Angebliches Zitat von Israel Cohen

Angebliches Zitat von Israel Cohen: 

“… unsere mächtigste Waffe ist das anheizen von Rassenunruhen; das heisst wir müssen Schwarz gegen Weiss aufhetzen (das englische Wort heisst “inflaming” und wurde direkt aus dem Buch “DIE WEISEN VON ZION” entnommen) und Amerika wird uns zu Füssen liegen”

Jüdischer Theaterautor Israel Cohen, 7. Juni 1957

Hier werden als Quelle “DIE WEISEN VON ZION” angegeben, eigentlich gemeint sind die "Protokolle der Weisen von Zion". Die „Protokolle“ geben vor, Geheimdokumente einer jüdischen Weltverschwörung zu sein. Tatsächlich handelt es sich aber um eine Kompilation mehrerer fiktionaler Texte, die aus verschiedenen Quellen montiert worden sind. Auf etwa 80 Seiten, unterteilt in 24 Abschnitte, wird eine Weltverschwörung ausgebreitet. Jeder Abschnitt entspricht einer Sitzung und enthält eine fiktive Rede, die ein jüdischer Führer vor der Versammlung der „Weisen von Zion“ gehalten haben soll. Demnach hätten die „Weisen von Zion“ zum Beispiel politische Ideen wie den Liberalismus oder die Demokratie erfunden, die Presse unterwandert, Wirtschaftskrisen, Revolutionen und Kriege angezettelt. Sogar für den Antisemitismus werden die Juden selber verantwortlich gemacht, denn der „ist für uns notwendig, um unsere Brüder aus den unteren Kreisen zusammenzuhalten“ (Zitat). Die Pläne, die den Juden unterstellt werden, gipfeln in der Behauptung, sie würden den U-Bahn-Bau in Paris und London nur finanzieren, um die so unterminierten Hauptstädte in die Luft sprengen zu können, falls sich ihre Regierungen gegen die jüdische Weltherrschaft wehren würden, die das Ziel all dieser Aktionen sei. Für gläubige Juden sind die „Protokolle“ leicht als Fälschung zu erkennen, da (für strenge Monotheisten undenkbar) auf den "indischen Gott Wischnu" Bezug genommen und der Sanhedrin nur als "gelehrte Älteste von Zion" umschrieben wird.

Seit ihrer ersten Verbreitung zu Beginn des 20. Jahrhunderts gehören diese sogenannten Protokolle zu den Standardwerken des Antisemitismus.


Vorgeschichte

Eine Vorlage des Texts der „Protokolle“ ist die satirische Schrift Dialogue aux enfers entre Machiavel et Montesquieu (Dialog in der Hölle zwischen Machiavelli und Montesquieu) des Franzosen Maurice Joly, die 1864 anonym im Ausland (in Genf) erschien. In dem fiktiven Dialog zwischen Machiavelli und Montesquieu spielen Juden keinerlei Rolle. Vielmehr attackiert Joly über die Figur des Machiavelli Napoléon III., wofür er trotz umfangreicher Verschleierungsversuche seiner Urheberschaft schließlich verhaftet und zu fünfzehn Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Joly selbst hat, wie Umberto Eco in einer Untersuchung zu den Protokollen zeigte, Anleihen beim französischen Autor Eugène Sue gemacht, dessen Kolportageroman Les Mystères du Peuple (1856) eine Quelle für die Dialoge war.

Bei der Ausformung des Mythos spielte auch der Sensationsroman Biarritz (1868) des deutschen Postbeamten und Schriftstellers Hermann Goedsche eine Rolle, der diesen unter seinem Pseudonym Sir John Retcliffe veröffentlichte. Im Roman ist von einer Versammlung auf dem Friedhof von Prag die Rede, auf der Vertreter der 12 Stämme Israels die Fortschritte bei dem Plan zur Eroberung der Welt besprechen.

Diese Szene erscheint 1876 in einer russischen Schrift erneut, schildert aber die bei Goedsche noch fiktive Geschichte bereits als Tatsachenbericht. Ein Jahr später tauchten die Reden in Deutschland, Frankreich und Österreich auf. Teilweise wurden die Reden einer einzigen Person zugeschrieben und als „Die Rede des Rabbiners“ wiederveröffentlicht.

1881 druckte die französische rechtskatholische Zeitung Le Contemporain die Geschichte etwas modifiziert ab, indem die zwölf Reden zu einer einzigen zusammengefasst wurden. Le Contemporain gab an, den „Bericht“ aus einem bald erscheinenden Buch des englischen Diplomaten „Sir John Readcliff“ (sic!) übernommen zu haben.

Der Autor und Fälscher der Protokolle ist nicht sicher bekannt. Viele Experten haben ihn bisher in den Kreisen der zaristischen Geheimpolizei Ochrana vermutet. Besonders Pjotr Iwanowitsch Ratschkowski (1853-1910), Leiter der Abteilung für Auslandsfragen in Paris und sein Assistent Matwei Golowinski (1865-1920) stehen im Verdacht, die Protokolle verfasst zu haben, um damit Zar Nikolaus II. von der Schädlichkeit des Liberalismus zu überzeugen. Forschungen jüngeren Datums verweisen allerdings eher auf mehrere Urheber als auf einen einzelnen Autor. Dies legt die Entstehungsgeschichte der Protokolle nahe, wie die Rekonstruktion des Urtextes auf der Grundlage der verschiedenen frühen russischen Textvarianten durch den italienischen Literaturwissenschaftler Cesare De Michelis ergibt.

 

 

Zum Zitat in einem Diskussionsforum

In einem  Interneforum wird weiter auf das angebliche Zitat eingegangen. “Es handelt sich anscheinend um dieses englische Zitat:

”We must realize that our party’s most powerful weapon is racial tension. By pounding into the consciousness of the dark races, that for centuries they have been oppressed by whites, we can mold them into the program of the Communist Party. In America, we aim for several victories. While inflaming the Negro minorities against
the whites, we will instill in the whites a guilt complex for their supposed exploitation of the Negroes. We will aid the Blacks to rise to prominence in every walk of life and in the world of sports and entertainment. With this prestige,, the Negro will be able to intermarry with the whites and will begin the process which will deliver America to our cause.”

Mal abgesehen davon, dass die Übersetzung eindeutig fehlerhaft ist: Dieses Zitat stammt nicht von 1957, sondern soll 1957 aus einem Buch zitiert worden sein, dass von 1912 stammt.

Der Rest: This is a famous forgery. It was read into the Congessional Record by Mississippi Congessman T.G. Abernathy in June 1957 allegedly taken from a book called “A Racial Program for the Twentieth Century” (you can’t even get the title right) which was supposedly published by Englishman Israel Cohen in 1912. In August 1958 New York Congressman A.J. Multer questioned the quotation’s authenticity. He pointed out that there was NO communist party in Britain in 1912 and that the expression “Communist Party” did not come into use until AFTER WWI and that no such book was ever written or could be found in the British Museum Catalogue of Printed Books or the Library of Congress. Also, there was no record of a person called Israel Cohen who was a communist that lived in Britain. “

 

Weitere Zitate aus "Den Protokollen der Weisen von Zion"

Um den paranoiden Argumentationsstil der Protokolle beispielhaft vorzuführen, seien hier einige typische Zitate angeführt:

„Unsere Losung ist: Gewalt und Hinterlist. Nur die Gewalt allein siegt in der Politik, insbesondere dann, wenn sie in den für einen Staatsmann unentbehrlichen Talenten verborgen ist.“

„Wir waren die ersten, die einst dem Volke die Worte Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit hinwarfen. Worte, die seither so oft von unwissenden Papageien nachgeplappert wurden, die, durch diesen Lockruf von überall her angezogen, die Wohlfahrt der Welt, die wahre persönliche Freiheit, die einst so wohl geschützt vor dem Druck des Pöbels war, nur zerstörten. Unsere Schlagworte Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit brachte mit Hilfe unserer geheimen Agenten in unsere Reihen ganze Legionen, die unsere Fahnen mit Begeisterung trugen.“

„Die Presse verkörpert die sogenannte Freiheit. Aber die Staaten haben nicht verstanden, diese Macht zu benützen und so ist sie in unsere Hände gefallen. Durch die Presse errangen wir unseren Einfluss, blieben aber dabei doch im Dunklen. Dank der Presse haben wir in unseren Händen das Gold angehäuft.“

„Unsere Zeitungen werden von allen Schattierungen sein – aristokratisch, republikanisch, revolutionär, sogar anarchistisch – natürlich nur so lange, als die Verfassung besteht … Gleich dem indischen Gotte Wischnu werden sie hundert Hände haben, und jede davon wird eine gewünschte öffentliche Meinung am Finger haben.“

„Wir werden dem Arbeiter als die Befreier von seiner Unterdrückung erscheinen, indem wir ihm vorschlagen, in die Reihen unserer Armeen von Sozialisten, Anarchisten und Kommunisten einzutreten. Diese Gruppen fördern wir stets, wobei wir den Schein erwecken, dass wir ihnen aus dem Gefühle der Brüderlichkeit und der Humanität, dieser von unserem sozialistischen Freimaurertum verkündeten Grundsätzen, helfen wollen.“

„Unsere Macht beruht auf dem dauernden Hunger und der Schwäche des Arbeiters, weil er dadurch unserem Willen unterworfen und er weder Kraft noch Energie haben wird, sich unserem Willen zu widersetzen. Der Hunger verleiht dem Kapital mehr Rechte über den Arbeiter, als jemals die gesetzliche Macht der Könige dem Adel verleihen konnte. Durch Not, Neid und Hass werden wir die Massen lenken und uns ihrer Hände bedienen, um alles zu zermalmen, was sich unseren Plänen entgegenstellt.“

„Erinnern Sie sich an die Französische Revolution. Die Geheimnisse ihrer Vorbereitung sind uns wohl bekannt, denn sie war das Werk unserer Hände. Seit diesem Zeitpunkte haben wir die Völker von einer Enttäuschung zur anderen geführt, damit sie sich von uns ab- und dem Könige aus dem Blute Zions zuwenden, den wir für die Welt bereithalten.“

„Sie werden einwenden, dass man sich gegen uns mit bewaffneter Hand erheben werde, wenn man vorzeitig merkt, um was es sich handelt. Für diesen Fall besitzen wir ein so furchtbares Mittel, dass selbst die tapfersten Herzen erzittern. Bald werden in allen Hauptstädten Untergrundbahnen gebaut sein; von dort aus werden wir alle Städte samt allen ihren Einrichtungen und ihren Urkunden in die Luft sprengen.“

 

Literatur zum Thema

  • Ben-Itto, Hadassa: „Die Protokolle der Weisen von Zion“ Anatomie einer Fälschung Aufbau, Berlin 1998
  • Benz, Wolfgang: Diffamierung aus dem Dunkel. Die Legende von der Verschwörung des Judentums in den „Protokollen der Weisen von Zion“ in: Uwe Schultz (Hrsg.), Große Verschwörungen. Staatsstreich und Tyrannensturz von der Antike bis zur Gegenwart, München 1998
  • dsb.: Die Protokolle der Weisen von Zion. Die Legende von der jüdischen Weltverschwörung Beck, München 2007 ISBN 9783406536137 ISBN 3406536131 (Welche Bedürfnisse nach Welterklärung die "Protokolle" erfüllen, wie Legendenbildung funktioniert und welchen Sinn Mythen stiften)
  • Bodek, Andrej: Die "jüdische Weltverschwörung" oder Die Protokolle der Weisen von Zion In: Die Neue Gesellschaft / Frankfurter Hefte, 46, 1999, S. 121-126
  • Bronner, Eric Stephen: Ein Gerücht über die Juden. Die Protokolle der Weisen von Zion und der alltägliche Antisemitismus Propyläen Verlag, Berlin 1999, ISBN 3549057806
  • Cohn, Norman: Die Protokolle der Weisen von Zion. Der Mythos der jüdischen Weltverschwörung Übers. Karl Röhmer (Warrant for genocide) Elster, Baden-Baden 1998 ISBN 3891512619
  • De Michelis, Cesare G.: The Non-Existent Manuscript: A Study of the 'Protocols of the Sages of Zion'. Univ. of Nebraska Press, 2004, 419 S., ISBN 0803217277, bisher ausführlichste textkritische Untersuchung zu den Quellen, siehe Rezension unter Weblinks: H-Soz-u-Kult
  • Eco, Umberto: Fiktive Protokolle, in: ders., Im Wald der Fiktionen. Sechs Streifzüge durch die Literatur, München 1994, S. 155-184. Vorabdruck unter dem Titel: Eine Fiktion, die zum Albtraum wird. Die Protokolle der Weisen von Zion und ihre Entstehung, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 2. Juli 1994.
  • Eisner, Will: Das Komplott – Die wahre Geschichte der Protokolle der Weisen von Zion, als Comic („Graphic Novel“), DVA, Sept. 2005, ISBN 3-42105893-8
  • Hagemeister, Michael: Die „Protokolle der Weisen von Zion“ und der Basler Zionistenkongress von 1897, in: Heiko Haumann (Hg.): Der Traum von Israel. Die Ursprünge des modernen Zionismus, Weinheim 1998, S. 250-273
  • dsb.: Die "PdWvZ". Einige Bemerkungen zur Herkunft und zur aktuellen Rezeption in: Russland und Europa. Historische und kulturelle Aspekte eines Jahrhundertproblems Red.: Erhard Hexelschneider. Verlag Rosa-Luxemburg-Verein & Jenaer Forum für Bildung und Wissenschaft, Leipzig 1995 ISBN 3929994445 (insbes. zur Rezeption im postsowjetischen Russland sowie zu Nilus)
  • Pfahl-Traughber, Armin: Die Protokolle der Weisen von Zion. Der Nachweis der Fälschung und die tatsächliche Entstehungsgeschichte In: Beiträge zum Verständnis des jüdischen Schicksals in Vergangenheit und Gegenwart 46. Jg. 1990, H. 1, S. 22-31
  • Rothkranz, Johannes: Die Protokolle der Weisen von Zion erfüllt. Band I (2 Teile) Anton Schmid, Durach 2006 ISBN 3938235012
  • Sammons, Jeffrey L. (Hg): Die Protokolle der Weisen von Zion. Die Grundlage des modernen Antisemitismus. Eine Fälschung Text und Kommentar. 2. Aufl. 2001. Wallstein, Göttingen 1998 ISBN 389244191x
  • Sokolowsky, Kay: Wer steckt dahinter? Die 99 wichtigsten Verschwörungstheorien Köln 1998, S. 132-144
  • Tilly, Michael: Die "Protokolle der Weisen von Zion" und der Mythos der jüdischen Weltverschwörung In: Sachor. Beiträge zur jüdischen Geschichte 19, 2000, S. 67-75

 

 

 
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