Gershom Scholem

Gershom Scholem (* 5. Dezember 1897 in Berlin als Gerhard Scholem; † 21. Februar 1982 in Jerusalem) war ein jüdischer Religionshistoriker, der in Ivrith, Deutsch und Englisch publizierte (über 500 Veröffentlichungen). Er hatte ab 1933 einen Lehrstuhl zur Erforschung der jüdischen Mystik an der Hebräischen Universität Jerusalem inne und gilt als deren Wiederentdecker.

Scholem, der 1897 als 4. Sohn von Betty und Arthur Scholem geboren wurde, entstammte einer weitgehend assimilierten jüdischen Familie, die seit Beginn des 19. Jahrhunderts in Berlin lebte.

Scholems Bruder Werner war von 1924 bis 1928 KPD-Reichstagsabgeordneter, wurde jedoch als Angehöriger der sogenannten Fischer-Maslow-Gruppe aus der KPD ausgeschlossen. Er wurde 1940 im KZ Buchenwald ermordet.

 

In Jerusalem arbeitete Scholem zunächst als Bibliothekar. Nach der Eröffnung der Hebräischen Universität im April 1925 lehrte er jüdische Mystik. 1933 wurde für ihn eine Professur geschaffen.

Nach der Gründung des Staates Israel war Scholem ein angesehener Bürger des Staates und mit dessen ersten Präsidenten und Premierministern befreundet. 1962 wurde er Ehrenbürger von Jerusalem, von 1968 bis 1974 war er Präsident der Israelischen Akademie der Wissenschaften.

Scholem selbst hatte sich nicht mehr mit Philosophie beschäftigt, er nahm die Philosophie nicht mehr ganz ernst. Die erst nach seinem Tod veröffentlichten Tagebücher nebst Aufsätzen und Entwürfen zeigen, wie ernst er in den frühen Jahren über logische und erkenntnistheoretische Fragen nachgedacht, wie tief er über die großen metaphysischen Probleme spekuliert hat.

Stattdessen wurde Scholem der eigentliche Wiederentdecker der Kabbala, die im Reformjudentum weitgehend vergessen war und von der Judaistik missachtet wurde. Scholem begründete die akademische Erforschung der jüdischen Mystik, der er den größten Teil seiner Lebensarbeit widmete. Die Kabbala ist kein philosophisches System, sondern gehört zur Religionsgeschichte, die sich mit Fragestellungen der traditionellen Philosophie überschneidet. So legt etwa die lurianische Schöpfungstheorie, die Scholem häufig behandelte, einen Entwurf des Verlaufs der Geschichte vor: vom Zimzum, der Einschränkung Gottes in sich selbst, über eine „Welt der Verwirrung“, der bloß punktuellen Sefiroth, die in den ‚Hüllen‘ oder ‚Gefäßen‘ sich ordnet, zum „Bruch der Gefäße“ und der endlichen Restitution, dem messianischen Tikkun. Stellt die Vision des Isaak Luria den Geschichtsprozess „als ein gnostisches Drama“ dar, so verspricht der messianische Enthusiasmus „die Verwirklichung des Guten auf unserer Erde“, ja, die „kosmische Erlösung alles Seienden“, wie Scholem 1973 in seinen Betrachtungen zur jüdischen Theologie in dieser Zeit schrieb.

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