Wie Juden für Jesus ihre Bewegung zu rechtfertigen versuchen

Um die Bewegung der Juden für Jesus zu rechtfertigen wird mit allen Mitteln versucht, Grundlagen in den jüdischen Schriften zu finden. Die Juden für Jesus schrecken nicht davor zurück, die absurdesten Theorien zur Rechtfertigung ihres Kults aufzustellen. Dabei wird sogar mit urchristlichen Tabus gebrochen und umstrittene Quellen und Lehren angeführt. Diese Seite vesucht anhand von Beispielen die Widersprüche in den Erklärungen dieser Bewegung aufzuzeigen. Erklärungsversuch 1 - Rabbiner wollen Jesus nicht anerkennen

Für diesen Erklärungsversuch wird den Rabbinern vorgeworfen, sie seien mehr oder minder blind. Das Thema wäre, in den jüdischen Gemeinden, kein Thema und eine ernsthafte Auseinandersetzung würde man erst gar nicht zulassen.

Zur Untermauerung der Thesen krammt man sogar alte, freie übersetzungen der jüdischen Schriften ins aramäische "Targum Jonathan" [2] hervor, um im nächsten Satz den Rabbinern vorzuwerfen, sie hätten wiederum bestimmte Aussagen zu frei formuliert. In der Realität ist aber das Leben mit den Christen und dem christlichen Weltbild schon immer ein Thema innerhalb des Judentums gewesen. Nicht zuletzt, die Juden für Jesus führen zahlreiche jüdische Rabbiner, die zum Christentum konvertiert sind an. Im jüdisch-christlichen Dialog ist jeder Rabbiner in der Pflicht sich mit dem Christentum zu befassen. In den USA gehören auch die christlichen Schriften zur Pflichtlektüre der angehenden Rabbiner und nicht zuletzt Raschi, einer der wichtigsten Kommentatoren der jüdischen Schriften befasste sich sehr intensiv mit der christlichen Denkweise. Gerade dann, wenn sich die Rabbiner, wie im Falle Raschis mit dem Christentum beschäftigten führte dies dazu, dass weitere Argumente gegen die christliche Dogmen verschriftlicht worden sind. Raschi selbst wird heute noch von den Juden für Jesus möglichst in ein negatives Bild gerückt, da er eindeutig Stellung zu bestimmten Dogmen bezieht, so z.B. auch in dem auf Jesus ausgelegten Psalm 2 [4].

Und auch die Aussage, die Rabbiner hätten wissentlich etwas aus der Synagogenlesung entfernt ist so unhaltbar. Das gern von den Missionaren zitierte "Jesaja 53" wird beispielsweise in Reformsynagogen Englands zu Jom Kippur gelesen. Was also von den Vorwürfen bleibt, wäre der berühmte Schleier vor den Augen, der Rabbiner. Dieser lässt sich aber weder durch Tatsachen, noch theologisch beweisen.


Erklärungsversuch 2 - Das Dogma der Dreifaltigkeit

Gleich zu Anfang wird uns erklärt "Christen glauben, dass ein Gott existiert in einer Art, wie es der begrenzte Mensch nie ganz verstehen kann: in drei Personen oder Persönlichkeiten" und weil eben ein begrenzter Mensch, dies niemals verstehen kann, führen die Juden für Jesus gleich eine ganze Reihe von rabbinischen und mystischen Lehren an. Dies kann wohl auch nicht nur ein begrenzter Mensch nicht verstehen, denn wir lesen ein paar Zeilen zuvor:

"Einfach ausgedrückt, rabbinische Theologie ist anders als biblische Theologie. Rabbinischer Judaismus ist nicht der Glaube der Bibel. (...) Statt der Schriften als dem wichtigsten Leitfaden zum Leben wurden die rabbinischen Diskussionen des Talmud und die verschiedenen Ableger der Tradition die Brennpunkte für die Planung des jüdischen Lebens und Denkens."

Die messianischen Juden sagen "Wir bestätigen, dass die Hebräische Bibel die Einheit GOTTES lehrt.", um einen Satz später zu behaupten, dass "er zur gleichen Zeit irgendwie mehr ist als Einer [ist]." Um diese These zu untermauern wird als Beweis angeführt, dass das Wort "Elohim" selbst in der Pluralform steht und anderen Stellen das Wort "Eloha" verwendet wird, dass in der Einzahl ist. Daraus schließen die Juden für Jesus nun, dass Gott aus mehreren Personen bestehen muss. Diese Erklärung greift zu kurz, denn es fehlt das Verständnis des Wortes "Elohim". Wie viele andere, wichtige hebräische Wörter steht auch dieses, in der Pluralform, so z.B. Jeruschalaim (Die Stand Jerusalem) oder Chaim (Leben). Zusätzlich kann das Wort "Elohim", je nach Kontext für Richter oder Engel stehen (Psalmen 82,6). Mose selbst wird in 2. Mose 7,1 als Elohim bezeichnet. Würde die Pluralform des Wortes wirklich auf die mehrpersönlichkeit eines Wesens hindeuten, dann würde sich die Frage stellen, aus welchen Personen bestand Mose?

Doch damit nicht genug. Die Juden für Jesus werfen Maimonides vor, bei der Festsetzung seiner 13 Glaubensregeln das Wort "echad" durch "yachid" ersetzt zu haben, was eine untrennbare Einheit beschreibt. Die Forderung die Lehre von einer trennbaren Einheit würde aber die Frage aufwerfen, in wieweit dann andere christliche Dogmen Bestand hätten. So z.B. der Glaube daran, dass die Welt durch Jesus erschaffen wurde und Jesus der Erlöser Israels und der Welt ist. Denn bei der Beschreibung des Erlösers Israels in Jesaja 47,4 wird der Eigenname Gottes verwendet, nicht das Wort Elohim, damit wäre es nicht mehr möglich Jesus als den erwarteten Erlöser zu bennenen, denn der Eigenname Gottes bezeichnet eine bestimmte Person (nach christlicher Logik 1 von 3) und lässt sich auf niemanden anderen umdeuten. Der Erlösere Israels wäre damit Gott der Vater. Durch die obige Forderung würden die Juden für Jesus, sich der christlichen Logik und damit sich selbst in den Weg stellen. Die Juden für Jesus geraten auch in Erklärungsnot, wenn man folgendes Beispiel heranzieht. Jesaja 44,6 sagt aus "(...) außer mir gibt es keinen Gott (Elohim)" und Jesaja 44,8 "(...) Gibt es einen Gott (Eloah) außer mir?".
Trotz allen Verdrehungsversuche beten wir "Schm'a Jisrael: " Elohejnu, " Echad!", nicht Yachid.

Absurd erscheinen auch die Erklärungsversuche, des "Heiligen Geistes" (Ruah HaKodesh), denn ebenso kann behauptet werden, dass es einen "Bösen Geist" (Ruach Ra) gibt, so wie es in 1. Samuel 16,15 steht oder etwa einen "Lügengeist", der in 1. Könige 22,23 aufgeführt wird. Das Dreifaltigkeitsdogma kann also mit den Argumenten der Juden für Jesus nicht erklärt werden. Viel wahrscheinlicher wäre, wenn man deren Argumentation folgen würde, eine Vier- oder Fünffaltigkeit.

In einigen Texten der Juden für Jesus wird das christliche Dogma der Dreifaltigkeit mit der Kabbala, einer umstrittenen mystischen Lehre erklärt. Hier wird das wichtigste Buch der jüdischen Mystik herangezogen, der Sohar [1]. Zu sagen, dass dieses Werk den Dreifaltigkeitsglauben des Christentums stützt wäre falsch, denn die Kabbala versucht das Wesen der Welt in mehrschichtigen Konstrukten zu erklären. So bestehen, laut kabbalistischer Lehre, alle Dinge und gar die menschliche Seele aus mehreren Spheren, die Welt ruht auf 613 Säulen usw., davon zu sprechen, dass durch die Kabbala sich die pluralistische Idee innerhalb eines Gottes behaupten konnte ist realitätsfremd. Die kabbalistischen Lehren sind nicht Bestandteil der klassischen, jüdischen Lehren. Würde man dem Sohar zustimmen, müsste man sich auch hier von dem christlichen Weltverständnis lösen.

Erklärungsversuch 2 - Jesus ist der Messias

Auf Ihrer websiete führen die Juden für Jesus Prophezeihungen an, die belegen sollen, dass Jesus der jüdische Messias ist. Detailiert behandeln wir dieses Thema bereits in dem Artikel "Der Messias des Judentums" [10]. Auf dei konkreten Aussagen der Juden für Jesus gehen wir aber noch zusätzlich ein.

Aussage 1:

"Detailgetreu erfüllt Jesus die messianischen Erwartungen der Hebräischen Schriften, was Abstammung, Geburtsort, die Zeit und den Lebensstil anbelangt. Der Bericht dieser Erfüllung kann in den Seiten des Neuen Testamentes gefunden werden. Noch mehrere andere Faktoren wirken zusammen, um die Messiasschaft Jesu weiter zu untermauern."


Diese Aussage ist belanglos und im Grunde der Versuch den Lebensweg eines Menschen in ein bestimmtes Schema zu pressen. Die Kriterien eines jüdischen Messias sind jedoch trotz allem nicht erfüllt worden, diese wären:

1. Er muß jüdisch sein. (Deuteronomium 17,15, Numeri 24,17)
2. Er muß dem Stamm Judah angehören (Genesis 49,10) und ein direkter männlicher Nachkomme (Sohn nach Sohn) von König David (1. Chronik 17,11, Psalm 89,29-38; Jeremia 33,17; 2. Samuel 7,12-16) und König Salomon sein. (1. Chronik 22,10; 2. Chronik 7,18)
3. Er muß das jüdische Volk aus dem Exil versammeln und nach Israel zurückbringen. (Jesaja 27,12-13; Jesaja 11,12)
4. Er muß den Jüdischen Tempel in Jerusalem wieder aufbauen. (Micah 4,1)
5. Er muß den Weltfrieden bringen. (Jesaja 2,4; Jesaja 11,6; Micah 4,3)
6. Er muß die ganze Welt beeinflussen, den einen G-tt anzuerkennen und ihm zu dienen. (Jesaja 11,9; Jesaja 40,5; Zephania 3,9)

Von Detailtreuheit kann nicht gesprochen werden, denn die Stammbäume Jesu (Mat. 1 und Lukas 3) sind nicht identisch. Die Aussage, dass Jesus das ganze Gesetz erfüllt hatte ist ebenso unlogisch. Die Bibel lehrt uns, dass ein Mensch niemals das ganze Gesetz erfüllen kann, denn das Gesetz ist für Frauen und Männer, für Bauern und Könige, für Priester und Sklaven gedacht. Jesus hat niemals etwa Trauben angebaut, gebar ein Kind oder hat den Tempeldienst vollzogen. Die Erfüllung aller Gebote wäre also überhaupt nicht möglich und aus jüdischer Sicht auch nicht nötig gewesen.

Der von den Juden für Jesus aufgeführte "falsche Messias" ist im Grunde genommen nicht falscher, als der "echte". Er starb und die Erlösung kam nicht, im Gegenteil es brachen die blutigsten Zeiten der Weltgeschichte an und das jüdische Volk befindet sich seit über 2000 Jahren in der Verbannung.


Erklärungsversuch 3 - Antisemitismus in der Bibel

Die Juden für Jesus versuchen nicht den offensichtlich antijudaistischen und antisemitischen Charakter des neuen Testamentes zu widerlegen. Sie sugerieren aber zu dessen Relativierung, dass das das "Alte Testament", genauso voller antisemitischer Aussagen steckt, dabei führen Sie oft den Propheten Jesaja an.

Diese Aussage, ist in diesem Zusamenhang nicht richtig. Zu allererst muss beachtet werden, dass die Schriften des "Alten Testaments" für das Jüdische Volk geschrieben wurden, dass die Missionierung von Nichtjuden streng abgelehnt. Die jüdischen Schreiber, so auch Jesaja, mahnten ihr eigenes, jüdisches Volk an. Das Ziel dieser Propheten war stets das eigene Volk aufzurütteln und eine Misstand aufzuzeigen. Ein Antisemitismus oder gar ein Antijudaismus kann hier nicht unterstellt werden, ganz im Gegenteil. Die Propheten waren selbstverständlich pro-jüdisch eingestellt. Die Schreiber des "Neuen Testaments" hatten jedoch die Abspaltung des Christentums vom Judentum vor Augen. Sie waren klar antijudaistisch, wie dies besonders in Galater 5 deutlich wird. Die Schreiben waren nicht mehr an Juden gerichtet, sondern an die "Völker", damit war einem offenen Antisemitismus Tür und Tor geöffnet. Das Judentum war fortan, als überholt dargestellt worden. Der Antijudaismus, der sich allmällich, durch die Religion des "Heils" in die Häser der Menschen schlich, führte zu Pogrommer und endete im Holocaust, der Vernichtung der Juden Europas.

Die Aussage der Juden für Jesus, die jüdischen Schriften enthielten die selben Vorwürfe und hätten die gleiche Tragweite, ist also falsch und ist in Zeiten des wieder aufflammenden Antisemetismus verantwortungslos.


Erklärungsversuch 4 - Das Mosaische Gesetz ist nicht verbindlich

In ihren Bemühungen das Judentum mit dem Christentum zu vermengen sind die Juden für Jesus gewillt, ihren eigenen Schriften zu widersprechen. Galater 5 lehrt uns: "Ihr seid losgetrennt von Christus, die ihr durchs Gesetz gerecht werden wollt, ihr seid aus der Gnade gefallen", trotzdem sagen die Juden für Jesus "(...) einige von uns halten unterschiedliche Teile des Gesetzes mehr als es andere tun".

Mit der gleichen Intention werden auch jüdische Feste gefeiert, die der Idee des Christentums entgegen stehen, so z.B. Jom Kippur [8]. Warum wollen messianische Juden, Jom Kippur begehen, wenn doch für sie Jesus von zentraler Bedeutung ist und nach ihrem Verständnis Sühne ihrer Sünden erwirkt hat? Warum Jom Kippur? Da für Christen der Tod von Jesus eine zentrale Rolle spielt, wäre es doch logischer eine solche Inventur beispielsweise am Todestag von Jesus (Karfreitag) anzuberaumen? ähnliches auch mit anderen jüdischen Festen, so z.B. dem Schabbat, die Bedeutung der beiden Kerzen die angezündet werden etwa, ist nicht mehr "Hütte und Gedenke", sondern der "Neue und der Alte Bund". Diese rabbinische (!) Tradition übernehmen und verändern die Juden für Jesus genau so gerne, wie sie auch auf Glaubenssymbole in ihren Räumen verzichten, nur um Juden in ihre Gemeinschaften hinein zu ziehen. Auch um den Preis, den eigenen Werten zu widersprechen.

Weiterführende Links zum Thema:

[1] Targum
[2] Targum - Wikipedia
[3] Raschi
[4] Psalm 2 - Kommentar (Raschi)
[5]
[9] Antisemitimus im Neuen Testament
[10]
Der Messias des Judentums

 
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