Jakow Michailowitsch Swerdlow

Jakow Michailowitsch Swerdlow (russisch: Яков Михайлович Свердлов, wiss. Transliteration Jakov Michajlovič Sverdlov * 22. Maijul./ 3. Juni 1885greg. in Nischni Nowgorod; † 16. März 1919 in Moskau) war ein Revolutionär und führender Politiker der Partei der Bolschewiki sowie etwas mehr als ein Jahr Staatsoberhaupt der Sowjetunion.

Swerdlows Großvater war der 1875 in Saratow registrierte Händler Israel Gauchmann. 1882 ließ sich sein Vater Michaim-Moshe Israelewitsch Gauchmann mit Ehefrau Elisabeth Solomonownoi, aus dem Gebiet Wizebsk kommend, in Nischni Nowgorod unter dem Namen Moshe Swerdlow nieder. Nach Geburt von Sohn Joshua Salomon Moshewitsch (1884) wurde im Folgejahr Swerdlow geboren und erhielt den Namen Jankel Moshewitsch. Seine Herkunft wurde seinerzeit von Rechtsnationalen und Antisemiten zur Diskreditierung der bolschwistischen Regierung als jüdisch dominiert verwendet.

Vater Moshe Swerdlow betrieb drei kleine Geschäfte: eine Gravur-Werkstatt, einen Verlag sowie eine Druckerei. Jankel besuchte 5 Klassen eines Gymnasiums, wurde aber wegen revolutionärer Agitation verwiesen und vom Vater zur Ausbildung in eine Apotheke gegeben. Hier trat er 1901 in die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Russlands (SDAPR) ein und war neben seinem Beruf auch als Agitator in Kostroma, Jaroslawl, Kasan und weiteren Orten an der oberen und mittleren Wolga für die Partei unterwegs.

Wegen Teilnahme an der Beerdigung einer Studentin (B.I. Ryurkowa) wurde er am 5. Mai 1902 erstmals für 14 Tage inhaftiert. Von April bis August 1903 erneut inhaftiert befand er sich bis Ende des Jahres unter Polizeiaufsicht. Im selben Jahr heiratete er die 1879 geborene E.F. Schmidt, die 1904 eine Tochter gebar, sich aber von der revolutionären Bewegung abwandte. Die Ehe blieb bis zu seinem Tod bestehen.

Nach der Parteispaltung von 1903 schloss er sich der Fraktion der Mehrheitler (russisch: Bolschewiki) um Wladimir Iljitsch Lenin an. Am 28. August 1905 erhielt er seine erste Parteifunktion im SDAPR-Stadtkomitee von Tscheljabinsk wo er laut Parteiarchiv an drei Abstimmungen teilnahm. An der ersten und niedergeschlagenen russischen Revolution von 1905 bis 1907 nahm er im Raum von Jekaterinburg teil, wo er 1906 zum Vorsitzenden des Ural-Gebietskomitees der SDAPR (B) gewählt wurde. Im September 1907 zu zwei Jahren Festungshaft verurteilt, die er in Jekaterinburg absaß, ging er anschließend nach Moskau. Hier wurde er auf Beschluss des Innenministers im März 1910 für drei Jahre um Tomsk hinter den Ural verbannt, konnte aber fliehen. Im November wurde er in Sankt Petersburg als „Agent des Zentralkomitees der Bolschewiki“ erneut arretiert.

1911 wurde Swerdlow's Sohn Andrej von Claudia Timofeewna Nowgorodtsewa geboren, die 1904 in die SDAPR eingetreten war.

Diesmal für vier Jahre verbannt, versuchte er drei Fluchten, wurde allerdings immer wieder gefasst. 1912 wurde Swerdlow im Alter von nur 26 Jahren von den Mitgliedern des Zentralkomitees (ZK) der SDAPR (B) entsprechend den Parteisatzungen als zusätzliches Mitglied ins ZK aufgenommen. Er gehörte der Redaktion der Parteizeitung Prawda (deutsch: Wahrheit) an, wobei er die Druckerei seines Vaters nutzen konnte. Während des Ersten Weltkriegs vertrat er wie Lenin die Auffassung, dass dieser Krieg ein auf beiden Seiten imperialistischer Krieg sei, der in allen Ländern in eine Revolution gegen die Herrschenden umgewandelt werden solle. Er forderte, dass die Sozialdemokraten die Arbeiter aller Länder dazu aufrufen sollten, sich als Soldaten über die Fronten hinweg zu verbrüdern.

1913 verbannte man ihn für fünf Jahre nach Turuchansk wo er mit Stalin ein Haus bewohnte. 1915 zog die Mutter seines Sohnes zu ihm und 1916 wurde seine Tochter Nina (N.I. Podwojskowo) am Polarkreis geboren. Mit der Februarrevolution 1917 begab er sich zunächst ohne seine Familie nach Moskau.

In Russland im März 1917 war er einer der Parteifunktionäre, die wie Lenin den Übergang zur sozialistischen Revolution forderten. Das ZK beauftragte ihn Mitte 1917 die organisatorische Leitung der Partei zu übernehmen. Der VI. Parteitag wählte ihn im August 1917 ins Sekretariat des ZK, dessen Vorsitz er übernahm. Er leitete die Parteiarbeit in Vorbereitung der Oktoberrevolution und führte den Vorsitz als am 23. Oktober 1917 das Zentralkomitee der Bolschewiki in einer Sitzung den Beschluss fasste, „dass der bewaffnete Aufstand unumgänglich und völlig herangereift ist“. Sein Klarname wurde hier erstmals wiedergegeben.

Auf dem Sowjetkongress unmittelbar nach der Machtübernahme der Bolschewiki vom 25. Oktober/7. November 1917 war Swerdlow Fraktionsvorsitzender der SDAPR(B) und wurde zum Mitglied des Gesamtrussischen Zentralexekutivkomitees (GZEK) gewählt. Kurz darauf wurde er auf Lenins Vorschlag als Nachfolger Lew Kamenews deren Vorsitzender. Swerdlow leitete somit als Sekretär des ZK die Partei und war als Vorsitzender des GZEK auch das Staatsoberhaupt der Sowjetunion, während Lenin als Vorsitzender des Rats der Volkskommissare die Funktion des Regierungschefs ausübte. Die GZEK-Regierung verstand sich zunächst als Interimsherrschaft bis zum Zusammentritt der russischen verfassungsgebenden Versammlung. Swerdlow war einer der in Wizebsk gewählten bolschewistischen Abgeordneten der Versammlung.

Bei der gewaltsamen Auflösung der Konstituierenden Versammlung durch die Bolschewiki im Januar 1918 und bei der Unterzeichnung des Friedensvertrages von Brest-Litowsk im März 1918 vertraten Lenin und Swerdlow dieselbe Position. Da die Mittelmächte in Folge des Vertrages die Ukraine besetzten, die Bolschewiki aber die Ukrajinska Narodna Respublika wieder Russland einzufügen gedachten, empfing Lenin auf Vermittlung Swerdlows u.a. den Anarchisten Nestor Machno im Juni 1918 in Moskau. Lenin sondierte, ob man mit den Anarchisten zusammenarbeiten könnte.

Im März 1918 leitete Swerdlow die Verhandlungen des VII. Parteitags, der die Umbenennung der Partei in Kommunistische Partei Russlands (KPR(B)) beschloss. Claudia Timofeewna Nowgorodtsewa wurde nun zum ersten Assistenten des Sekretariats der Partei ernannt. Im April d.J. wurde er Vorsitzender einer Kommission, die die sowjetische Staatsverfassung, der Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepublik, ausarbeitete, die dann im Juli 1918 vom Sowjetkongress beschlossen wurde.

 
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