Juden für Jesus: "Warum soll man für seine Feinde beten?"

Ein Rundbrief der Juden für Jesus 

Der aktuelle Rundbrief der „Juden für Jesus“ widmet sich ganz den Feindbildern der Messianischen Bewegung und steht unter dem Titel „Warum sollte ich für meine Feinde beten?“. Weil es den ehemaligen Juden, die nun dem Judentum den Rücken gekehrt haben an Feinden mangelt, lässt der Leiter der Juden für Jesus, Avi Snyder seinen Frust an Juden aus, die bewusst keine Anhänger seiner Bewegung sind. Diesmal hat es Mikhail Goldsteyn aus Solingen erwischt. Der gelernte Übersetzer war lange Zeit in der messianischen Bewegung aktiv und war Anhänger der sich als jüdisch-messianisch verstehenden Gemeinde „Beit Hesed“ in Düsseldorf. Mit der Zeit wurde ihm immer stärker bewusst, dass der Glaube an Jesus als den Messias des jüdischen Volkes nicht mit seinem Glauben, dem Glauben eines Juden in Einklang zu bringen ist, ja gar seinem Verständnis der Schrift zuwider läuft. Er suchte seinem Pastor auf, stellte Fragen, las jüdische Literatur und brachte sich in Diskussionen ein. Es hat alles nur schlimmer gemacht, man zwang ihn die Gemeinde in der er sich zuhause fühlte zu verlassen, seinen Freunden verbot man mit ihm zu sprechen und schlussendlich stellte Kirill Swiderski, der Leiter seiner Gemeinde Strafanzeige gegen ihn. Der Vorwurf lautete „Verleumdung“. Der Staatsanwalt sah es anders, nachdem Mikhails Aussage aufgenommen wurde, stellte man das Verfahren gegen ihn ein. Nun schreiben auch die Juden für Jesus, gegen und über Mikhail und bezeichnen ihn, ganz im biblischen Kontext als Widersacher, was im hebräischen „Satan“ bedeutet. Es scheint, als gäbe es keine anderen Probleme, keine anderen Feinde als Mikhail, der bewusst nicht mehr an Jesus, nicht mehr an die Versprechungen der Missionare glauben möchte.

Dieser Rundbrief, der als plumper Angriff auf einen Menschen begann, hätte getrost in den Müll wandern können, hätten die nachfolgenden Seiten nicht den Angriff auf das Judentum an sich beinhaltet. Angriffe, die vorgeben Antworten auf immer wieder die selben Fragen zu geben, die man jedoch so nie gestellt hatte und dem Leser nichts anderes als das sagen sollen: Das Judentum ist eine überholte, abgelöste Religion, seine Anhänger werden und wurden belogen, ihnen ist die Wahrheit verborgen, sie veranstalten barbarische Rituale – In dem sie ihre Erlösung durch Schlachtung und Herumwirbeln von Hühnern suchen, sie werden beginnend mit den Ägyptern fortwährend entrechtet, ermordet, der Tempel beraubt und stehen nun als Verlierer eines nie endenden Kampfes da.

Auf eine klevere Art und Weise erzählte der gebürtige Amerikaner Snyder davon, dass er bei einem Neonazi-Aufmarsch Traktate verteilen ließ, um Juden, Nazis und Deutschen zu zeigen, dass sich auch Juden zum Christentum bekennen können. Er nennt es Mut, die meisten Juden würden es Dummheit nennen, es als billige PR bezeichnen. Missionierung von Juden in Deutschland, an einem Ort der nationalsozialistischen Gräueltaten, für ihn als Amerikaner ist es kaum nachvollziehbar, wie zerbrechlich das Verhältnis der wenigen deutschen Juden zu ihrem Land und dessen Bewohnern ist, aber vielleicht ist es auch seine Kalkül, teil seines Planes. Ebenso ekelerregend wie das von messianischen Juden unterstützte Gospelkonzert in Auschwitz oder die Pläne das Musical „Jesus Christ Superstar“ in einem weiteren Konzentrationslager aufzuführen. Es mangelt ihm schlichtweg an Taktgefühl. Aus der Ukraine ist bekannt, dass die Juden für Jesus, für die Avi Snyder ebenfalls verantwortlich ist, Evangelisationsfilme zeigen, die sich mit dem 3. Reich beschäftigen. In dem Film bekehrt sich u.a. ein Jude zu Jesus und verlässt sein KZ lebend, während andere ins Gas gehen. Der antisemitische Stereotyp mit dem hier gespielt wird ist klar „unser Gott, steht über eurem Gott“, unser Glaube heilt und heiligt uns, während euch euer Glaube nichts geben kann, euch weder vor dem Tod durch Nazischergen bewahren kann, noch vor den Qualen eines unausweichlich kommenden himmlischen Gericht und dessen Strafe, der ewigen Verdammnis. Antisemitische und Antijudaistische Stereotype ziehen sich wie ein Roter Faden durch alle Veröffentlichungen der Juden für Jesus.

Eine Studentin aus Düsseldorf, die jetzt für die Jüdische Gemeinde tätig ist erzählt, wie in Dnepropetrowsk christliche Missionare Jugendliche dafür bezahlt hatten, dass diese Traktate an Juden und andere Menschen verteilen und sich ihre Adressen besorgen. Die Not der Menschen macht die Juden in der Ukraine besonders anfällig für die Evangelisation. Kleine Geschenke freuen die Menschen dort ganz besonders und die jüdisch wirkenden Schriften und Gebetsräume täuschen darüber hinweg, dass es sich bei den Juden für Jesus um eine christliche Organisation handelt. Es verwundert nicht, dass sich das Vorgehen in Deutschland in nichts von dem Vorgehen in der Ukraine unterscheidet. Da wo Menschen sind, die wenig von ihrer Religion wissen, da stoßen Missionare auf fruchtbaren Boden und können ihre Erfolgsbilanz aufwerten. Im erwähnten Rundbrief prallen die Herausgeber mit 11 gesammelten Adressen von jüdischen Menschen. Diese Anschriften wurden auf einem jüdischen Festival in Polen gesammelt, die Gruppe der Missionare wurde von Leonid Dolganovsky angeführt. Die Fahrt dorthin war eine Ausnahme, denn sonst sind die Juden für Jesus da anzutreffen, wo Leid, Krankheit und Tod sind. Sie begeben sich zu Alten und Kranken, suchen Sie in ihren Wohnung auf, die sie meist nicht ohne fremde Hilfe verlassen können oder machen Sie in Krankenhäusern ausfindig, um ihnen von Jesus zu erzählen, ihrem Erlöser. Auch hier gilt: „Ein konvertierter Jude, ist ein konvertierter Jude“ und für die Statistik ist es unerheblich, ob er verstanden hat, welcher Eid über seine Lippen ging oder welchen Glauben er angenommen hat. Nicht selten sind die Gesichter der Missionare an Sterbebetten oder Hospizen zu sehen.

Unweigerlich stellt sich die Frage nach dem „Warum?“. Warum wendet ein smarter Mann wie Avi Snyder so viel Geduld und soviel Zeit für ein so verwerfliches Unterfangen, wie die Konvertierung seines eigenen Volkes in einen fremden Glauben. Ein gläubiger Christ geht in eine Kirche, ein Muslim besucht eine Moschee, warum muss Avi die Menschen darüber hinweg täuschen, dass er sie in eine Kirche bringen will? Warum dieses Verkleiden, dieses Schummeln? Die Antwort ist nahe liegend. Es ist Snyders gespaltene Identität, die ihn die Juden in seinem Leben belügen lässt.

Avi Snyder wurde Christ, um seine Frau heiraten zu können, ihre streng gläubige Familie und Sie haben alles daran gesetzt, um ihn zu bekehren und er ließ es zu. Er wurde nicht enttäuscht, seine Ausbildung absolvierte er am „Fuller Theological Seminary“ und Ruth schenkte ihm drei Kinder „Leah, Joel und Elizabeth„. Kinder, die keine Juden sein werden, das war ihm bewusst. Von da an beschloss er mit einer Lüge zu leben und sie jedermann zu erzählen, er beschloss sein Leben lang, sich selbst, seiner Familie und allen Juden dieser Welt ein Märchen zu aufzutischen, ein amerikanisches Märchen, ein Märchen, dass er sich an der Uni oder vielleicht noch viel früher zusammen gesponnen hatte. Ein Märchen von dem Juden, der gleichzeitig Christ ist, von dem christlichsten aller Christen und dem jüdischsten aller Juden. Ein Märchen, wie das vom „Koscheren Schweinefleisch“, doch dieses Märchen machte es ihm möglich ein ruhiges Gewissen zu haben. Ein ruhiges Gewissen beim Aussprechen antijüdischer Ressentiments und beim Belügen seiner eigenen Brüder.

Ich kann Avi Snyder nicht als meinen Feind oder als meinen Widersacher betrachten, für ihn habe ich nicht viel mehr als Mitleid übrig. Er ist ein Mann, der sein Leben einer falschen Sache gewidmet hat und obwohl er vom Herzen, das was er predigt glauben möchte, bin ich mir sicher, dass er die Widersprüchlichkeit seiner Aussagen erkennt und jedes Mal beim Vortragen seiner Thesen gegen sich selbst ankämpfen muss. Würde er die Vernunft siegen lassen, dann müsste er der Wahrheit ins Gesicht sehen und diese ist alles andere als farbenfroh. Er würde seinen Job verlieren, seine Frau würde ihn verlassen, er müsste erkennen, dass seine Kinder keine Juden sind. Er und seine Familie nicht in Israel, dem Land seines Volkes willkommen sind und ihn im Spiegel ein ergrauter Mann anblickt, der sein Leben auf einer Lüge aufgebaut hat. Deswegen wird sich Avi Snyder nicht ändern, er wird Traktate verteilen, seine Rundbriefe schreiben und sterben, wie er gelebt hat – Von seinem Volk abgewandt, als Kuriosum.

 
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