Maxim Maximowitsch Litwinow

Maxim Maximowitsch Litwinow (russisch Максим Максимович Литвинов, wiss. Transliteration Maksim Maksimovič Litvinov, eigentlich Max (Meir) Wallach; * 4. Juli/16. Juli 1876 in Białystok; † 31. Dezember 1951 in Moskau) war von 1930 bis 1939 sowjetischer Außenminister.

Sowjetischer Außenminister jüdischer Abstammung Axim Litwinow
Außenminister Litwinow
Litwinow wurde 1867 in Białystok, das damals zum russischen Teil Polens gehörte, als Meir Henoch Mojszewicz Wallach-Finkelstein, Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie, geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums in dieser Stadt diente er von 1893 bis 1898 in der russischen Armee, er war in Baku stationiert. Litwinow schloss sich 1898 der Sozialdemokratischen Partei Russlands an und wurde nach 1903 Anhänger des bolschewistischen Flügels. Möglicherweise lernte er schon im Kaukasus Stalin kennen, mit dem er später bei den bolschewistischen Raubüberfällen als Hehler zusammenarbeitete.

In der Zeit zwischen 1905 und 1918 war er in Westeuropa tätig, um Waffen und Geld für die bolschewistische Bewegung zu beschaffen. Dabei arbeitete er mit Leonid Borissowitsch Krassin und Stalin zusammen. Seine Aufgabe war, das Geld zu waschen.

In London hatte er Kontakt zu Grigori Wassiljewitsch Tschitscherin, Ivan Maiski, Fedor Aronowitsch Rothstein und Alexandra Kollontai, die später alle ein wichtige Rolle in der sowjetischen Außenpolitik spielten und er lernte auch seine spätere Ehefrau kennen. Mit Rothstein blieb er bis an sein Lebenende befreundet. 1907 wurde er wegen seiner illegalen Geldbeschaffungen in Paris, ein Jahr später auch in London verhaftet. Er hatte versucht, das Geld aus dem Raubüberfall auf die Reichsbankzentrale in Tiflis einzutauschen. Im Jahre 1918 wurde er von der britischen Regierung gegen den in Moskau inhaftierten englischen Konsul R. B. Lockhart ausgetauscht und in das bolschewistische Russland ausgewiesen.

1916 heiratete er die Engländerin Ivy Low, die als Ivy Litwinow als Schriftstellerin bekannt wurde.

 

Zeit von 1918 bis 1930

In Russland trat Litwinow in den diplomatischen Dienst ein. Er wurde sehr schnell enger Mitarbeiter und rechte Hand von Außenminister Tschitscherin und kümmerte sich vor allem um das Verhältnis zu den Westmächten. 1920/1921 leitete er die sowjetische Delegation in den Verhandlungen mit Großbritannien, die im März 1921 in einem Handelsvertrag und einer Defacto-Anerkennung der Sowjetunion durch London mündeten.

1923 wurde Litwinow stellvertretender Außenminister. In dieser Funktion übernahm er wegen der Krankheit Tschitscherins immer mehr die Führung der laufenden Geschäfte. Litwinows Außenpolitik zielte in dieser Zeit vor allem auf die Etablierung eines osteuropäischen Bündnissystems. Diese Politik gipfelte in der Unterzeichnung des "Litwinow-Protokolls", das den Briand-Kellogg-Pakt zwischen der Sowjetunion, Rumänien, Polen, Lettland und Estland (9. Februar 1929) vorfristig in Kraft setzte.

 

Zeit von 1930 bis 1939

Am 21. Juli 1930 wurde Litwinow Volkskommissar für Auswärtige Angelegenheiten (Außenminister der Sowjetunion). Litwinow setzte in dieser Funktion seine Politik der Annäherung an die Westmächte und die Kleine Entente fort. Die Ära Litwinow bildet insofern einen eigenen Abschnitt in der sowjetischen Außenpolitik zwischen dem Vertrag von Rapallo (1922) und dem Deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt (1939), die beide an einer Zusammenarbeit mit Deutschland orientiert waren.

Litwinows Politik der Annäherung an die Westmächte war durchaus erfolgreich. 1932 gelang es der Sowjetunion, mit Frankreich einen Nichtangriffsvertrag abzuschließen. 1935 folgte sogar ein Beistandsvertrag zwischen den beiden Ländern. Ein weiterer Erfolg Litwinows war die Aufnahme der Sowjetunion in den Völkerbund (1934). Die Sowjetunion erhielt sogar einen Sitz im Ständigen Rat des Völkerbundes.

Außerdem war die sowjetische Außenpolitik in der Ära Litwinow von dem Versuch geprägt, die Isolation der Sowjetunion zu überwinden und die Anerkennung der Sowjetunion als Staat durch die Vereinigten Staaten zu erringen. Nachdem Roosevelts Vorgänger als Präsidenten die Anerkennung immer abgelehnt hatten, gelang Litwinow die Anerkennung der Sowjetunion als Staat in der Amtszeit von Franklin Delano Roosevelt, der in der Sowjetunion ein Gegengewicht zu Deutschland und Japan sah.

Nach einem Treffen Litwinows mit Bernard Baruch, einem Vertrauten Roosevelts im Juli 1933 in Vichy, wurde von William C. Bullitt, Cordell Hull und Henry Morgenthau ein Memorandum zur Anerkennungsfrage erstellt, worauf im Oktober 1933 der Briefwechsel zwischen Roosevelt und Kalinin erfolgte. Noch im Oktober begann Litwinow seine Reise in die Vereinigten Staaten. Am 16. November wurde der Abschluss der Verhandlungen von Roosevelt und Litwinow in Washington bekanntgegeben. Die beiden Staaten verpflichteten sich, sich gegenseitig nicht in die Innenpolitik des anderen einzumischen. Die Schuldenrückzahlung, die ein wichtiger Grund für die Nichtanerkennung der Sowjetunion gewesen war, wurde jedoch nicht geregelt.

Litwinow war von 1934 bis 1941 Mitglied des ZK der KPdSU, er gehörte jedoch nicht dem Politbüro an. Er gehörte somit nicht zum eigentlichen "Machtzentrum" in der Sowjetunion und war in der Zeit des Stalinismus sicher in allen grundsätzlichen Entscheidungen von Stalin abhängig.

Die außenpolitischen Erfolge und die Loyalität zu Stalin waren sicher mit ein Grund dafür, dass Litwinow die „Großen Säuberungen“ in der zweiten Hälfte der Dreißiger Jahre unversehrt überlebte. Obwohl er vor 1918 lange Zeit im Ausland gelebt hatte und mit einer Engländerin verheiratet war, geriet Litwinow nicht unter Anklage.

Mit dem Kurswechsel Stalins in der Außenpolitik und der erneuten Annäherung der Sowjetunion an das Deutsche Reich 1939 war die Position Litwinows jedoch nicht mehr haltbar. Dass der sowjetische Außenminister von den Westmächten nicht zur Münchener Konferenz (1938) eingeladen worden war, zeigte die Grenzen seiner außenpolitischen Konzeption. Die Absetzung Litwinows als Außenminister am 3. Mai 1939 war auch ein Signal an Deutschland, dass Moskau an einer Neubestimmung seiner außenpolitischen Linie interessiert war.

 

 

Zeit nach 1939

Nach dem Beginn des Krieges zwischen Deutschland und der Sowjetunion 1941 war Litwinow wieder als sowjetischer Botschafter in den USA tätig und von 1942 bis 1943 gleichzeitig Gesandter in Kuba.

Nach seinem 70. Geburtstag 1946 ging Litwinow in Pension; er starb 1951 im Kremlkrankenhaus nach einem dritten Herzinfarkt.

 
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