Genrich Grigorjewitsch Jagoda

Genrich Grigorjewitsch Jagoda (russisch Ге́нрих Григо́рьевич Яго́да, wiss. Transliteration Genrich Grigor'evič Jagoda; * 1891 in Rybinsk; † um den 15. März 1938) war der Chef der sowjetischen Geheimpolizei NKWD von 1934 bis 1936, die unter seiner Leitung aus der Zusammenlegung der Geheimpolizei OGPU mit dem bisherigen Volkskommissariat des Inneren NKWD gebildet wurde.

Genrich Grigorjewitsch Jagoda war der Sohn eines jüdischen Druckers aus dem russisch besetzten Teil Polens, der erst vor kurzem in das Kernland des Russischen Reiches gezogen war und der auch gefälschte Dokumente für russische Revolutionäre herstellte. Jagoda begann vor der Oktoberrevolution in Nischni Nowgorod eine Lehre als Apotheker und wurde dort Mitglied einer anarchistischen Gruppe. Als er für diese Sprengstoff besorgen wollte, wurde er 1912 verhaftet und für zwei Jahre nach Sibirien verbannt, jedoch bereits 1913 amnestiert. Danach ging er nach St. Petersburg und arbeitete dort als Versicherungsangestellter in den Putilow-Werken. 1915 wurde er in die russische Armee eingezogen und nahm als Soldat am Ersten Weltkrieg teil, wobei er sich eine Verwundung zuzog.

Im Juli 1934 wurde Jagoda zwei Monate nach dem Tod Menschinskis zum Chef der OGPU, die er bald darauf dem NKWD angliederte. Nach der Ermordung Sergej Kirows, eines engen Vertrauten Stalins, im Dezember 1934 war er in der Anfangsphase der stalinistischen Säuberungen für die Untersuchung des Mordfalls Kirow und die Verhaftung und Anklage von Lew Kamenew und Grigori Sinowjew als Exponenten der „Verschwörung der linken Opposition“ verantwortlich. Möglicherweise könnte Jagoda selbst in den Mord an Kirow im Auftrag Stalins verwickelt gewesen sein, dies ist in der aktuellen historischen Forschung jedoch umstritten.

Er war für die Durchführung des ersten der Moskauer Schauprozesse verantwortlich, der vom 19. bis 24. August 1936 dauerte und der mit der Hinrichtung Kamenews und Sinowjews endete. Die Durchführung des Prozesses war jedoch so stümperhaft und die in der Öffentlichkeit verbreiteten Beschuldigungen so leicht als gefälscht erkennbar, das dies das Missfallen Stalins an dem in der Tat recht unintelligenten Jagoda erregte. Nach der Ermordung Kirows nahm der Druck auf Jagoda zu, Verschwörungen innerhalb von Partei und Gesellschaft aufzudecken. Dieser teilte offenbar nicht vollständig die wahnwitzigen Vermutungen, dass große Teile der Partei von Oppositionellen und Antikommunisten durchsetzt seien.

Jagoda wurde am 6. September 1936 durch Nikolai Jeschow ersetzt, der ihm schon während des Prozesses als Assistent zur Seite gestellt worden war und während dieser Zeit belastendes Material gegen ihn gesammelt hatte. Im März 1937 wurde Jagoda verhaftet, anschließend auch NKWD-Mitarbeiter, die ihm nahegestanden hatten. Nachdem er monatelang unter Anleitung seines Nachfolgers Jeschow brutal gefoltert wurde, gehörte er zu den Hauptangeklagten des dritten Moskauer Schauprozesses vom 2. bis 13. März 1938. Er unterschied sich von seinen Mitangeklagten dahingehend, dass er von diesen abgesondert gefangengehalten wurde. Zusätzlich beschuldigte man ihn, seinen Vorgänger Menschinski sowie Maxim Gorki vergiftet zu haben. Auch die Vollstreckung des gegen ihn verhängten Todesurteils erfolgte getrennt von den anderen Angeklagten, weshalb weder der 15. März sicher als sein Todesdatum gelten kann, noch der Ort bekannt ist, an dem er beerdigt wurde.

 
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