Antisemitismus-Vorwurf

Bereits vor der offiziellen Filmpremiere hagelte es Kritik, an Mel Gibsons "Christus-Epos" - Die Passion Christi. Der Regisseur musste sich dem Antisemitismus Vorwurf, vorgetragen von jüdischer, wie auch christlicher Seite stellen. Ganz dem Niveau seines »Meisterwerks« (Die Welt) verpflichtet, bezeichnet der katholische Australier seine Kritiker als »Mächte des Satans«, dennoch:

Die Motive der jüdischen Anführer, welche die Hinrichtung Jesu forderten, werden im Film kaum beleuchtet und Pontius Pilatus wird weitaus menschenfreundlicher dargestellt. Der Film baut zwar mit den Personen des Josef von Arimatäa und Nikodemus, zwei Freunden Jesu unter den jüdischen Führern, Gegenstimmen beim Prozess vor dem Sanhedrin ein, welche die Prozedur als Farce anprangern.

"In der übertreibung und Auswahl ist der Film offenkundig antisemitisch. Die Schuld wird ausschließlich bei den Juden gesucht, die Römer hingegen ständig entschuldigt."

Evangelischen Oberkirchenrat, Michael Büncker

Von zahlreichen christlichen und jüdischen Würdenträgern wurde dem Film Antisemitismus vorgeworfen, weil er sich nicht bemühe, den in der Bibel selbst angelegten Vorwurf einer jüdischen Kollektivschuld am Tod Jesu zu widerlegen. Aufgrund der Antisemitismus-Kritik entfernte Gibson die Untertitel des Rufes der Menge: "Sein Blut komme über uns und unsere Kinder" (Mattäus 27,25).

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Frage, wie Gibson sein Material aus den Evangelien ausgewählt hat. Seine Auswahl resultiert nämlich in einer möglichst negativen Darstellung der jüdischen Bevölkerung und Priesterschaft. Eine andere Auswahl hätte ein wesentlich positiveres Bild ergeben:

  1. Weil Jesus beliebt beim Volk ist, soll die Verhaftung nicht während dies Festes stattfinden, damit es keinen Aufruhr im Volke gebe (Markus 14,2).
  2. Kaiaphas fürchtet, daß ein Aufstand die Römer veranlassen könnte, den Tempel zu zerstören (Johannes 11,48). [Im Gegenteil zur Behauptung des Filmes er könnte einen Aufstand anführen.]
  3. Jesus wird von den Tempelwachen und römischen Soldaten verhaftet (Johannes 18,3).
  4. Jesus wird von Annas und Kaiaphas über seine Lehren befragt und dann zu Pilatus gebracht (Johannes 18,19; 24,28). (Kein Prozeß vor dem Sanhedrin)
  5.  Pilatus war für seine Grausamkeit bekannt (Lukas 13,1)
  6.  Jesus wurde gegeißelt, weil die Geißelung Teil der Kreuzigungs Prozedur war (Markus 15,15) und nicht um das Volk zu beruhigen Johannes 19,1-8 etc.
  7.  Jesus wurde in Eile gekreuzigt (Markus 15,25)
  8.  Eine große Volksmenge (Lukas 23,27) oder sogar das ganze Volk (Lukas 23,48) beweinte ihn.

Anstatt aufzuklären, polarisiert Gibson. Anstatt nach Gemeinsamkeiten, dem Dialog zu suchen reisst Gibson eine Klufft zwischen den "zivilisierten" Römern und den barbarischen, hartherzigen und nach Blut schreienden Juden. Die Aussage ist unmissverständlich. Die Botschaft des Kreuzigungstodes, der Evangelien und dessen Zweck bleiben dem Betrachter verborgen. Dieser Meinung ist auch der hamburger Erzbischof Werner Thissen, der im ARD-"Morgenmagazin" sagte: "Der Film sei so blutig, dass die Gefahr bestehe, dass der Zuschauer nur das Blutige sieht und nicht die Heilsbotschaft". Eine Religion des Blutes, der Gewalt, der Schmerzen und der Brutalität, das sagt der Film aus.


Auswirkungen auf die islamische Welt

Nicht überrachend ist, dass der Film in vielen islamischen, den westlichen Filmen eher verschlossenen, Ländern gern gezeigt und auch besucht wird. Bezweifeln muss man jedoch, dass der Erfolg sich allein wegen der  theologischen und historischen Authentizität eingestellt hat.

 
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