Nicolas Sarkozy

Nicolas Sarkozy (* 28. Januar 1955 in Paris) ist ein französischer Politiker und seit dem 16. Mai 2007 Staatspräsident der Französischen Republik.

Von 2004 bis 2007 war Sarkozy Vorsitzender der konservativen gaullistischen UMP, der Nachfolgepartei der im Jahr 1976 von Jacques Chirac unter dem Namen RPR gegründeten gaullistischen Partei. Am 6. Mai 2007 gewann er die Stichwahl der Präsidentschaftswahl gegen die Sozialistin Ségolène Royal mit 53,06%. Als französischer Staatspräsident ist er ex officio einer der beiden Co-Fürsten von Andorra.


Biografie

Sarkozy wurde als Sohn des aus Ungarn stammenden Immigranten und Publizisten Pál Sárközy von Nagybócsa (* 1928 in Budapest) und der französischen Juristin Andrée Mallah (* 1925 in Paris), der Tochter eines jüdisch-griechischen Geschäftsmannes, am 28. Januar 1955 in Paris geboren (Heirat der Eltern 1949).

Privatleben

Nicolas Sarkozy hat zweimal geheiratet und ist Vater von drei Söhnen. In erster Ehe war er ab 1982 mit Marie-Dominique Culioli verheiratet, aus der Ehe gingen die Söhne Pierre (* 1985) und Jean (* 1987) hervor. 1996 heiratete er Cécilia Maria Sara Isabel Ciganer Albeniz, aus der Ehe ging 1997 der Sohn Louis hervor. Im Sommer 2005 wurde das Scheitern der Ehe öffentlich. Neue Lebensgefährtin von Nicolas Sarkozy war die Le-Figaro-Journalistin Anne Fulda, neuer Lebensgefährte von Cécilia Sarkozy war der Chef der Werbeagentur Publicis Groupe, der gebürtige Marokkaner Richard Attias. Im Januar 2006 wurde die Nachricht bekannt, das Ehepaar Sarkozy versuche einen gemeinsamen Neuanfang.

Politische Karriere

Sarkozy hat an der renommierten Universität Paris-Nanterre Öffentliches Recht und Politikwissenschaft studiert und besitzt seit 1980 eine Zulassung als Anwalt. Bereits 1977 wurde er Gemeinderat von Neuilly-sur-Seine, wo er 19 Jahre lang, 1983 bis 2002, Bürgermeister war. Das westlich vom mondänen 16. Arrondissement gelegene Neuilly-sur-Seine gilt als einer der wohlhabendsten Vororte (banlieue) von Paris. Nationale Anerkennung erlangte er als Vermittler bei einer Geiselnahme in einem Kindergarten, welche durch seinen Einsatz unblutig beendet werden konnte. In der gaullistischen Partei Rassemblement pour la République (RPR) machte er schnell Karriere: Ab 1977 arbeitete er bereits im Alter von 21 Jahren im Zentralkomitee mit. Zwischen 1983 und 1988 war er Abgeordneter im Regionalrat der Île-de-France. Zugleich Vizepräsident des Generalrats von Hauts-de-Seine, zeichnete er in dieser exekutiven Funktion für die Kulturpolitik des Départements verantwortlich. 1987 leitete er im Innenministerium die „Delegation zur Bekämpfung chemischer und radioaktiver Risiken“ (Mission pour la lutte contre les risques chimiques et radiologiques).

Vom 30. März 1993 bis zum 11. Mai 1995 war Sarkozy Haushaltsminister der Regierung Balladur, der er auch als Sprecher der Regierung diente. Vom 7. Mai 2002 bis zum 30. März 2004 war er französischer Innenminister in der Regierung Raffarin. In dieser Zeit erwarb er sich den Ruf eines law-and-order-Politikers, der entschlossen gegen Kriminalität vorgeht. Dies machte ihn in der Bevölkerung äußerst populär. Drei Tage nach der Niederlage der Konservativen bei den französischen Regionalwahlen 2004, die Sarkozy mit der Wahl zum Abgeordneten für den Wahlbezirk (Kanton) Neuilly-sur-Seine Nord in den Generalrat des Départements Hauts-de-Seine und der Wahl zum Präsidenten dieses Generalrats gut überstand, billigte Staatspräsident Chirac am 31. März 2004 eine neue Kabinettsliste, auf der Sarkozy als „Superminister“ für Wirtschaft, Finanzen und Industrie stand, der damit auch die Verantwortung für die geplanten Wirtschaftsreformen in Frankreich übernahm. Während dieser Zeit setzte er u. a. die Übernahme des deutsch-französischen Pharmaunternehmens Aventis Sanofi-Synthélabo (seither Sanofi-Aventis) gegen Bedenken aus Deutschland durch. Allerdings musste er das Amt des „Superministers“ bereits Ende November 2004 auf Druck von Staatspräsident Chirac aufgeben. Sarkozy hatte sich kurz vorher zum Parteivorsitzenden der von Chirac einst als RPR gegründeten „Chirac-Partei“ UMP wählen lassen. Da das Verhältnis zwischen Sarkozy und Chirac bereits belastet war, seitdem sich Sarkozy bei den Wahlen 1995 gegen Chirac und für Balladur eingesetzt hatte, wird vermutet, dass Chirac die mit der Wahl des „Superministers“ Sarkozy zum UMP-Parteichef entstandene „Ämterhäufung“ lediglich als Anlass nahm, um der – nun auch innerparteilichen – Spitzenkarriere des von Chirac als Konkurrenz empfundenen Sarkozy einen „politischen Dämpfer“ zu geben. Offenbar vergebens, denn am 2. Juni 2005 wurde Sarkozy Innenminister in der Regierung Villepin, einem Ministerposten, auf dem er bereits (in der Regierung Raffarin) Sympathiepunkte in der Bevölkerung gesammelt hatte.

In der französischen Öffentlichkeit löste Sarkozy im Juni 2005 eine lebhafte Debatte aus, als er bei zwei Besuchen der Pariser Vorstadt La Courneuve erklärte, angesichts der dortigen Probleme mit Kriminalität dränge sich ihm die Formulierung „mit dem Hochdruckreiniger säubern“ auf („Le terme 'nettoyer au Kärcher' est le terme qui s'impose, parce qu'il faut nettoyer cela.“). Die Wortwahl Sarkozys führte nicht zuletzt zum Zerwürfnis mit seinem damaligen Kollegen, dem französischen Minister für die Förderung von Chancengleichheit, Azouz Begag. Im Oktober und November 2005 wurde Sarkozy für die Randalierer der Pariser Krawalle 2005 zur Hassfigur, weil er alle randalierenden Jugendlichen (meist nordafrikanischer Herkunft) als „Gesindel“ („des racailles“) titulierte.[4] Sein (erneutes) Amt als Innenminister brachte ihn seinem zwischenzeitlich erreichten Ziel, offizieller Spitzenkandidat der UMP für die Präsidentschaftswahl 2007 zu werden, noch näher. Auch wenn Chirac den ihm stets in Loyalität verbundenen Premierminister Villepin (UMP) als „Thronerben“ für das höchste Amt des Staates favorisierte, setzte sich Sarkozy bei einer Urwahl am 14. Januar 2007 mit 98,1 % der Stimmen klar durch. Im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen wurde Sarkozy in seiner Funktion als Innenminister Ende Januar 2007 von dem ehemaligen Greenpeace-Sprecher, Bruno Rebelle, der gleichzeitig als umweltpolitischer Wahlkampfberater im Team Ségolène Royals tätig ist, der Spionage beschuldigt. Über die angeblichen nachrichtendienstlichen Ermittlungen berichtete das Magazin Le Canard enchaîné am 24. Januar 2007. Ebenfalls im Canard enchaîné erschienen Anfang März 2007 Berichte, Sarkozy habe in seiner Zeit als Bürgermeister von Neuilly-sur-Seine einem Bauträger Vergünstigungen bei der Erschließung eines Wohnkomplexes auf der Île de la Jatte gewährt und nach dessen Errichtung dort eine Doppelwohnung zu gleichfalls ungewöhnlich günstigen Konditionen erworben.

Bei der Präsidentschaftswahl am 6. Mai 2007 wurde Sarkozy zum neuen Staatspräsidenten gewählt. Im zweiten Wahlgang bezwang er die Sozialistin Ségolène Royal. Bereits im ersten Wahlgang am 22. April 2007 errang Sarkozy im Vergleich zu den übrigen Kandidaten mit 31,11 % die meisten Stimmen, verfehlte damit allerdings noch die erforderliche absolute Mehrheit.

Noch vor Antritt seines Amtes geriet Sarkozy in die Kritik der französischen Presse und Opposition, da er seinen Sieg am Wahlabend im Pariser Luxushotel Fouquet’s  mit Freunden aus Industrie und Showbusiness feierte und die darauf folgenden Tage auf der Yacht des französischen Industriellen Vincent Bolloré an der Küste Maltas verbrachte.

Bei seinem ersten Staatsbesuch als französischer Staatspräsident in Berlin erklärte Sarkozy am 16. Mai 2007, die deutsch-französische Freundschaft sei für Frankreich „heilig“ und könne durch nichts in Frage gestellt werden. Einen Tag später ernannte Sarkozy seinen engen Vertrauten und Wahlkampfberater François Fillon zum Premierminister und am 18. Mai die 15 Minister und Ministerinnen des Kabinetts Fillon.

Herkunft

Sarkozys Vater stammt aus einer ungarischen Kleinadelsfamilie (Sárközy de Nagybócsa oder auch ungarisch „nagybócsai Sárközy“ geschrieben), die in Alattyán (Kleingebiet Jászberény, Komitat Jász-Nagykun-Szolnok), ca. 100 km südöstlich Budapest, ein Schloss und Ländereien besaß. 1944 war dieser vor dem Einmarsch der Roten Armee in Ungarn über Österreich nach Deutschland geflohen. Nach dem Krieg ließ er sich in Baden-Baden von einem französischen Rekrutierungsbüro für die Fremdenlegion anwerben. Nach dem Abschluss seiner Rekrutenzeit in Sidi Bel Abbes (Französisch-Algerien) sollte er ursprünglich in Indochina eingesetzt werden. Durch ein medizinisches Attest konnte er jedoch bereits 1948 nach Marseille ziehen. 1949 traf er in Paris Andrée Mallah.

Seine Mutter ist eine Nachfahrin sephardischer Juden aus Thessaloniki. Sarkozys Urgroßvater hieß Mordechai Mallah, ein sehr wohlhabender Juwelier aus Thessaloniki. Zusammen mit seiner Ehefrau Reina hatte Mordechai 7 Kinder. Aaron Benico Mallah - der Großvater Sarkozys - war das jüngste der Kinder. Aaron Benico Mallah heiratete 1917 die Katholikin Adel Bovier und konvertierte zum Christentum. Das Ehepaar hatte zwei Töchter namens Suzanne und Andrée.


Dieser Artikel basiert auf den Inhalten der Wikipedia und steht daher unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation
 
-.png   +.png

Main Menu
Aktuell
Wissen
Web
Kontakt
Evangeliumskirche Glaubensgeneration in Mission Gottesreich "Eine umfassende Übersicht über die Evangelikale Szene in Deutschland. Uneingeschränkt empfehlenswert!"

Image

Wir wehren uns gegen Judenmission

 

     
Juden & Jesus
                  
                                        
Antizionismus


Zionismus


© Oktober 2017 Maschiach.de // Roman Gorbachov // Blog // Umsetzung // Datenschutzerklärung // Impressum