Zino Davidoff

Zino Davidoff, Geburtsname Sussele-Meier Davidoff, (* 11. März 1906 in Nowhorod-Siwerskyj, Ukraine; † 14. Januar 1994 in Genf) war ein ukrainisch-schweizerischer Unternehmer.


Leben


Die Familie Davidoff übersiedelte 1911 wegen judenfeindlicher Pogrome aus Kiew nach Genf, wo der Vater einen Tabakladen eröffnete, der zum Treffpunkt der russischen Gemeinde in Genf wurde. Auch der junge Zino erlernte das Mischen von Zigaretten- und Pfeifentabak, verspürte indes früh eine kosmopolitische Neigung und gelangte auf einer ausgedehnten Reise durch die Tabakländer Mittel- und Südamerikas auch nach Kuba. Dort eignete er sich Kenntnisse der Zigarrenherstellung an. Folgerichtig erweiterte er nach seiner Rückkehr den elterlichen Laden in Genf um dieses Produkt, wobei sich die in Kuba geknüpften Kontakte als sehr wertvoll erwiesen. Darüber hinaus entwickelte er nach seiner Reise den Humidor. Davidoff avancierte zur besten Zigarren-Adresse der Stadt, wo sogar während des Zweiten Weltkriegs Havannas zu haben waren. Kurz vor der Eroberung von Paris durch die Deutschen hatte er einen dort gelagerten Bestand von rund zwei Millionen Havannas erworben.

Nach Kriegsende kam dem 40-jährigen Davidoff schließlich die Idee, die Produktionslizenz für eine hauseigene Havanna-Serie zu erwerben. Im Hinblick auf eine anspruchsvolle internationale Klientel benannte er die einzelnen Formate klangvoll nach exklusiven Bordeaux-Weingütern; den Anfang machte 1946 die Château Latour. Als weitere Serien entstanden Dom Pérignon und Thousands. 1967 schloss Zino Davidoff mit der staatlichen kubanischen Zigarrenfirma Cubatabaco einen Vertrag, nach dem die Kubaner eine exklusive Zigarre unter dem Namen Davidoff für ihn produzierten.

Auf Grund des von den USA gegen Kuba verhängten Wirtschaftsembargos versuchte Davidoff zusammen mit Dr. Ernst Schneider Mitte der 1970er-Jahre auch diesen Markt (erneut) für sich zu erschließen. So beschloss er, in Honduras unter Verwendung von einheimischen und amerikanischen Tabaken die Marke Zino zu produzieren, die sich nach einiger Zeit sehr erfolgreich verkaufte und auch heute noch zu den Spitzenmarken zählt.

1970 verkaufte Zino Davidoff seine Firma an das Basler Unternehmen Oettinger IMEX AG, ohne sich jedoch wirklich zurückzuziehen. Er wurde zum weltweiten Botschafter für die Marke Davidoff. Mit dem "Zigarren-Brevier oder Was raucht der Connaisseur" verfasste Zino Davidoff 1967 eine Art Philosophie für Zigarren-Aficionados.

Als die Zusammenarbeit mit Cubatabaco 1989 mit einem Eklat endete, verlegte man die Produktion im März 1990 in die Dominikanische Republik und brachte schon ein Jahr später neue Zigarren-Serien heraus, u. a. Aniversario, Special, Grand Cru, Millennium Blend.

Die Qualitätskontrolle bei Davidoff-Zigarren erfolgt in mehreren Stufen: Nach dreimaligem Qualitätscheck in der Manufaktur unterliegen die Produkte einer weiteren Endkontrolle, bevor die Zigarren in die Vertriebszentren in Weil am Rhein, Basel und Stanford (Connecticut) versandt werden. Dort werden sie zusätzlich während der Konfektionierung begutachtet und im Anschluss zu den Vertragshändlern geliefert.

Davidoff ist der einzige Zigarren-Hersteller, der mit den Händlern schriftliche Vereinbarungen über Präsentation und Behandlung der Ware trifft.

2005 gab es weltweit 53 Davidoff-Shops und fast 500 Vertragshändler. Unter dem Signum Davidoff werden neben Zigarren, Zigaretten und Pfeifen verkauft. Cognac, Lederwaren, Brillen, sowie Parfüms ("Cool Water" (1988) "Good Life" by Lancaster) und auch Kaffee sind Lizenzprodukte der Zino David

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