wie der Holocaust die jüdische Theologie beeinflussen sollte. Greenberg hat ein orthodoxes Verständnis von Gott. Wie viele andere orthodoxe Juden glaubt er nicht, dass Gott Menschen dazu zwingt, das jüdische Gesetz zu befolgen; er glaubt vielmehr, das jüdische Gesetz sei Gottes Vermächtnis für das jüdische Volk und die Juden sollten dem jüdischen Gesetz als Norm folgen. Greenbergs Bruch mit der orthodoxen Theologie geht einher mit seiner Analyse der Implikationen des Holocaust. Er schreibt, das Schlimmste was Gott dem jüdischen Volk antun könnte, weil es seine Gebote nicht befolgt, sei eine holocaustartige Katastrophe - aber genau dies ist geschehen. Greenberg sagt nicht, dass Gott tatsächlich den Holocaust benutzt hat, um die Juden zu bestrafen - er sagt nur, wenn Gott dies beschließen würde, wäre es das schlimmstmögliche Ereignis. Etwas Schlimmeres als der Holocaust ist in der Tat kaum vorstellbar. Deshalb, weil Gott uns mit nichts Schlimmerem bestrafen kann als mit dem, was tatsächlich schon passiert ist, und weil Gott die Juden nicht zwingt, das jüdische Gesetz zu befolgen, können wir nicht behaupten, dass diese Gesetze durchsetzbar seien. Folglich, argumentiert Greenberg, sei der Bund zwischen Gott und dem jüdischen Volk zerbrochen und nicht länger verbindlich.

Greenberg stellt fest, dass es verschiedene schreckliche Katastrophen in der jüdischen Geschichte gegeben habe, und jede von ihnen hatte den Effekt, das jüdische Volk weiter von Gott zu distanzieren. Der rabbinischen Literatur zufolge empfingen die Juden nach der Zerstörung des ersten Tempels in Jerusalem und dem Massenmord an den Jerusalemer Juden keine direkten Prophezeiungen mehr. Nach der Zerstörung des zweiten Tempels und dem damit einhergehenden Massenmord konnten die Juden nicht mehr im Tempel opfern. Dieser Weg zu Gott war nun versperrt. Greenberg vermutet, dass Gott nach dem Holocaust nun die Gebete von Juden nicht mehr erhört.

So hat Gott seinen Bund mit dem jüdischen Volk einseitig aufgekündigt. Nach dieser Ansicht besitzt Gott keine moralische Autorität mehr, um zu verlangen, dass die Menschen seinem Willen folgen sollten. Aber Greenberg schließt daraus nicht, dass die Juden und Gott fortan getrennte Wege gehen sollten; vielmehr meint er, wir sollten den Bund zwischen den Juden und Gott heilen, und das jüdische Volk sollte das jüdische Gesetz auf freiwilliger Basis annehmen.

Greenbergs Ansichten haben harsche Kritik innerhalb des orthodoxen Judentums erregt.
 
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